Wenn man neue kosmetische Produkte nutzt, kann es plötzlich mehr Unreinheiten oder Spannungsgefühle auf der Haut geben. Dieses Skin Purging ist eine vorübergehende Phase, in der die Haut schneller erneuert wird und tiefsitzende Ablagerungen an die Oberfläche drängen, also eine Art intensiver Frühjahrsputz der Haut. Foto: Blackday/stock.adobe.com

Frühjahrsputz für die Haut: Warum Skin Purging der Startschuss für neuen Glow ist

Der Wunsch nach Veränderung beginnt oft im Badezimmer: Ein neues Serum oder eine innovative Creme versprechen das perfekte Hautbild. Doch statt strahlender Frische zeigt der Spiegel nach wenigen Tagen plötzlich das Gegenteil: mehr Unreinheiten, Spannungsgefühle, vielleicht sogar Rötungen. Viele Menschen brechen ihre neue Pflegeroutine dann verunsichert ab. Dabei steckt hinter der vermeintlichen Verschlechterung oft ein biologischer Prozess, wie Rolf Stehr, Founder und Creative Director von Stehr Cosmetics, erklärt: „Das sogenannte Skin Purging ist eine vorübergehende Phase, in der die Haut schneller erneuert wird und tiefsitzende Ablagerungen an die Oberfläche drängen.“

Reinigungseffekt aus der Tiefe

Skin Purging tritt häufig dann auf, wenn Pflegeprodukte die Hauterneuerung gezielt fördern. Wirkstoffe wie AHA-Säuren, Glycolsäure, Retinol oder Azelainsäure lösen Porenverstopfungen und Stoffwechselablagerungen und bringen diese nach außen, was vorübergehend zu mehr Unreinheiten führt. „Dieser Prozess gleicht einem intensiven Frühjahrsputz der Haut. Skin Purging ist somit lediglich eine Reaktion auf die notwendige Aufräumaktion der Zellen“, erklärt Rolf Stehr. Ein ähnlicher Effekt zeigt sich beim Wechsel von silikon- oder mikroplastikhaltiger Kosmetik zu naturnahen Formulierungen. „Fällt der synthetische Film weg, kann die Haut ihren Stoffwechsel besser vollziehen. Dann können vorübergehend Spannungsgefühle und auch mehr Unreinheiten entstehen“, so der Experte.

Wirkung oder Warnsignal?

Die entscheidende Frage für viele Betroffene lautet: Handelt es sich um eine normale Reaktion oder um eine Unverträglichkeit? Entscheidend ist, wie lange die Unreinheiten anhalten. Da die natürliche Zellerneuerung etwa 28 bis 32 Tage dauert, kann auch die Purging-Phase diesen Zeitraum beanspruchen. „Je nach Hautzustand dauert es 2 bis 4 Wochen, in Einzelfällen auch mal bis zu 6 Wochen. Ein leichtes Kribbeln bei sensibler Haut ist am Anfang oft normal und deutet nicht zwingend auf eine Unverträglichkeit hin“, so Stehr. Besonders Menschen mit unreiner Haut sind häufiger betroffen, da ihr Stoffwechsel durch die neuen Impulse einen regelrechten Schub macht. Wer jedoch unter extremen Reizungen leidet, sollte die Inhaltsstoffe prüfen und die Anwendungshäufigkeit reduzieren.

Strategien für einen sanften Start

Um die Begleiterscheinungen des Skin Purgings so gering wie möglich zu halten, empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen. Statt die Haut sofort mit einer Vielzahl neuer Wirkstoffe zu konfrontieren, sollte ein Hauterneuerungsprogramm step by step eingeführt werden. „Es ist ratsam, das neue Produkt zunächst nur zwei- bis dreimal pro Woche zu verwenden und die Anwendung langsam auf täglich zu steigern“, rät Stehr.

Zudem gilt: Weniger ist mehr. Zu viele Produkte mit stark erneuernden Inhaltsstoffen gleichzeitig können die Hautbarriere überfordern. Ein unverzichtbarer Begleiter in dieser Phase ist außerdem der Sonnenschutz. Gerade wenn die Haut im Frühling durch Peelings oder Säuren verfeinert wird, ist sie besonders empfindlich gegenüber der stärker werdenden UV-Strahlung. Da die Haut durch die Erneuerungsprozesse lichtempfindlicher wird, verhindert ein kombinierter Lichtschutzfaktor zusätzliche Reizungen und unterstützt die Regeneration. pm

Weitere Informationen unter www.rolfstehr.com