Obst und Salat sind gesund – aber nicht automatisch keimfrei. Das gründliche Waschen mit sauberem Trinkwasser kann einen Teil der Erreger entfernen, doch nicht alle. Auch das Spülen in Natron- oder Essiglösungen schafft keine Keimfreiheit. Selbst das Tiefkühlen beseitigt nicht alle Erreger. Foto: Pormezz/stock.adobe.com

Parasiten auf Obst und Salat: Diese Krankheitserreger liefert die globale Lieferkette mit

Ein Beutel Salat aus dem Kühlregal, Himbeeren aus der Tiefkühltruhe oder frische Kräuter aus Übersee: Obst und Gemüse gelten zu Recht als gesund. Doch Lebensmittel, die roh oder nur leicht erhitzt gegessen werden, können auch Krankheitserreger transportieren. Neben bekannten Bakterien wie Salmonellen oder Listerien geraten dabei zunehmend Parasiten, Viren und seltenere Erreger in den Blick. Richtiges Waschen kann zumindest etwas von den Erregern beseitigen.

Der aktuelle Cyclospora-Ausbruch in den USA zeigt, wie schnell aus einem regional angebauten Lebensmittel ein überregionaler Gesundheitsfall werden kann. Doch Cyclospora ist nur ein Teil eines erheblich größeren Problems. Auch Cryptosporidien, Giardien, Noroviren, Hepatitis-A-Viren, Shiga-Toxin-bildende Escherichia coli, Salmonellen und Listerien können über pflanzliche Lebensmittel verbreitet werden.

Von der Ernte bis zum Verzehr gibt es viele Kontaminationswege

Die Erreger gelangen meist nicht erst im Supermarkt auf die Ware. Eine Kontamination kann bereits auf dem Feld beginnen – etwa durch verunreinigtes Bewässerungswasser, Überschwemmungen, tierische Ausscheidungen, mangelnde Toiletten- und Hygienemöglichkeiten für Erntehelfer oder unsauberes Wasser beim Waschen und Kühlen. Später kommen Verarbeitungsanlagen, Transportbehälter, Großküchen und private Haushalte als weitere mögliche Stationen hinzu.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat Anfang 2025 mehrere wissenschaftliche Bewertungen zu mikrobiologischen Gefahren durch Wasser veröffentlicht, das bei der Erzeugung und Verarbeitung von frischem und tiefgefrorenem Obst, Gemüse und Kräutern eingesetzt wird. Die Botschaft dahinter: Wasser ist in der pflanzlichen Lebensmittelkette nicht nur ein Hilfsmittel. Es kann ein entscheidender Übertragungsweg für Bakterien, Viren und Parasiten sein.

Grafik: Kurtz – KI-generiert

Das richtige und wichtige Waschen

Wenn Sie im unteren Teil des Artikels gelesen haben, welche Erreger es auf Obst und Gemüse gibt, könnte Ihnen vielleicht der Appetit vergehen. Deshalb schon hier etwas zur Beruhigung: Trotz aller Warnungen bleibt das individuelle Risiko einer schweren Infektion durch Obst und Gemüse vergleichsweise gering. Der gesundheitliche Nutzen pflanzlicher Lebensmittel überwiegt deutlich.

Die Konsequenz sollte deshalb nicht lauten, Salat, Beeren oder Kräuter vom Speiseplan zu streichen. Entscheidend sind sichere Bewässerung, sauberes Prozesswasser, gute Hygienestandards entlang der Lieferkette, funktionierende Rückverfolgung und eine vernünftige Küchenhygiene. Die eigentliche Herausforderung liegt nicht im einzelnen Apfel oder Salatblatt. Sie liegt darin, dass ein winziger Erreger über eine komplexe internationale Lieferkette innerhalb weniger Tage Millionen Portionen erreichen kann.

Umso wichtiger wird das richtige Waschen von Obst und Gemüse vor dem Verzehr. Gründliches Waschen unter fließendem Trinkwasser kann Schmutz und einen Teil oberflächlich anhaftender Keime entfernen. Es macht ein kontaminiertes Lebensmittel aber nicht sicher keimfrei. Selbstverständlich sollte das Wasser sauber sein – und in Deutschland ist es das in der Regel auch, wenn es aus täglich benützten Wasserhähnen läuft. Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) sowie deutsche Behörden empfehlen grundsätzlich fließendes Wasser.

Desinfektionsmittel oder Spülmittel gehören nicht auf Obst und Gemüse. Sie können Rückstände hinterlassen und sind im Privathaushalt nicht erforderlich.

Bei Blattsalaten sollten äußere oder beschädigte Blätter entfernt werden. Küchenmesser, Bretter und Hände müssen sauber sein. Rohes Fleisch und verzehrfertige Lebensmittel sollten getrennt verarbeitet werden.

Da hilft auch kein Waschen: Sprossen sind für Schwangere, kleine Kinder, ältere und immungeschwächte Menschen nur nach gründlichem Erhitzen empfehlenswert. Gleiches gilt für Tiefkühlbeeren, wenn sie von besonders gefährdeten Personen verzehrt werden.

Grafik: Kurtz – KI-generiert

Waschlösungen mit Natron oder Essig

Weder Waschlösungen mit Natron noch mit Essig sind ein Wundermittel. Natron kann Schmutz und bestimmte Pflanzenschutzmittelrückstände etwas besser lösen. Essig kann die Zahl einiger oberflächlicher Bakterien geringfügig stärker reduzieren. Beide Mittel können Bakterien, Viren oder Parasiten nicht zuverlässig abtöten.

Eine verdünnte Natronlösung kann Schmutz, Wachsschichten und manche oberflächlichen Pflanzenschutzmittel-Rückstände besser lösen als kurzes Abspülen mit Wasser. Wie stark der Effekt ist, hängt jedoch vom Lebensmittel, vom Wirkstoff, von der Konzentration und von der Einwirkzeit ab. Bereits in die Schale oder das Fruchtfleisch eingedrungene Rückstände lassen sich damit nicht entfernen.

Natron kann die Zahl oberflächlich sitzender Bakterien etwas verringern, vor allem durch Ablösen beim Einweichen, Reiben und anschließenden Abspülen. Studien mit künstlich kontaminiertem Rucola zeigen aber, dass Natron Salmonellen und Listerien nicht zuverlässig beseitigt. Es reduziert die Keimzahl, macht belastetes Gemüse jedoch nicht sicher keimfrei.

Problematisch ist zudem, dass Bakterien

  • in Ritzen, Stängelansätzen oder beschädigten Stellen sitzen,
  • fest an der Oberfläche haften,
  • Biofilme bilden oder
  • teilweise in Pflanzengewebe eindringen können.

Eine Natronlösung erreicht sie dort nicht zuverlässig.

Für Parasiten wie Cyclospora, Cryptosporidien, Giardien oder Toxoplasmen gibt es keine belastbare Grundlage dafür, dass haushaltsübliche Natronlösungen sie sicher abtöten. Die widerstandsfähigen Oozysten, ein kleines, widerstandsfähiges Dauerstadium von einzelligen Parasiten, können lange in der Umwelt überleben und sind grundsätzlich schwer zu entfernen beziehungsweise zu inaktivieren. Neuere Übersichtsarbeiten beschreiben gerade diese Parasiten als schwer kontrollierbare Lebensmittelgefahren.

Beim Waschen können zwar einige Oozysten mechanisch abgespült werden. Eine Garantie besteht aber nicht. Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) empfehlen deshalb auch bei Cyclospora gründliches Waschen unter fließendem Wasser, weisen jedoch darauf hin, dass dadurch nicht alle Parasiten entfernt werden müssen.

Auch Noroviren oder Hepatitis-A-Viren werden durch eine milde Natronlösung nicht zuverlässig inaktiviert. Bei Tiefkühlbeeren ist deshalb gründliches Erhitzen wesentlich wirksamer als Waschen oder Einweichen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt empfindlichen Personengruppen, Tiefkühlbeeren und rohe Sprossen vollständig durchzuerhitzen.

Essig gilt seit langem als Hausmittel zum Reinigen von Obst und Gemüse. Tatsächlich kann eine verdünnte Essiglösung die Zahl mancher oberflächlich sitzender Bakterien etwas stärker verringern als reines Wasser. Ursache ist die Essigsäure, die das Wachstum verschiedener Mikroorganismen hemmen kann. Die Wirkung wird jedoch häufig überschätzt.

Essig macht Obst und Gemüse nicht keimfrei. Krankheitserreger können in feinen Rissen, Blattzwischenräumen oder sogar im Pflanzengewebe sitzen und werden dort auch durch Essig nicht zuverlässig erreicht. Gegen widerstandsfähige Parasiten wie Cyclospora, Cryptosporidien oder Toxoplasma gibt es keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege dafür, dass haushaltsübliche Essiglösungen sie sicher abtöten. Auch Noroviren oder Hepatitis-A-Viren werden dadurch nicht zuverlässig inaktiviert.

Hinzu kommt, dass längeres Einlegen empfindliche Lebensmittel wie Salat, Beeren oder Kräuter geschmacklich verändern und ihre Haltbarkeit beeinträchtigen kann.

Tiefkühlprodukte sind nicht automatisch keimfrei

Tiefkühlung stoppt das Wachstum vieler Bakterien, beseitigt Krankheitserreger aber nicht grundsätzlich. Viren wie Noro- und Hepatitis-A-Viren können die Kälte überstehen. Auch Parasitenstadien und Bakterien können je nach Erreger und Produkt überleben. Tiefkühlgemüse, das laut Packungsanleitung vor dem Verzehr erhitzt werden soll, sollte nicht roh probiert werden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt besonders empfindlichen Personengruppen, Tiefkühlbeeren vor dem Verzehr vollständig durchzuerhitzen. Als ausreichend gilt nicht nur ein kurzes Anwärmen oder das Übergießen mit heißem Wasser. Die Früchte sollten überall eine hohe Temperatur erreichen. Das betrifft vor allem Tiefkühlbeeren, die in Smoothies, Desserts, Müsli oder Torten ungekocht verwendet werden.

Ready-to-eat: Wenn die letzte Sicherheitsbarriere fehlt

Viele Obst- und Gemüseprodukte werden heute als „ready-to-eat“ angeboten – also verzehrfertig. Dazu gehören etwa abgepackte Salate, geschnittene Melonen, Obstsalate, vorbereitete Gemüsebecher und Smoothie-Mischungen. Das ist praktisch, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Diese Produkte werden meist ohne weiteres Kochen oder Erhitzen gegessen. Damit fehlt die wichtigste Sicherheitsbarriere gegen Bakterien, Viren und Parasiten. „Verzehrfertig“ bedeutet also nicht automatisch „keimfrei“. Gerade weil kein Erhitzen mehr folgt, müssen Hygiene, Kühlung und kurze Lagerzeiten besonders zuverlässig eingehalten werden.

Hinzu kommt, dass Schneiden und Zerkleinern die natürliche Schutzschicht von Obst und Gemüse beschädigt. Dabei tritt Pflanzensaft aus, der bestimmten Bakterien günstige Wachstumsbedingungen bieten kann. Gleichzeitig vergrößert sich die Oberfläche, auf der sich Keime verteilen können.

Jeder weitere Verarbeitungsschritt erhöht außerdem die Zahl möglicher Kontaktstellen: Messer, Förderbänder, Waschbecken, Verpackungsanlagen, Hände und Transportbehälter. Gelangen Erreger an einer Stelle in den Produktionsprozess, können sie sich auf viele Portionen verteilen.

Besonders empfindlich sind vorgeschnittene Melonen. Keime von der Schale können beim Aufschneiden ins Fruchtfleisch gelangen. Auch abgepackte Salate und Obstbecher sollten deshalb durchgehend gekühlt, nach dem Öffnen rasch verbraucht und bei auffälligem Geruch, Schleimbildung oder beschädigter Verpackung entsorgt werden.

Warum Sprossen besonders riskant sein können

Sprossen gehören weltweit zu den pflanzlichen Lebensmitteln, die bei größeren bakteriellen Ausbrüchen immer wieder eine wichtige Rolle spielen. Das liegt nicht daran, dass sie grundsätzlich schmutziger wären als anderes Gemüse. Problematisch sind vielmehr die Bedingungen, unter denen sie keimen.

Für die Anzucht brauchen Sprossen Wärme, Feuchtigkeit und mehrere Tage Zeit. Genau diese Bedingungen fördern nicht nur das Pflanzenwachstum, sondern auch die Vermehrung von Bakterien. Sind bereits einzelne Samen mit Salmonellen oder Shiga-Toxin-bildenden Escherichia coli belastet, können sich die Keime während des Keimprozesses stark vermehren.

Gründliches Waschen reicht dann oft nicht aus. Die Bakterien können zwischen den feinen Pflanzenteilen sitzen, an der Oberfläche haften oder sich im Keimling verteilen.

Das bekannteste deutsche Beispiel ist der große Ausbruch von enterohämorrhagischen Escherichia coli im Jahr 2011. Als Ursache wurden schließlich Sprossen aus Bockshornkleesamen identifiziert. Tausende Menschen erkrankten, viele entwickelten schwere Nierenkomplikationen.

Für Schwangere, kleine Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem gilt deshalb: Rohe Sprossen besser meiden oder vor dem Verzehr gründlich erhitzen. Auch selbst gezogene Sprossen sind nicht automatisch sicher, da die Keime bereits am Saatgut haften können.

Parasiten: selten erkannt, schwer nachzuweisen

Cyclospora cayetanensis

Cyclospora ist ein einzelliger Darmparasit, der vor allem lang anhaltenden, teils heftigen wässrigen Durchfall verursacht. Häufig treten zusätzlich Bauchkrämpfe, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erschöpfung und Gewichtsverlust auf.

Der Mensch scheidet zunächst noch nicht unmittelbar infektiöse Entwicklungsstadien aus. Diese müssen außerhalb des Körpers erst über Tage oder Wochen reifen. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch ist deshalb weniger typisch als die Übertragung über kontaminiertes Wasser oder pflanzliche Lebensmittel.

In den USA wurden Cyclospora-Ausbrüche in der Vergangenheit unter anderem mit Kräutern, Beeren, Gemüsemischungen und Salaten in Verbindung gebracht. Beim aktuellen Ausbruch meldeten die amerikanische Food and Drug Administration und die Centers for Disease Control and Prevention am 24. Juli 2026 insgesamt 1947 bestätigte Erkrankungen in neun Bundesstaaten. Mindestens 98 Menschen wurden im Krankenhaus behandelt, Todesfälle wurden nicht gemeldet. Die epidemiologischen Ermittlungen und die Rückverfolgung der Lieferwege weisen auf geschredderten Eisbergsalat aus Zentralmexiko hin.

Bemerkenswert ist dabei eine überraschende Wendung: Eine zunächst als positiv gemeldete Salatprobe wurde nach erneuter Laborprüfung als falsch positiv eingestuft. Damit existierte zum Stand vom 19. Juli 2026 keine bestätigte positive Lebensmittelprobe. Die Behörden halten dennoch am Eisbergsalat als wahrscheinlicher Quelle fest, weil Befragungen und Lieferkettenanalysen stark in diese Richtung weisen.

Der Fall zeigt, wie schwierig der direkte Nachweis sein kann. Parasiten sind nicht gleichmäßig über eine Lieferung verteilt. Eine untersuchte Packung kann negativ sein, obwohl einzelne andere Salatblätter oder Beutel derselben Charge kontaminiert waren.

Cryptosporidium

Cryptosporidien verursachen wässrigen Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und gelegentlich Fieber. Die widerstandsfähigen Dauerformen, sogenannte Oozysten, können über menschliche oder tierische Ausscheidungen ins Wasser gelangen.

Bekannt sind vor allem Infektionen durch Schwimmbäder, Trink- und Oberflächenwasser oder Tierkontakte. Grundsätzlich können Oozysten aber auch auf Obst, Gemüse und Kräuter gelangen, wenn kontaminiertes Wasser zur Bewässerung oder Verarbeitung verwendet wird.

Besonders gefährdet sind kleine Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Bei ihnen kann die Erkrankung länger und schwerer verlaufen. In Deutschland wurden dem Robert Koch-Institut für 2024 insgesamt 3303 Kryptosporidiosen übermittelt. In Baden-Württemberg registrierte das Landesgesundheitsamt 2025 insgesamt 194 Fälle, nach 207 Fällen im Jahr zuvor.

Grafik: Kurtz – KI-generiert

Giardia duodenalis

Giardien – früher häufig als Lamblien bezeichnet – besiedeln den Dünndarm. Typisch sind übel riechender Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust. Manche Infizierte bleiben symptomlos.

Die Übertragung erfolgt vor allem über fäkal verunreinigtes Wasser, direkten Kontakt oder Lebensmittel. Roh verzehrte Produkte können eine Rolle spielen, wenn sie mit kontaminiertem Wasser gewaschen oder bewässert wurden. In Deutschland lässt sich jedoch nur selten eindeutig nachweisen, welches Lebensmittel eine Erkrankung verursacht hat.

Das Robert Koch-Institut registrierte 2024 insgesamt 2837 Giardiasis-Erkrankungen – 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei Fällen mit bekanntem Infektionsland wurde Deutschland häufiger genannt als jedes einzelne ausländische Land. Das beweist allerdings nicht, dass Obst oder Gemüse die Ursache war. Für Baden-Württemberg meldete das Landesgesundheitsamt 2025 insgesamt 300 Fälle, gegenüber 294 im Jahr 2024.

Toxoplasma gondii

Toxoplasmen sind vor allem durch rohes oder unzureichend erhitztes Fleisch sowie Katzenkot bekannt. Die widerstandsfähigen Oozysten können jedoch auch über Erde und Wasser auf Salat, Gemüse, Kräuter oder Beeren gelangen.

Für gesunde Erwachsene verläuft eine Infektion häufig unbemerkt. In der Schwangerschaft kann eine erstmalige Infektion jedoch das ungeborene Kind gefährden. Auch immungeschwächte Menschen können schwer erkranken.

Wie groß der Anteil pflanzlicher Lebensmittel an allen Toxoplasma-Infektionen ist, lässt sich bislang kaum bestimmen. Der Erreger ist auf Lebensmitteln nur schwer routinemäßig nachzuweisen.

Echinococcus (Fuchsbandwurm): Waldbeeren als überschätztes Risiko

Beim Fuchsbandwurm hält sich hartnäckig die Vorstellung, Waldbeeren seien die wichtigste Infektionsquelle. Wissenschaftlich lässt sich dieser direkte Zusammenhang nicht überzeugend belegen. Möglich ist theoretisch eine Aufnahme mikroskopisch kleiner Eier über kontaminierte Erde, ungewaschene Pflanzen oder Hände.

Das Risiko ist insgesamt sehr gering. Wichtiger als übertriebene Angst vor jeder Waldbeere sind gründliches Waschen, Handhygiene nach Garten- und Erdarbeiten sowie Vorsicht im Umgang mit erlegten Füchsen und möglicherweise infizierten Haustieren.

Viren auf Beeren, Salat und Kräutern

Noroviren

Noroviren sind extrem ansteckend. Schon wenige Viruspartikel können heftiges Erbrechen und Durchfall auslösen. Sie vermehren sich zwar nicht auf Lebensmitteln, können dort aber längere Zeit infektiös bleiben.

In Deutschland erkrankten 2012 bei einem der größten bekannten lebensmittelbedingten Ausbrüche fast 11.000 Kinder und Jugendliche. Als wahrscheinliches Vehikel wurden tiefgefrorene Erdbeeren identifiziert, die in Gemeinschaftseinrichtungen verarbeitet worden waren.

Das Beispiel zeigt einen wichtigen Unterschied zu vielen Bakterien: Tiefkühlung tötet Noroviren nicht zuverlässig ab.

Hepatitis-A-Viren

Hepatitis A verursacht eine Leberentzündung. Zwischen Ansteckung und Erkrankung können mehrere Wochen liegen. Dadurch ist es besonders schwierig, sich später an ein bestimmtes Lebensmittel zu erinnern.

In Europa wurden wiederholt Hepatitis-A-Ausbrüche mit Tiefkühlbeeren, Datteln und anderen importierten Lebensmitteln in Verbindung gebracht. Das Robert Koch-Institut nennt Tiefkühlbeeren und importierte Datteln ausdrücklich als Beispiele für lebensmittelbedingte Ausbrüche.

In Baden-Württemberg wurden 2025 insgesamt 123 Hepatitis-A-Fälle registriert, nach 106 im Jahr 2024. Diese Gesamtzahlen sagen allerdings nicht aus, wie viele Erkrankungen tatsächlich über Obst oder Gemüse erworben wurden.

Bakterien: häufiger als Parasiten

Salmonellen

Salmonellen werden meist mit Eiern, Geflügel oder Fleisch verbunden. In den vergangenen Jahren gab es jedoch auch Ausbrüche durch Melonen, Sprossen, Tomaten, Gurken, Sesamprodukte, Nüsse und andere pflanzliche Lebensmittel.

Keime können bereits im Anbaugebiet auf die Ware gelangen. Bei Melonen ist besonders problematisch, dass Bakterien beim Aufschneiden von der Schale ins Fruchtfleisch verschleppt werden können.

Deutschland registrierte 2024 insgesamt 12.390 Salmonellosen. In Baden-Württemberg sank die Zahl von 1496 Fällen im Jahr 2024 auf 1283 Fälle im Jahr 2025. Ein direkter Rückschluss auf Obst und Gemüse ist aus diesen Meldedaten nicht möglich.

Shiga-Toxin-bildende Escherichia coli

Shiga-Toxin-bildende Escherichia coli, abgekürzt STEC, können schwere, teilweise blutige Durchfälle auslösen. Bei einem kleinen Teil der Erkrankten entwickelt sich das hämolytisch-urämische Syndrom, das die Nieren und andere Organe schädigen kann.

Der große deutsche Ausbruch von 2011 mit Bockshornkleesprossen zeigte, welche Folgen kontaminiertes Saatgut haben kann. Beim Keimen herrschen Wärme und Feuchtigkeit – ideale Bedingungen, unter denen sich vorhandene Bakterien stark vermehren können.

Auch Blattgemüse, Kräuter und andere roh verzehrte Produkte gelten als mögliche Übertragungswege. In Baden-Württemberg stiegen die gemeldeten EHEC-Erkrankungen von 362 im Jahr 2024 auf 459 im Jahr 2025. Beim enteropathischen hämolytisch-urämischen Syndrom wurden 24 Fälle verzeichnet, nach 7 im Vorjahr. Diese Entwicklung ist epidemiologisch auffällig, belegt aber keine bestimmte Lebensmittelquelle.

Listeria monocytogenes

Listerien können sich selbst bei Kühlschranktemperaturen vermehren. Für gesunde Menschen sind geringe Keimmengen meist kein großes Problem. Schwangere, Neugeborene, ältere und immungeschwächte Menschen können jedoch lebensbedrohlich erkranken.

Als Risikoprodukte gelten nicht nur Räucherfisch, Wurst oder Rohmilchkäse. Auch vorgeschnittene Salate, verzehrfertiges Gemüse, Melonen und Tiefkühlgemüse waren international bereits betroffen.

In Baden-Württemberg wurden 2025 insgesamt 73 Listeriosen gemeldet, nach 58 im Jahr 2024. Ob pflanzliche Lebensmittel daran beteiligt waren, lässt sich aus der Statistik nicht ablesen.

Shigellen

Shigellen stammen fast ausschließlich vom Menschen. Schon eine sehr geringe Erregermenge kann ausreichen. Kontaminationen sind möglich, wenn infizierte Personen bei Ernte, Verarbeitung oder Zubereitung Hygieneregeln nicht einhalten.

International wurden Ausbrüche unter anderem mit frischen Kräutern, Salaten und vorgeschnittenem Gemüse in Verbindung gebracht. In Baden-Württemberg stieg die Zahl der Shigellosen von 236 im Jahr 2024 auf 326 im Jahr 2025. Ein Teil solcher Infektionen ist reiseassoziiert oder wird direkt von Mensch zu Mensch übertragen.

Bacillus cereus

Bacillus cereus bildet widerstandsfähige Sporen und kommt natürlicherweise in Böden vor. Die Bakterien können deshalb auf Gemüse und Salat gelangen. Problematisch wird es vor allem, wenn sich die Keime bei falscher Lagerung vermehren und Giftstoffe bilden.

Bei abgepackten Salaten wurden in einer Untersuchung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vergleichsweise häufig sogenannte präsumtive Bacillus-cereus-Bakterien gefunden. Ein Nachweis allein bedeutet allerdings noch nicht, dass das Produkt krank macht. Entscheidend sind Keimmenge, Lagerung und die Fähigkeit des Stammes, Toxine zu bilden.

Yersinien und Campylobacter

Yersinien werden überwiegend mit Schweinefleisch, Campylobacter vor allem mit Geflügel, Rohmilch und Küchenhygiene verbunden. Pflanzliche Lebensmittel stehen bei beiden Erregern nicht im Vordergrund.

Sie gehören dennoch in eine Übersicht, weil Kreuzkontaminationen möglich sind: Wird Salat auf einem Brett geschnitten, auf dem zuvor rohes Hähnchen lag, kann auch ein ursprünglich einwandfreies pflanzliches Lebensmittel zum Überträger werden.

Campylobacter war 2024 mit 46.112 Fällen die häufigste meldepflichtige bakterielle Darminfektion in Deutschland. Baden-Württemberg registrierte 2025 insgesamt 4176 Fälle – nahezu genauso viele wie 2024. tok

Was kann auf welchem Produkt stecken?

LebensmittelRelevante Erreger
oder Erregergruppen
Typische Besonderheit
TiefkühlbeerenNoroviren, Hepatitis-A-VirenTiefkühlung tötet Viren
nicht zuverlässig
BlattsalatSTEC, Salmonellen, Listerien,
Cyclospora, Cryptosporidien
Wird meist roh gegessen
SprossenSTEC, SalmonellenWärme und Feuchtigkeit
fördern Keimvermehrung
Frische KräuterCyclospora, Shigellen,
Salmonellen, Giardia
Häufig roh und aus
internationalem Anbau
MelonenSalmonellen, ListerienKeime können beim Schneiden
von der Schale ins Fruchtfleisch gelangen
Vorgeschnittenes ObstListerien, SalmonellenMehr Verarbeitungsschritte
und verletzte Oberflächen
TiefkühlgemüseListerien, andere BakterienMuss nach Packungsangabe
erhitzt werden
Beeren und
bodennahes Gemüse
Toxoplasma, Cryptosporidien,
Giardia
Kontakt mit Erde oder
verunreinigtem Wasser möglich