
Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha will „kritische Arzneimittel wieder stärker in Europa produzieren“. Er begrüßt den Start der EU-Verhandlungen zum Critical Medicines Act. Foto: IM Imagery/stock.adobe.com
Gesundheitsminister Lucha: „Europa muss bei lebenswichtigen Arzneimitteln widerstandsfähiger werden“
Zum Auftakt der Verhandlungen über das EU-Gesetz über kritische Arzneimittel (Critical Medicines Act) hat Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha die Bedeutung einer eigenständigen Produktion kritischer Arzneimittel und Wirkstoffe in Deutschland und Europa hervorgehoben. Diese sei notwendig für die Versorgungssicherheit und Krisenresilienz in ganz Europa.
Lieferengpässe und geopolitische Verwerfungen zwingen zum Handeln
„Die jüngsten Lieferengpässe und die aktuellen geopolitischen Verwerfungen machen unmissverständlich klar: Europa muss bei lebenswichtigen Arzneimitteln widerstandsfähiger werden. Dafür brauchen wir wieder mehr Produktionskapazitäten hier vor Ort – auch in Deutschland und Baden-Württemberg“, sagte Lucha.
Der Minister begrüßte den Beginn der Verhandlungen ausdrücklich „Es ist gut, dass der Critical Medicines Act jetzt konkret wird und dass das Europäische Parlament mit der heutigen Abstimmung eine ambitionierte Position für die nun anstehenden Trilogverhandlungen gefunden hat. Baden-Württemberg hat diesen Prozess von Anfang an eng und aktiv begleitet – mit eigenen Initiativen, Gesprächen und Veranstaltungen auf europäischer Ebene. Das Gesetz bietet wichtige Ansatzpunkte, um die Versorgungssicherheit mit kritischen Arzneimitteln in der EU und in Deutschland nachhaltig zu stärken, etwa durch gezielte Investitionen in Produktionsanlagen und durch eine Überarbeitung der EU-Vergaberegeln im Arzneimittelbereich.“
Nicht alleine auf den Preis fokussieren
Lucha betonte, dass Versorgungssicherheit künftig stärker gewichtet werden müsse als der alleinige Fokus auf den niedrigsten Preis. „Unsere Krankenkassen brauchen mehr Spielräume, um Resilienz und Verlässlichkeit in den Lieferketten zu honorieren. Das ist eine zentrale Lehre aus den Engpässen der vergangenen Jahre.“ Auch auf Bundesebene habe er sich für dieses Ziel eingesetzt. „Ich habe im vergangenen Jahr gegenüber Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sehr dafür geworben, die Produktion kritischer Arzneimittel strategisch zu stärken“, so Lucha.
Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration stehe zudem in regelmäßigem Austausch mit pharmazeutischen Herstellern, um Investitionen und eine stärkere Ansiedlung von Produktionskapazitäten in Baden-Württemberg zu unterstützen. pm