
Nicht jeder Brandgeruch ist gefährlich, vor allem wenn der Waldbrand Dutzende von Kilometern entfernt ist. Hier wird vor allem Feinstaub zum Problem. Was man nicht riecht, kann dagegen höchst ungesund sein: Kohlenmomoxid in Innenräumen führt oft zu Todesfällen. Bild: Kurtz - KI-generiert
Mysteriöser Brandgeruch über Deutschland: Wann Rauch wirklich lebensgefährlich wird
Am Sonntag, 16. August 2026, rätseln Menschen in weiten Teilen Deutschlands über einen mysteriösen, deutlichen, lange anhaltenden Brandgeruch. In Baden-Württemberg melden Leitstellen Rauch- und Brandgeruch unter anderem in Pforzheim, im Enzkreis, in Baden-Baden, im Landkreis Rastatt, im Ortenaukreis und im Landkreis Rottweil. Ursache sind nach Behördenangaben Wald- und Vegetationsbrände in Belgien und Westdeutschland; ein Tiefdruckgebiet trägt Rauch und Geruch weit nach Südosten. Doch wie gefährlich ist dieser Brandgeruch?
Die Warnhinweise zum Beispiel über die öffentliche Warn-App NINA sind pragmatisch: Fenster und Türen schließen, Lüftungen und Klimaanlagen vorsorglich abschalten. Bei bloßem Brandgeruch bestehe aktuell keine akute Gefahr.
Übler Geruch ist noch kein Maßstab für eine hohe Giftgefahr
Das klingt beruhigend – und ist im konkreten Fall vom 16. August auch richtig und wichtig. Medizinisch steckt hinter dem Thema aber eine größere Geschichte. Rauch ist kein einzelner Stoff. Er ist ein wechselnder Cocktail aus Gasen, winzigen Partikeln und unvollständig verbrannten organischen Verbindungen. Welche Mischung entsteht, hängt davon ab, was brennt, wie heiß es brennt, wie viel Sauerstoff vorhanden ist und wie weit der Rauch bereits durch die Atmosphäre transportiert wurde.
Die erste Überraschung: Was wir riechen, ist nicht automatisch das Gefährlichste. Manche geruchsintensive Stoffe werden schon in winzigen Mengen wahrgenommen und reizen Augen, Nase oder Rachen, ohne dass eine schwere Vergiftung vorliegt. Umgekehrt ist ausgerechnet Kohlenmonoxid – eines der gefährlichsten Verbrennungsgase – farb- und geruchlos. Die Nase ist deshalb ein Frühwarnsystem, aber kein Messgerät für Giftigkeit.
Waldbrände belasten uns durch große Feinstaubmengen
Bei weit verfrachtetem Waldbrandrauch verschiebt sich die medizinische Bedeutung meist weg von einer klassischen Rauchgasvergiftung hin zu einer Luftschadstoffbelastung. Im Zentrum steht Feinstaub, vor allem PM₂.₅, also Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von höchstens 2,5 Mikrometern. Sie sind so klein, dass sie tief in die Lunge bis in die Lungenbläschen gelangen können. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die US-Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA) betrachten PM₂.₅ als den wichtigsten gesundheitlichen Schadstoff in Waldbrandrauch.
Das bedeutet nicht, dass jeder Rauchhauch krank macht. Gesunde Erwachsene erholen sich von einer kurzen, mäßigen Rauchbelastung meistens rasch. Typisch sind brennende Augen, Kratzen im Hals, Husten, Kopfschmerzen oder ein unangenehmes Druckgefühl in den Atemwegen. Anders sieht es bei hohen Konzentrationen, stunden- oder tagelanger Belastung und bei besonders empfindlichen Menschen aus: Kinder, ältere Menschen, Schwangere sowie Menschen mit Asthma, chronisch obstruktiver Lungenerkrankung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Blutarmut reagieren oft früher und stärker.
Keine klaren Feinstaub-Grenzwerte
Feinstaub wirkt dabei nicht wie ein klassisches Akutgift mit einer einzigen Schwelle, unterhalb der garantiert nichts passiert. Für PM₂.₅ ist vielmehr gut belegt, dass das Risiko mit der Konzentration und Dauer ansteigt. Die WHO empfiehlt für PM₂.₅ einen 24-Stunden-Richtwert von 15 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Das ist kein Alarmwert für eine Vergiftung, sondern ein gesundheitlich begründeter Richtwert für Luftqualität.
Bei Waldbrandrauch können die Werte zeitweise ein Vielfaches davon erreichen. Die EPA betont, dass gesundheitliche Effekte auch unterhalb höherer Grenzbereiche beobachtet wurden, und dass es keine einfache „Bis hierhin sicher, ab hier giftig“-Linie existiert.
Was steckt im Brandrauch?
| Bestandteil des Brandrauchs | Woher kommt der Brandgeruch? | Typische Wirkung des Brandgeruchs | Brandgeruch-Inhalte bei Ferntransport |
|---|---|---|---|
| PM₂.₅-Feinstaub | Ruß, Asche, organische Aerosole | Reizung, Verschlechterung von Asthma-/COPD, Herz-Kreislauf-Belastung | Sehr wichtig |
| Kohlenmonoxid (CO) | Unvollständige Verbrennung, besonders Schwelbrand | Stört Sauerstofftransport und Zellatmung | Meist stark verdünnt; nahe am Feuer und in Innenräumen relevant |
| Stickoxide | Hochtemperatur-Verbrennung | Atemwegsreizung; Vorläufer für Ozon | Möglich |
| Flüchtige organische Verbindungen | Unvollständige Verbrennung organischer Stoffe | Geruch, Reizung; einzelne Stoffe toxisch | Möglich |
| Formaldehyd/ Acrolein | Verbrennung von Biomasse und Materialien | Starke Augen- und Atemwegsreizung | Eher verdünnt, lokal relevant |
| PAK | Unvollständige Verbrennung | Einige krebserzeugend bei relevanter, langfristiger Exposition | An Partikel gebunden transportierbar |
| Cyanwasserstoff | Vor allem bei Brand stickstoffhaltiger Materialien | Blockiert Zellatmung; akut hochtoxisch | Typisch eher Gebäudebrand/Brandnähe |
Großbrände liefern einen Cocktail problematischer und giftiger Gase
Neben Feinstaub enthält Waldbrandrauch Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Stickoxide, flüchtige organische Verbindungen, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und zahlreiche weitere organische Stoffe. Reizstoffe wie Formaldehyd oder Acrolein können Augen und Atemwege angreifen.
Je nachdem, ob nur Vegetation brennt oder auch Häuser, Fahrzeuge, Kunststoffe, Dämmstoffe und andere künstliche Materialien betroffen sind, verändert sich der Mix erheblich. In sogenannten Wildland-Urban-Interface-Bränden können die Emissionen einzelner toxischer organischer Stoffe deutlich höher sein als bei reinem Waldbrand.



Potenziell tödlicher Sauerstoffräuber Kohlenmonoxid
Und dann ist da Kohlenmonoxid, kurz CO. Es entsteht vor allem bei unvollständiger Verbrennung – also genau dann, wenn Feuer nicht sauber mit reichlich Sauerstoff brennt, sondern schwelt, glimmt oder unter Luftmangel verbrennt. Das macht Schwelbrände so gefährlich. Ein defekter Ofen, eine verstopfte Abgasführung, ein Holzkohlegrill in einem geschlossenen Raum, ein Generator in Garage oder Keller oder ein unbemerkter Glutbrand können CO erzeugen, ohne dass offene Flammen zu sehen sind.
CO bindet etwa 200- bis 250-mal stärker an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin als Sauerstoff. Dadurch entsteht Carboxyhämoglobin, und der Sauerstofftransport im Blut wird behindert. Gleichzeitig stört CO die Sauerstoffnutzung in den Zellen. Besonders empfindlich reagieren Gehirn und Herz. Deshalb beginnen Beschwerden oft mit unspezifischen Symptomen: Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit, Schwäche. Das Fatale: Genau diese Symptome können die Fähigkeit beeinträchtigen, die Gefahr zu erkennen und den Raum zu verlassen.
Wie schnell es gefährlich wird, hängt von Konzentration und Zeit ab. Eine starre Minutentabelle wäre unseriös, weil Atemvolumen, körperliche Aktivität, Alter, Schwangerschaft, Herz- oder Lungenerkrankungen und die Ausgangsbelastung eine Rolle spielen. Als Orientierung zeigen Arbeitsschutz- und Gesundheitsdaten aber die Größenordnung: Die US-Verbraucherschutzbehörde Consumer Product Safety Commission (CPSC) beschreibt bei länger anhaltenden CO-Werten über etwa 70 parts per million (ppm) zunehmend Kopfschmerz, Müdigkeit und Übelkeit; bei anhaltenden Konzentrationen über etwa 150 bis 200 ppm können Desorientierung, Bewusstlosigkeit und Tod auftreten. Das National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH) stuft 1.200 ppm als „Immediately Dangerous to Life or Health“ ein – als Konzentration also, bei der akute Lebensgefahr beziehungsweise eine Fluchtbehinderung drohen kann. Solche Zahlen sind keine Heimwerker-Grenzwerte, sondern zeigen vor allem: In einem kleinen geschlossenen Raum kann ein Schwelbrand sehr schnell in einen gefährlichen Bereich geraten.

Rauchgasvergiftung ist mehr als eine CO-Vergiftung
Bei einem weit entfernten Waldbrand ist CO dagegen meist stark verdünnt. Die aktuelle EPA-Waldbrand-Leitlinie von 2026 schreibt, dass kurzfristige CO-Belastungen durch Waldbrandrauch für die allgemeine Bevölkerung typischerweise kein wesentliches Risiko darstellen. Relevant kann CO sehr nahe am Feuer werden oder wenn der Rauch in einem schlecht belüfteten Raum akkumuliert. Bei sehr hohen Feinstaubwerten kann auch CO mit ansteigen.
Eine Rauchgasvergiftung ist zudem mehr als eine CO-Vergiftung. In einem echten Gebäudebrand können mehrere Mechanismen gleichzeitig wirken: Sauerstoffmangel, CO, stark reizende Gase, Hitze, Rußpartikel und – je nach verbranntem Material – weitere toxische Stoffe. Bei bestimmten Brandbedingungen kann auch Cyanwasserstoff eine Rolle spielen, etwa wenn stickstoffhaltige Kunststoffe verbrennen. Deshalb gilt: Wer dichten Rauch in einem geschlossenen Raum eingeatmet hat, gehört deutlich früher medizinisch beurteilt als jemand, der draußen kilometerweit verfrachteten Brandgeruch wahrnimmt.
Warnzeichen und eingeschränkte Reaktionsfähigkeit
Warnzeichen nach einer Rauchinhalation sind zunehmende Atemnot, pfeifende Atmung, anhaltender Husten, Brustschmerz, Heiserkeit, Ruß an Mund oder Nase, Verwirrtheit, Gangunsicherheit, starke Kopfschmerzen, Erbrechen, ungewöhnliche Schläfrigkeit oder Bewusstseinsstörungen. Besonders ernst ist jede Bewusstlosigkeit – auch wenn die betroffene Person später wieder wach ist. Bei CO-Verdacht ist außerdem auffällig, wenn mehrere Menschen in derselben Wohnung gleichzeitig „grippeähnliche“ Beschwerden ohne Fieber entwickeln und es ihnen draußen besser geht.
Die Frage „Ab wann kann man noch selbst reagieren?“ lässt sich medizinisch einfach beantworten: Solange man eine mögliche CO- oder Rauchquelle erkennt und sich sicher entfernen kann, sofort an die frische Luft – ohne Zeit mit Lüften, Suchen oder Löschen zu verlieren, wenn dabei eine Eigengefährdung besteht. Bei Verdacht auf eine relevante Rauchgas- oder CO-Exposition sollte der Rettungsdienst verständigt werden. Wer benommen, verwirrt, kurzatmig oder bewusstseinsgestört ist, kann seine Lage bereits falsch einschätzen. Dann ist die Grenze zur Selbstrettung praktisch erreicht.
Sauerstoff ist erstes Therapiemittel
Die Behandlung richtet sich nach dem Problem. Bei CO-Vergiftung ist hochkonzentrierter Sauerstoff die zentrale Soforttherapie. Im Krankenhaus wird Carboxyhämoglobin im Blut gemessen; wichtig ist dabei, wann die Person die Gefahrenzone verlassen hat und ob bereits Sauerstoff gegeben wurde, denn der Wert sinkt danach. Ein normaler Pulsoximeter am Finger kann eine CO-Vergiftung nicht zuverlässig ausschließen. Bei schweren Vergiftungen – etwa mit Bewusstlosigkeit, neurologischen Ausfällen, Herzbeteiligung, schwerer Übersäuerung oder sehr hohen Carboxyhämoglobinwerten – kann eine hyperbare Sauerstofftherapie in einer Druckkammer erwogen werden. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat hierzu eine eigene S2k-Leitlinie, deren aktuelle Version bis November 2026 gültig ist.
Bei einer Rauchinhalation können zusätzlich Atemwegssicherung, Bronchien-erweiternde Medikamente, Behandlung eines Lungenödems und intensivmedizinische Überwachung nötig werden. Bei starkem Verdacht auf eine Cyanidvergiftung kann das Gegenmittel Hydroxocobalamin eingesetzt werden. Feinstaub selbst wird nicht mit einem „Gegengift“ behandelt. Hier geht es darum, weitere Exposition zu vermeiden und Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Reaktionen zu behandeln.
Welche Spätfolgen gibt es?
Spätfolgen sind möglich – besonders nach schwerer CO-Vergiftung. Tage bis Wochen später können Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Persönlichkeitsveränderungen, Bewegungsstörungen, Depressionen oder andere neurologische und psychiatrische Beschwerden auftreten. Die britische Gesundheitsbehörde beschreibt verzögerte neuropsychiatrische Folgen bis zu etwa 40 Tage nach einer akuten Vergiftung.
Nach schwerer CO-Exposition mit Herzschädigung ist auch das langfristige Sterberisiko erhöht. Nach einer bloßen kurzen Geruchsbelastung im Freien ohne Symptome sind solche dramatischen Folgen dagegen nicht zu erwarten.
Behördliche Warnhinweise beachten und Meldeanlagen installieren
Was also tun, wenn die Luft draußen nach Rauch riecht? Bei behördlichen Warnmeldungen Fenster und Türen geschlossen halten, Lüftungen mit Außenluftzufuhr abschalten und körperlich anstrengende Aktivitäten im Freien reduzieren. Wer besonders empfindlich ist, sollte Aufenthalte draußen möglichst verkürzen.
Ein gut sitzender Partikelfilter wie FFP2 oder N95 kann die Aufnahme von Feinstaub reduzieren – er schützt aber nicht vor Kohlenmonoxid und anderen Gasen. Wer in einem Gebäude CO vermutet, darf sich deshalb niemals auf eine FFP2-Maske verlassen.
Im Haus ist Prävention einfacher und effektiver als jede spätere Therapie:
- Rauchmelder erkennen Brandrauch früh.
- Kohlenmonoxidmelder erkennen das geruchlose Gas.
- Verbrennungsanlagen, Kamine, Öfen und Abgaswege müssen fachgerecht installiert und gewartet werden.
- Holzkohlegrills, Campingkocher und Generatoren gehören nicht in Wohnräume, Keller, Garagen oder geschlossene Wintergärten.
- Automatische Fensteröffner können in speziellen Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sinnvoll sein, sind aber kein Ersatz für korrekt geplante Brandschutz- und CO-Warnsysteme. Im Wohnbereich können sie im falschen Szenario sogar problematisch sein, wenn dadurch Rauch oder Sauerstoffströmungen ungünstig beeinflusst werden. Entscheidend ist die fachgerechte Gesamtlösung.
Die wichtigste Einordnung für den Brandgeruch dieses Sonntags lautet deshalb: Riecht es draußen nach weit herangetragenem Waldbrandrauch, ist das ernst zu nehmen, aber nicht mit einem Schwelbrand im Schlafzimmer gleichzusetzen. Bei Ferntransport ist Feinstaub das zentrale Gesundheitsproblem. Bei einem unbemerkten Brand oder einer unvollständigen Verbrennung in Innenräumen wird Kohlenmonoxid zum stillen Gegner. Und genau weil dieser Gegner nicht riecht, ist der Satz „Ich rieche doch gar nichts“ alles andere als beruhigend. tok
Lebensgefahr durch Taube im Abgasrohr und sechs tote Teenager durch Stromgenerator
Mehrere hundert Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Der Tod durch Kohlenmonoxid kommt schleichend, geruchlos und unsichtbar. Ursachen gibt es viele, oft wären die tödlichen Unfälle zu verhindern gewesen, wenn die CO-Opfer sich der Gefahr bewusst gewesen wären oder CO-Melder in den Wohnräumen installiert hätten. Was alles möglich sein kann, zeigen diese Beispiele.
Dezember 2025: Fünf Kinder sind mit einer Kohlenmonoxid-Vergiftungen in Weilheim (Landkreis Waldshut) ins Krankenhaus gekommen. Eines der Kinder im Alter zwischen vier und zwölf Jahren wurde per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Ursache sollen nach Polizeiangaben zufolge alternative Heizgeräte gewesen sein, die in der Wohnung, in der die Kinder lebten, aufgestellt worden waren. Demnach war zuvor die Zentralheizung ausgefallen.
September 2025: Weil ein Mann seine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit einem Holzkohlegrill geheizt haben soll, erlitten in Heilbronn mehrere Nachbarn eine Kohlenmonoxidvergiftung. Sechs Menschen seien teils schwer verletzt ins Krankenhaus gekommen, teilte die Polizei mit. Die giftigen Gase gelangten durch Wände und Decken in die weiteren Wohnungen.
August 2025: Bei einem Unfall wegen ausgetretener Gase in einer Münchner Kleingartenanlage sind zwei Männer (41 und 50 Jahre) tödlich verletzt worden. Vier weitere Beteiligte der privaten Feier mit sieben Teilnehmern zogen sich laut Polizei leichte Verletzungen zu. Ein Generator im Keller einer Hütte des Schrebergartens soll Kohlenmonoxid ausgestoßen haben. Die beiden später Verstorbenen hielten sich laut Polizei während der Feier offenbar längere Zeit im Keller auf.
April 2025: In einer Kleingartenanlage in Wuppertal sind drei Männer in einer Laube tot aufgefunden worden. Nach Ermittlungen der Polizei soll eine Kohlenmonoxidvergiftung die Ursache gewesen sein.
Juli 2024. Eine 17-Jährige wird bewusstlos unter der Dusche in einer Wohnung in Wiesbaden entdeckt. Im Krankenhaus stirbt sie später, weil sie das geruchlose Kohlenmonoxid eingeatmet hat. Ursache war die defekte Gastherme im Badezimmer.
Februar 2024: Nach einem tödlichen Notfall in einem Hotel auf Usedom bei dem in dem Gebäude eine erhöhte Konzentration Kohlenmonoxid festgestellt wurde, hatten Hotelangestellte zwei bewusstlose Menschen in einem Hotelzimmer gefunden. Bei einem 56-Jährigen konnte der Arzt nur noch den Tod feststellen. Eine 52-Jährige wurde in kritischem Zustand in eine Spezialklinik geflogen. Zudem hätten sich sechs Menschen wegen Übelkeit und Schwindel gemeldet und seien in Krankenhäuser gebracht worden.
November 2023: Als der Rettungsdienst zu einem Einsatz an die Pforzheimer Straße in Mühlacker gerufen wurde, schlugen die Kohlenmonoxid-Melder an den Jacken der Rettungssanitäter an. Sogleich wurde die Feuerwehr Mühlacker alarmiert. Einsatzkräfte betraten nach eigenen CO-Messungen mit Atemschutz eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus und fanden im Bad eine leblose 47-jährige Frau. Offenbar ist die Frau an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben. Als Grund für das Austreten des gefährlichen, aber geruchlosen Gases steht ein Defekt an einer mit Gas betriebenen Heizungsanlage im Raum. Mehr dazu unter „Kohlenmonoxid-Vergiftung: Frau in Mühlacker leblos in Wohnung aufgefunden“.
Januar 2022: Zwei tote Kinder – ein fünf Jahre altes Mädchen und ein vierjähriger Junge – sind in einem Haus in Karlstein am Main in Unterfranken entdeckt worden. Ihr 49 Jahre alter Vater wurde verletzt und kam in ein Krankenhaus. Erste Vermutungen legten damals eine Kohlenmonoxid-Vergiftung vor – durch eine defekte Heizung. Mehr dazu unter „Zwei Kinder tot in Unterfranken entdeckt“.
Oktober 2019: Ein 26-jähriger Mann hat in seiner Wohnung in Mühlacker eine lebensgefährliche Kohlenmonoxid-Vergiftung erlitten. Grund dafür war offenbar eine Shisha-Pfeife, die er mit seiner Ehefrau geraucht hat. Die Wasserpfeife stellten sie in der Küche ab. Nach einiger Zeit wurde die Frau wieder wach, da ihr neben ihr liegender Mann einen Krampfanfall hatte. Bei der anschließenden ärztlichen Versorgung des Mannes schlugen plötzlich die Kohlenstoffmonoxid-Warner des Rettungsteams an, weswegen sämtliche Personen umgehend die Wohnung verließen und die Feuerwehr hinzugezogen wurde. Auch die anderen Hausbewohner mussten vorsorglich ihre Wohnungen verlassen. Mehr dazu unter „Lebensgefährlich verletzt durch Wasserpfeife: 26-Jähriger erleidet Kohlenmonoxid-Vergiftung nach Shisha-Konsum“.
März 2019: Eine von einem Kaminkehrer aus einem Abgasrohr gefischte tote Taube war die Ursache für eine Kohlenmonoxid-Vergiftung im Wohnhaus Gymnasiumstraße 85 in Pforzheim gewesen sein. Ihr fielen drei Menschen zum Opfer, die, so Feuerwehr-Einsatzleiter Guido Lobermann, bei in akuter Lebensgefahr schwebten. Alle drei Schwerverletzten – eine 47-jährige und eine 22-jährige Frau sowie ein 39-jähriger Mann – mussten in Druckkammern gebracht werden. Der Rest der 23 dort gemeldeten Bewohner wurde evakuiert. Vorsichtshalber wurde vom Rettungsdienst auch der Blutsauerstoffgehalt der ins Haus geeilten Polizisten untersucht. Mehr dazu unter „CO-Vergiftung wegen toter Taube im Abgasrohr? Drei Personen in Lebensgefahr“.
Februar 2018: Eine in Esslingen tot in ihrer Wohnung gefundene, vierköpfige Familie ist an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben. Das farb- und geruchslose Gas ist wohl an der Heizungsanlage des Hauses ausgetreten. Die beiden 29 Jahre alten Eltern und ihre drei und vier Jahre alten Kinder wurden von Angehörigen am Montagmittag durch ein Fenster leblos entdeckt. Mehr dazu unter „Obduktion: Vierköpfige Familie an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben“.
Dezember 2017: Um bei den niedrigen Temperaturen nicht frieren zu müssen, stellten zwei Männer in Pforzheim in einem für die Übernachtung genutzten Industriebau ein benzinbetriebenes Notstromaggregat auf, um damit ein Heizgerät zu betreiben. Ein 32-Jähriger erwachte am nächsten Morgen sichtlich benommen. Später fand er im Erdgeschoss seinen Kollegen leblos auf dem Boden liegend vor. Der 49-jährige Arbeiter war wohl in der Nacht nach unten gegangen, um das Gerät zu kontrollieren oder auszustellen. Dabei atmete er das Kohlenmonoxid ein und verstarb neben dem Notstromaggregat. Mehr dazu unter „Tod durch Kohlenmonoxid: Arbeiter durch Abgas von Stromaggregat vergiftet“.
Januar 2017: Die sechs tot in einer Gartenlaube im unterfränkischen Arnstein gefundenen Teenager sind an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben. Sie hatten in dem Häuschen eine Party gefeiert. Der Vater eines Geschwisterpaares auf der Party hatte am Sonntagmorgen die Leichen seiner Tochter, seines Sohnes und der vier weiteren Gäste in dem Häuschen gefunden. Schuld war ein im Technikraum des Häuschens aufgestellter Stromgenerator, der nicht für Innenräume geeignet war. Der Vater des Geschwisterpaares hatte zudem eine wackelige Abgasableitung gebastelt, die im Laufe des Abends zusammengebrochen war. Deshalb konnte sich das tödliche Gas unbemerkt in der Hütte verteilen. Mehr dazu unter „Teenager in Gartenlaube starben an Kohlenmonoxidvergiftung“.