Die Fälle schwerwiegender Pneumokokken-Infektionen sind zum Jahresanfang besorgniserregend hoch. Pneumokokken können zu Blutvergiftung und Hirnhautentzündung führen und gelten als häufigster Auslöser für eine bakterielle Lungenentzündung bei Erwachsenen. Foto: Dr_Microbe/stock.adobe.com

Gefährliches Duo: Grippe und Pneumokokken – warum eine Impfung jetzt sinnvoll ist

Mit Kälte, Frost und vor allem Atemwegserkrankungen hat uns der Winter aktuell fest im Griff. Laut Robert Koch-Institut (RKI) waren allein in den ersten beiden Kalenderwochen mehr als doppelt so viele Personen an Grippe erkrankt wie in 2025 zum selben Zeitpunkt. Unter anderem reagierte das Pforzheimer Siloah St. Trudpert Klinikum mit einer Maskenpflicht, um Patienten und Personal zu schützen. Auch die Fälle schwerwiegender Pneumokokken-Infektionen sind im gleichen Meldezeitraum besorgniserregend hoch. Pneumokokken können zu Blutvergiftung und Hirnhautentzündung führen und gelten als häufigster Auslöser für eine bakterielle Lungenentzündung bei Erwachsenen.

Wer bereits an Grippe erkrankt ist, hat ein besonders hohes Risiko für eine zusätzliche Infektion mit Pneumokokken, weil das Immunsystem und die Lunge geschwächt und anfälliger sind. Eine Impfung kann vor den Folgen einer Infektion schützen und wird für alle Menschen ab 60 Jahren sowie für alle Personen ab 18 Jahren mit chronischen Erkrankungen von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen.

Viren und Bakterien verteilen sich per Tröpfcheninfektion

Aufgrund der derzeit hohen Zahl an Grippefällen steigt auch die Gefahr einer Infektion durch Pneumokokken. Pneumokokken sind Bakterien, die genau wie Grippeviren durch Tröpfcheninfektionen übertragen werden, etwa beim Husten, Niesen oder Sprechen.

Sie sind verantwortlich für eine Vielzahl von Erkrankungen, die von leichteren Atemwegsinfekten bis hin zu lebensbedrohlichen Lungenentzündungen, Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen reichen. Für bakterielle Lungenentzündungen stellen sie die häufigste Ursache dar.

Gefährliche Koinfektionen

Was diese Bakterien jetzt allerdings besonders gefährlich macht: Pneumokokken sind nach Grippeinfektionen oft für schwerwiegende Koinfektionen verantwortlich, die einen Klinikaufenthalt mit sich ziehen können. Eine Koinfektion bedeutet, dass zu einer Virusinfektion wie Grippe noch eine bakterielle Infektion hinzukommen kann.

Dieses gefährliche Duo kann als sogenannte Superinfektion den Zustand der Patienten dann erheblich verschlechtern. Untersuchungen zeigen, dass viele Grippe-bedingte Todesfälle meist durch eine bakterielle Lungenentzündung verursacht wurden.

Langfristige Folgen einer Pneumokokken-Infektion mit Lungenentzündung

Besonders ältere Menschen sind gefährdet, an einer Pneumokokken-Infektion schwer zu erkranken, denn mit zunehmendem Alter lässt die Kraft des Immunsystems nach. Generell gilt, dass Personen ab 60 Jahren anfälliger für schwere Infektionskrankheiten werden. So kann eine bakterielle Lungenentzündung den Körper, egal ob gesund oder vorerkrankt, erheblich schwächen und für Betroffene oft einen tiefen Einschnitt im Leben bedeuten.

Viele erholen sich danach nicht mehr vollständig und leiden fortan unter körperlichen Einschränkungen. So können zum Beispiel einfache Alltagstätigkeiten wie Treppensteigen, Einkaufen oder Gartenarbeit auch nach der Genesung beschwerlich oder nicht mehr ohne Hilfe möglich sein.

Eine Impfung gegen Pneumokokken kann schützen

Eine Impfung kann dabei helfen, die Risikogruppen vor einer Pneumokokken-Infektion zu schützen. Die STIKO empfiehlt daher Personen ab 60 Jahren standardmäßig eine einmalige Impfung gegen Pneumokokken, die zu jedem Zeitpunkt im Jahr und unabhängig von der Saison für Atemwegserkrankungen erfolgen kann. Aber auch für Personen ab 18 Jahren mit bestimmten Grunderkrankungen wie etwa einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), einer Immunschwäche, Asthma oder Diabetes sowie bei speziellen beruflichen Tätigkeiten wird die Pneumokokken-Impfung von der STIKO empfohlen.

Tipp: Impfstatus aktualisieren und individuelles Infektionsrisiko einschätzen

Wer bereits vor oder während der Corona-Pandemie gegen Pneumokokken geimpft wurde, sollte sich jetzt mit seinem Arzt oder seiner Ärztin beraten und gegebenenfalls eine Aktualisierung des Impfstatus prüfen. Um das individuelle Infektionsrisiko besser einschätzen zu können, steht auf www.lungeschützen.de zudem ein einfacher Online-Test zur Verfügung.

Info

Mehr Informationen finden Sie auf www.pfizer.de, auf LinkedIn und Instagram.    pm/tok