Die Asiatische Hornisse (rechts) ist groß und kann wie andere Hornissen und Wespen stechen, aber sie überträgt keine exotischen Tropenkrankheiten. Die viel kleinere Asiatische Tigermücke (links), die inzwischen in Baden-Württemberg heimisch ist, kann Überträgerin von über 20 unterschiedlichen Viren mit teilweise hohem Erkrankungspotenzial sein. Foto: Kurtz – KI-generiert

Von Nosferatu-Spinne bis Hyalomma-Zecke: So gefährlich sind unsere neuen tierischen Nachbarn

Die Nosferatu-Spinne läuft die Hauswand hoch. Im Garten schwirrt plötzlich eine schwarz-weiß gestreifte Mücke. In Baden-Württemberg breitet sich eine Hornisse aus, die ursprünglich aus Asien stammt. Und selbst Zecken gibt es inzwischen im XXL-Format. Deutschlands Tierwelt verändert sich. Manche Arten werden durch Waren- und Reiseverkehr eingeschleppt, andere wandern aus wärmeren Regionen ein. Mildere Winter und längere warme Perioden erleichtern einigen von ihnen das Überleben. Ein Gefahr für unsere Gesundheit?

Die Invasion klingt zunächst nach einem ziemlich unangenehmen zoologischen Gruselkabinett. Medizinisch lohnt sich jedoch ein genauer Blick. Denn zwischen einer sechs Zentimeter großen Spinne und einer wenige Millimeter kleinen Mücke kann sich das tatsächliche Gesundheitsrisiko geradezu umkehren. Manche der auffälligsten Neuankömmlinge sind für Menschen weitgehend harmlos. Einige der unscheinbarsten können dagegen Krankheitserreger übertragen.

Eine neue Nachbarschaft entsteht

Dass Tiere ihr Verbreitungsgebiet verändern, ist nichts Neues. Neu sind Geschwindigkeit und Größenordnung, mit denen mehrere Faktoren zusammenspielen. Autos und Lastwagen transportieren Insekten quer durch Europa. Waren reisen um die Welt. Flugzeuge können einzelne Mücken über Tausende Kilometer mitnehmen. Zugvögel bringen Zecken aus Afrika und Südeuropa mit. Gleichzeitig schaffen höhere Temperaturen und mildere Winter in Deutschland Lebensbedingungen, unter denen Arten überleben können, die früher spätestens in der kalten Jahreszeit verschwanden.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass steigende Temperaturen die Vermehrung und Ausbreitung von Krankheitsüberträgern begünstigen, ihre jährliche Aktivitätszeit verlängern und eingeschleppten Arten die Etablierung erleichtern können.

Aber: Neu oder exotisch bedeutet nicht automatisch gefährlich. Das zeigt kaum ein Tier besser als Deutschlands wohl berühmteste Einwandererspinne.

Nosferatu sieht gefährlicher aus, als sie ist

Wer einer Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) erstmals an der Wohnzimmerwand begegnet, versteht schnell, woher ihr Ruf kommt. Mit ausgestreckten Beinen kann sie eine Spannweite von mehreren Zentimetern erreichen. Hinzu kommt ihre besondere Fähigkeit, dank Haftorganen selbst an glatten Flächen emporzulaufen. Und anders als klassische Netzspinnen jagt sie ihre Beute aktiv. Sie stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, hat ihr Verbreitungsgebiet jedoch weit nach Norden ausgedehnt.

Bei Menschen kann die Spinne die Haut an geeigneten Stellen tatsächlich durchdringen. Medizinisch ist das aber etwas völlig anderes als der Biss einer gefährlichen Giftspinne. Typische Folgen sind Schmerzen, Rötung oder Schwellung. Die Beschwerden werden häufig mit denen nach einem Wespen- oder Mückenstich verglichen. Und: „Die Nosferatu-Spinne beißt Menschen eigentlich nur, wenn sie sich bedroht fühlt“, so Dr. Utta Petzold, Medizinerin bei der BARMER.

Die Gefährdung ist für gesunde Menschen: gering. Eine ausgeprägte allergische Reaktion wäre – wie nach anderen Tierstichen oder -bissen – ein Grund, medizinische Hilfe zu suchen. Die Nosferatu-Spinne liefert damit bereits die wichtigste Lektion dieses Themas: Groß, schnell und gruselig muss medizinisch nicht gefährlich bedeuten.

Grafik: Kurtz – KI-generiert

Die kleine Tigermücke verdient größere Aufmerksamkeit

Bei der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) sieht die Sache anders aus. Sie wird nur wenige Millimeter groß. Ihr schwarz-weiß gestreifter Körper und eine charakteristische weiße Linie auf Kopf und Rücken helfen bei der Erkennung. Und sie ist nicht nur nachts unterwegs. Tigermücken stechen bevorzugt tagsüber und können ausgesprochen lästig werden. Ursprünglich stammt die Art aus Südostasien. Inzwischen ist sie in weiten Teilen Europas angekommen.

Baden-Württemberg spielte bei dieser Entwicklung eine besondere Rolle: Bereits 2007 wurde an einer Autobahnraststätte bei Weil am Rhein eine Tigermücke nachgewiesen. 2015 wurden in Freiburg und Heidelberg erste Populationen festgestellt. Seit 2022 steigt die Verbreitung in Baden-Württemberg stark an. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts wurde die Art mittlerweile in allen als klimatisch besonders geeignet eingestuften Stadt- und Landkreisen des Landes nachgewiesen – teilweise nur vereinzelt, teilweise in etablierten Populationen. Schwerpunkte liegen unter anderem am Oberrhein und im Raum Stuttgart; auch am Bodensee gibt es Funde. Das ist gesundheitlich relevant.

Eine Mücke allein macht noch kein Dengue

„Die Tigermücke kann Überträger von über 20 unterschiedlichen Viren wie beispielsweise dem Dengue-Virus, Chikungunya-Virus, West-Nil-Virus oder Zika-Virus sein, welche für Menschen riskant sein können“, so BARMER-Medizinerin Petzold. Die Tigermücke besitzt grundsätzlich die Fähigkeit, verschiedene Viren zu übertragen. Doch daraus folgt nicht, dass jeder Stich einer Tigermücke in Baden-Württemberg gefährlich wäre.

Damit es beispielsweise zu einer lokalen Dengue-Übertragung kommt, muss eine ganze Kette funktionieren.´Zunächst muss sich ein Mensch im Ausland infizieren und das Virus im Blut nach Deutschland mitbringen. Dann muss ihn hier während dieser kurzen Virämie eine Tigermücke stechen. Das Virus muss sich anschließend bei geeigneten Temperaturen in der Mücke vermehren. Schließlich muss dieselbe Mücke erneut einen Menschen stechen.

Bislang wurde in Deutschland noch keine durch eine hiesige Tigermücke übertragene Dengue-, Chikungunya- oder Zikavirus-Infektion festgestellt. In Südeuropa sind solche lokalen Übertragungen dagegen längst Realität. Das RKI hält künftig auch in Deutschland einzelne lokal erworbene Chikungunya-Infektionen während der Sommermonate für möglich; mit zunehmender Erwärmung dürfte auch die Wahrscheinlichkeit lokaler Dengue-Übertragungen steigen. Das aktuelle Risiko ist also gering – aber das notwendige Übertragungssystem entsteht bereits.

Grafik: Kurtz – KI-generiert
Grafik: Kurtz – KI-generiert

Warum Blumentopf und Regentonne plötzlich medizinisch interessant werden

Tigermücken brauchen keinen Gartenteich für die Eiablage. Ein Untersetzer unter einem Blumentopf kann reichen. Ebenso geeignet sind Eimer, Gießkannen, Regentonnen, herumliegende Autoreifen, verstopfte Regenrinnen oder Wasserreste auf Planen. Nach einer Blutmahlzeit kann ein Weibchen 40 bis 90 Eier ablegen. Die Eier sind widerstandsfähig und können Trockenheit und Kälte überstehen. Deshalb ist die Tigermücke ein typischer Stadtbewohner. Ein Garten, Balkon oder Kleingarten mit vielen kleinen Wasserbehältern kann ihr vollkommen genügen.

„Vor den Stichen der Tigermücken können Sie sich schützen, indem Sie beispielsweise dichtgewebte und locker sitzende Kleidung tragen, Mückengitter an Fenstern anbringen und Mückennetze für das Bett verwenden. Auch Sprays und Gele mit den Wirkstoffen Icaridin und Diethyltoluamid (DEET) können helfen“, weiß die Expertin. 

West-Nil-Virus zeigt, wie schnell aus Theorie Realität werden kann

Dass sich eine durch Mücken übertragene Infektionskrankheit tatsächlich in Deutschland etablieren kann, zeigt das West-Nil-Virus. Dafür braucht es nicht einmal eine exotische Mücke. Übertragen wird das Virus vor allem von heimischen Culex-Stechmücken. Vögel dienen als wichtige Wirte im natürlichen Kreislauf.

2019 wurden erstmals in Deutschland erworbene menschliche West-Nil-Infektionen bekannt. Seither werden regelmäßig autochthone, also hierzulande erworbene Fälle gemeldet. Das RKI geht davon aus, dass das Virus in Deutschland überwintern kann und sich das Gebiet seines Vorkommens weiter ausdehnen dürfte.

Die meisten Infektionen bleiben unbemerkt. Nur ein kleiner Teil der Infizierten entwickelt eine schwere Erkrankung, beispielsweise mit Beteiligung des Nervensystems. Damit ist West-Nil ein interessantes Gegenstück zur Nosferatu-Spinne: Der auffällige Neuankömmling muss nicht das größte Problem sein. Eine gewöhnlich aussehende heimische Mücke kann medizinisch bedeutsamer werden.

Und es gibt noch mehr neue Mücken

Die Tigermücke ist nicht die einzige invasive Stechmücke. Nach Angaben des RKI haben sich seit 2007 insgesamt fünf invasive Mückenarten in Deutschland etabliert. Drei davon kommen grundsätzlich als Krankheitsüberträger infrage:

  • Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus)
  • Japanische Buschmücke (Aedes japonicus)
  • Koreanische Buschmücke (Aedes koreicus)

Vor allem die Tigermücke steht derzeit im medizinischen Fokus. Bei den beiden Buschmücken ist das theoretische Spektrum möglicher Erreger zwar interessant, die tatsächliche Bedeutung für menschliche Erkrankungen in Deutschland ist bislang aber wesentlich geringer. Auch hier gilt deshalb: Vektorkompetenz im Labor ist nicht dasselbe wie ein reales Erkrankungsrisiko vor der Haustür.

Kommt als Nächstes die Sandmücke?

Ein weiterer Kandidat ist gerade einmal wenige Millimeter groß: die Sandmücke. Sie kommen vor allem in wärmeren Regionen vor und können bestimmte Leishmania-Parasiten übertragen. Diese verursachen die Leishmaniose.

In Deutschland wurden bereits Sandmückenarten nachgewiesen. Das Umweltbundesamt hält eine weitere Ausbreitung bei steigenden Temperaturen grundsätzlich für möglich. Das bedeutet jedoch ebenfalls nicht, dass nun mit einer Leishmaniose-Welle gerechnet werden müsste.

Eine in Deutschland vorkommende Art, Phlebotomus mascittii, gilt bislang nicht als nachgewiesener Überträger von Leishmanien. Das Umweltbundesamt schätzt das Risiko, sich in Deutschland mit Leishmanien anzustecken, derzeit als äußerst gering ein. Interessant ist die Entwicklung trotzdem – gerade weil Hunde aus südlichen Ländern den Parasiten mitbringen können und als Reservoir infrage kommen.

Grafik: Kurtz – KI-generiert

Die Riesenzecke, die ihre Opfer verfolgt

Ganz anders wirkt Hyalomma. Diese Zecken fallen schon durch ihre Größe und ihre auffällig gestreiften Beine auf. Sie sind wesentlich größer als der in Deutschland verbreitete Gemeine Holzbock. Und sie verhalten sich anders. Während viele heimische Zecken auf Pflanzen auf einen vorbeikommenden Wirt warten, können Hyalomma-Zecken einen möglichen Wirt wahrnehmen und aktiv auf ihn zulaufen.

Larven und Nymphen werden regelmäßig mit Zugvögeln nach Deutschland transportiert. Nach Angaben des RKI werden jährlich ungefähr 2 bis 20 erwachsene Hyalomma-Zecken eingesandt. Trotz vermutlich sehr großer Zahlen eingeschleppter Jungzecken bleibt der Nachweis erwachsener Tiere damit selten. Ob sich langfristig stabile Populationen in Deutschland entwickeln können, ist noch offen. Steigende Temperaturen und trockenere Bedingungen könnten eine Ansiedlung allerdings erleichtern.

Krim-Kongo-Fieber: gefährlich – aber hier bislang theoretisches Risiko

„Hyalomma-Zecken können, wie andere Zeckenarten auch, Krankheiten übertragen. Dabei können besonders Fleckfieber und das Krim-Kongo-Fieber für die betroffenen Personen lebensgefährlich werden“, sagt Dr. Petzold von der BARMER. Das Krim-Kongo-Hämorrhagische Fieber kann mit hohem Fieber, Muskelschmerzen, Bauchschmerzen und Erbrechen beginnen. Bei schweren Verläufen können Blutungen, Schock und Multiorganversagen auftreten. Unter hospitalisierten schweren Fällen liegt die Sterblichkeit nach ECDC-Angaben bei rund 30 Prozent.

Das klingt dramatisch – und die Krankheit ist es auch. Für Deutschland muss man aber einen entscheidenden Satz hinzufügen: Das Krim-Kongo-Virus wurde in den hier untersuchten Hyalomma-Zecken bislang nicht nachgewiesen. Das RKI weist darauf hin, dass das Virus derzeit auch nicht in deutschen Wild- oder Nutztierbeständen zirkuliert. Die Zecke ist also ein potenzieller Überträger eines gefährlichen Erregers. Daraus entsteht noch kein hohes gegenwärtiges Infektionsrisiko.

Andere Erreger sind durchaus interessant: In nach Europa eingeschleppten Hyalomma-Zecken wurden beispielsweise Rickettsien wie Rickettsia aeschlimannii gefunden. Diese Bakterien sogenannte Rickettsiosen aus, zu denen verschiedene schwere Infektionskrankheiten wie das Fleckfieber, das Rocky-Mountain-Fleckfieber oder das Zeckenbissfieber gehören. Übertragen werden sie neben Zecken auch durch andere Parasiten wie Flöhe, Läuse oder Milben.

Grafik: Kurtz – KI-generiert

Auch unter den Zecken gibt es weitere Kandidaten

Nicht jede ungewöhnliche Zecke ist Hyalomma. Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) hat ihr Verbreitungsgebiet ebenfalls ausgeweitet. Menschen befällt sie vergleichsweise selten. Sie kann jedoch unter anderem Rickettsien und FSME-Viren tragen; für Hunde ist besonders Babesia canis, der Erreger der sogenannten Hundebabesiose, bedeutsam. Auwald- und Reliktzecken zusammen machen nach RKI-Untersuchungen nur ungefähr 1 bis 2 Prozent der Zeckenstiche beim Menschen aus.

Für Menschen bleibt deshalb der Gemeine Holzbock mit Borreliose und – gerade in Süddeutschland – Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wesentlich wichtiger. Exotisch ist also nicht automatisch relevant – und heimisch nicht automatisch harmlos.

Eine Hornisse erobert Baden-Württemberg

Ein besonders auffälliger neuer Nachbar fliegt inzwischen ebenfalls durch Baden-Württemberg: die Asiatische Hornisse (Vespa velutina). 2014 wurde sie erstmals nördlich von Karlsruhe nachgewiesen. Seither hat sie sich stark ausgebreitet. Nach Angaben der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg reichen Nachweise inzwischen vom Bodensee bis ins Tauberland. Der Schwerpunkt liegt derzeit im Nordwesten des Landes. Mit einer weiteren Ausbreitung Richtung Osten wird gerechnet.

Medizinisch ist allerdings auch hier Differenzierung nötig. Die Asiatische Hornisse überträgt keine exotischen Tropenkrankheiten. Ihr Stich ist grundsätzlich mit dem anderer Wespen und Hornissen vergleichbar. Problematisch werden Stiche vor allem bei Allergikern, bei zahlreichen Stichen oder Stichen im Mund- und Rachenraum.

Gefährlich kann zudem die Annäherung an ein Nest werden. Große Sekundärnester können mehrere Tausend Tiere beherbergen, die ihr Nest verteidigen. Deshalb sollten solche Nester niemals eigenmächtig entfernt werden.

Die Asiatische Hornisse ist übrigens nicht die deutlich größere Asiatische Riesenhornisse (Vespa mandarinia), über die immer wieder spektakuläre Bilder kursieren. Letztere gilt in Deutschland derzeit als nicht vorhanden.

Ein alter Nachbar profitiert ebenfalls

Nicht jedes Tier, das im Zuge des Klimawandels gesundheitlich auffälliger wird, ist eingewandert. Der Eichenprozessionsspinner ist ein gutes Beispiel. Er ist in Deutschland heimisch. Problematisch sind die mikroskopisch kleinen Brennhaare seiner Raupen. Sie können Hautreaktionen auslösen. Gelangen sie in Augen oder Atemwege, sind auch dort Entzündungen und Reizungen möglich.

Die Haare können vom Wind verfrachtet werden und in alten Nestern lange erhalten bleiben. Damit unterscheidet sich dieses Risiko grundlegend von Mücke, Zecke oder Hornisse: Man muss das Tier nicht einmal berühren.

Grafik: Kurtz – KI-generiert

Wer ist nun wirklich gefährlich?

TierWo lebt das Tier in Deutschland und Baden-Württemberg?Was wird übertragen? Welche Folgen sind möglich?
Nosferatu-Spinneweit verbreitetBiss möglich; meist lokale Beschwerden
Tigermückeetabliert, in Baden-Württemberg stark zunehmendpotenzieller Überträger von Dengue, Chikungunya, Zika
Hyalommaeinzelne Fundepotenziell sehr gefährliche Erreger, derzeit aber sehr seltenes Risiko
Japanische Buschmückeetablierttheoretische Vektorfunktion; derzeit geringe Bedeutung
Koreanische Buschmückeetablierttheoretische Vektorfunktion; derzeit geringe Bedeutung
Sandmückeeinzelne Arten nachgewiesenLeishmaniose theoretisch relevant; derzeit äußerst geringes heimisches Risiko
Asiatische Hornissein Baden-Württemberg stark in AusbreitungStich/Allergie; kein exotischer Infektionsüberträger
EichenprozessionsspinnerheimischBrennhaare: Haut, Augen, Atemwege
heimische Culex-MückeüberallWest-Nil-Virus bereits in Deutschland etabliert

Die Einordnung stützt sich insbesondere auf RKI, UBA, LGA Baden-Württemberg und LUBW

Kein Grund für eine Tier-Panik

Deutschland verwandelt sich nicht in die Tropen. Aber die alte Gewissheit, dass bestimmte Krankheitsüberträger und ihre Erreger ausschließlich ein Problem ferner Urlaubsländer seien, stimmt immer weniger. Entscheidend ist deshalb nicht die Frage: „Wie gruselig sieht dieses Tier aus?“ Medizinisch viel interessanter sind andere Fragen: Hat sich die Art bereits dauerhaft angesiedelt? Kann sie Menschen stechen oder beißen? Kann sie einen Erreger tatsächlich übertragen? Kommt dieser Erreger überhaupt vor? Sind Klima und Temperaturen geeignet, damit er sich im Tier vermehren kann?

Erst wenn mehrere dieser Bedingungen zusammentreffen, entsteht aus einem neuen tierischen Nachbarn ein neues Infektionsrisiko. Und genau deshalb verdient eine winzige schwarz-weiße Mücke derzeit mehr Aufmerksamkeit als eine große Spinne an der Wohnzimmerwand.   pm/tok