Blutplasma ist im Normalzustand eine klare, gelbliche bis strohfarbene Flüssigkeit. Dieser flüssige Bestandteil des Blutes bleibt übrig, wenn man die roten und weißen Blutzellen entfernt. Foto: pirke/stock.adobe.com

Welttag der Hämophilie: 1200 Plasmaspenden für ein Jahr Lebensqualität

Für Till Knippenberg gehörten blaue Flecken, Nasenbluten und starke Blutungen auch bei kleineren Verletzungen schon als Kind zu den großen Herausforderungen des Lebens. Mit sechs Jahren wurde bei ihm das Von-Willebrand-Syndrom diagnostiziert, eine angeborene Blutgerinnungsstörung mit erhöhter Blutungsneigung. Mit Medikamenten aus gespendetem Blutplasma kann er heute nahezu uneingeschränkt leben.

Zum Welttag der Hämophilie, der jährlich am 17. April das Bewusstsein für Blutgerinnungsstörungen stärkt, ist er nicht nur dankbar für die medizinisch-technischen Möglichkeiten und die gute Gesundheitsversorgung, die er erfahren darf, sondern vor allem für diejenigen, die ihr Blutplasma für Menschen wie ihn spenden.

Seltene Erkrankung und lebenslange medikamentöse Behandlung

Hämophilie und andere angeborene Gerinnungsstörungen gehören zu den seltenen Erkrankungen: Schwere Formen treten insgesamt bei etwa einem von 5000 bis 8000 Neugeborenen auf und erfordern oft eine lebenslange medikamentöse Behandlung. Rund 1200 Plasmaspenden etwa sind nötig, um einen Patienten mit Gerinnungsstörung ein Jahr lang medikamentös zu versorgen.

Bis zu 60-mal im Jahr können gesunde Menschen Plasma spenden. Dabei dauert die Spende nur etwa 45 Minuten und ihr Körper gleicht sie schnell wieder aus.

Viele Therapien bei schweren Erkrankungen wären ohne Plasma nicht möglich

Das Ausmaß der therapeutischen Wirkung von Blut- und Plasmaprodukten für Patienten ist zum Verhältnis des Aufwandes einer Spende sehr viel höher. Die während Blut- und Plasmaspenden gewonnen Präparate können einerseits direkt bei akutem Blutverlust zum Beispiel bei Operationen und bei chronischen Blutbildungsstörungen Patienten transfundiert werden.

Andererseits bilden sie die Grundlage für lebenswichtige Plasmaderivate wie Gerinnungsfaktoren oder Immunglobuline. „Ohne diese Spenden wären viele Therapien für betroffene Patient -innen schlicht nicht möglich“, erläutert Dr. med. Barbara Baumann-Baretti, medizinische Direktorin beim Blut- und Plasmaspendedienst Haema.

Till Knippenberg hat mit Plasmaprodukten, die er sich zwei Mal pro Woche selbst verabreichen kann, sehr gute Erfahrungen gemacht: „Ohne sie könnte ich meinen Alltag in der Form nicht leben. Plasma ermöglicht mir Lebensqualität.“ Bildrechte/Foto: Haema Blut und Plasma

Hohes Vertrauen in Medikamente aus Blutplasma

Till Knippenberg hat mit Plasmaprodukten, die er sich zwei Mal pro Woche selbst verabreichen kann, sehr gute Erfahrungen gemacht: „Ich habe ein sehr hohes Vertrauen in die Medikamente. Ohne sie könnte ich meinen Alltag in der Form nicht leben. Plasma ermöglicht mir Lebensqualität.“

Er ist ehrenamtlich im geschäftsführenden Vorstand der Interessengemeinschaft Hämophiler e.V. (IGH) tätig. Dabei ist er sowohl Spendenden als auch Blut- und Plasmaspendediensten, wie Haema, dankbar: „Es ist nicht selbstverständlich, dass Plasmaspenden erbracht werden und toll, dass die Mitarbeitenden in den Spendenzentren einen, wie ich finde, so wichtigen Dienst an der Allgemeinheit leisten.“

Info

Wer Blut- und Plasmaspenden abgeben möchte, kann online einen Termin vereinbaren unter www.haema.de oder über die MyHaema-App. Die Haema GmbH ist der größte privatwirtschaftliche Blut- und Plasmaspendedienst in Deutschland. Neben Blut und Blutplasma nimmt Haema an ausgewählten Standorten auch Thrombozyten- und Leukozytenspenden ab. Haema ist ein Partner von Grifols, einem weltweit führenden Unternehmen der Gesundheitsbranche, das aus Plasma gewonnene Arzneimittel und andere innovative biopharmazeutische Produkte zur Behandlung schwerwiegender, chronischer und manchmal lebensbedrohlicher Krankheiten entwickelt und anbietet.

Weitere Informationen zur Interessengemeinschaft Hämophiler e.V. (IGH): https://www.igh.info/