
Wer sich im Erwachsenenalter gegen Herpes Zoster, Influenza, Pneumokokken sowie Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten impfen lässt, ist nicht nur vor im Seniorenalter folgenschweren Erkrankungen geschützt. Der Impfschutz ist auch mit einem geringeren Demenz-Risiko assoziiert. Foto: wavebreak3/stock.adobe.com
Herpes Zoster, Influenza und Pneumokokken: Impfungen im Alter reduzieren Demenzrisiko
Mist, schon wieder einen Termin vergessen? Und wie lautet noch gleich der Name des neuen Kollegen? Wo habe ich am Morgen mein Auto geparkt? Und wieso vergesse ich in den vergangenen Tagen so oft das kochende Nudelwasser auf der glühenden Herdplatte? Alles nur Stress oder schon Demenz? Der Gedanke an den möglichen geistigen Verfall im Alter macht vielen Menschen Angst. Gut, wenn man keine Angst vor Impfungen hat, denn die können laut einer neuen Studie das Risiko für Demenz und insbesondere auch für die Alzheimer Krankheit senken.

Demenz stellt ein sehr häufiges Gesundheitsproblem bei älteren Menschen dar. Obwohl die Prävention von Demenz eine wichtige Aufgabe des öffentlichen Gesundheitswesens ist, wurde die Rolle von Impfungen bislang nur unzureichend untersucht. Eine systematische Übersichtsarbeit mit mehr als 104 Millionen Studienteilnehmern zeigt, dass Impfungen gegen Herpes Zoster, Influenza, Pneumokokken sowie Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden sind. Besonders deutlich fiel der Zusammenhang bei der Herpes-Zoster-Impfung und dem Risiko für die Alzheimer-Krankheit aus, wie das DeutschesGesundheitsPortal (DGP) berichtet.
Haben Impfungen Einfluss auf spätere Demenzerkrankungen?
Das Ziel einer systematischen Übersichtsarbeit mit Metaanalyse aus Italien war die Frage, ob häufig eingesetzte Impfungen im Erwachsenenalter mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung einer Demenz verbunden sind. Für die Analyse wurden die Datenbanken PubMed, Embase und Web of Science von ihrem jeweiligen Beginn bis zum 1. Januar 2025 durchsucht. Eingeschlossen wurden Beobachtungsstudien, welche die Häufigkeit von Demenz oder leichten kognitiven Beeinträchtigungen zwischen geimpften und ungeimpften Erwachsenen im Alter von über 50 Jahren verglichen.


Impfungen mit verringertem Demenzrisiko assoziiert
Insgesamt wurden 21 Studien mit 104 Millionen Studienteilnehmern eingeschlossen. Eine Impfung gegen Herpes Zoster war mit einem geringeren Risiko für jede Form von Demenz verbunden. Darüber hinaus zeigte sich ein Zusammenhang mit einem reduzierten Risiko für die Alzheimer-Krankheit. Auch eine Influenza-Impfung war mit einem niedrigeren Demenzrisiko assoziiert. Für die Pneumokokken-Impfung zeigte sich ein Zusammenhang mit einem geringeren Risiko spezifisch für die Alzheimer-Krankheit. Ebenso war die Impfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten mit einer signifikanten Verringerung des Risikos für jede Form von Demenz verbunden.
Nach Einschätzung der Autoren der systematischen Übersichtsarbeit könnten Impfstrategien künftig eine wichtige Rolle in der öffentlichen Demenzprävention spielen. Wer sich im Erwachsenenalter insbesondere gegen Herpes Zoster, Influenza, Pneumokokken sowie Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten impfen lässt, ist demnach nicht nur vor gerade im Seniorenalter gefährlichen, folgenschweren Erkrankungen geschützt. Der Impfschutz ist zugleich mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung einer Demenz assoziiert. Das klingt nach einer medizinischen Win-win-Situation. DGP/HealthCom/tok