Als erstes denkt man bei einem Bettwanzen-Befall an schäbige Hotelmatratzen. Doch weit gefehlt, denn dem Schädling ist es egal, ob ein Bett sauber oder dreckig ist und wie viele Sterne das Hotel hat, das er bewohnt. Foto: ondreicka/stock.adobe.com

Bettwanzen: So beugen Sie dem unliebsamen Urlaubs-Souvenir vor

Sie reisen gerne? Bettwanzen leider auch. Per Anhalter verstecken sie sich bevorzugt in Koffern und Kleidung und gelangen so leicht von einem Ort zum anderen. In Paris hatte sich rund um die Olympischen Spiele 2024 das Ungeziefer zu einer massiven Plage ausgeweitet, zumindest was die große mediale Aufregung um Bettwanzen in Hotels, Zügen und Kinos angeht. Nach offiziellen Erkenntnissen handelte es sich bei vielen der viralen Panikmeldungen jedoch um stark übertriebene Darstellungen. Trotzdem setzen französische Hotels seit damals verstärkt auf Hygiene-Richtlinien, Spürhunde und regelmäßige Kontrollen.

Bettwanzen lieben die Hotspots der Touristen und auch ihr Blut

Überdies hat die Stadt Paris gemeinsam mit der Regierung Maßnahmen ergriffen, um den Befall in öffentlichen Verkehrsmitteln und Unterkünften zu kontrollieren und einzudämmen. Doch Bettwanzen lauern überall da, wo sie Menschen stechen können. Das Ungeziefer bevorzugt reiseintensive, dicht besiedelte Gebiete. Laut dem aktuellen Schädlingsreport 2026 ist Berlin bundesweiter Hotspot. In Europa gelten Rom, Athen, Paris und Amsterdam als europäische Destinationen mit signifikanten Betthygiene-Mängeln. In den USA führen Metropolen wie Chicago und New York die Listen an.

Bettwanzen stechen dabei nicht nur Touristen, sondern jeden Menschen, weil sie menschliches Blut zum Überleben und für ihre Fortpflanzung benötigen. Die Parasiten werden nachts von der Körperwärme und dem ausgeatmeten Kohlendioxid angelockt.Da sie sich unbemerkt ernähren müssen, injizieren die Tiere vor dem Saugen ein Betäubungsmittel sowie Proteine in die Haut, die das Blut flüssig halten. Diese Proteine sind es auch, die bei vielen Menschen den bekannten, starken Juckreiz auslösen. Weil sie nicht immer sofort ein Blutgefäß treffen, stechen sie oft mehrmals hintereinander zu – die typischen „Wanzenstraßen“ entstehen.

Dr. Christian Klockhaus ist Director Science & Technology bei Rentokil Initial und Experte auf dem Gebiet der Schädlingsbekämpfung. Er erklärt, worauf Urlauber jetzt achten sollten.

Vorkehrungen am Urlaubsort

Als erstes denkt man bei einem Bettwanzen-Befall an schäbige Hotelmatratzen. Doch weit gefehlt, denn dem Schädling ist es egal, ob ein Bett sauber oder dreckig ist und wie viele Sterne das Hotel hat, das er bewohnt. In Frankreich sollen sogar Kinos und die öffentlichen Verkehrsmittel betroffen sein. So lauert die Gefahr praktisch überall.

Wie lässt sich also verhindern, die Wanzen nach dem Herbsturlaub zu Hause einzuschleppen? „Dafür sollten Urlauber schon bei Ankunft am Reiseziel einiges beachten“, weiß Klockhaus. Es empfehle sich beispielsweise, das Gepäck zuerst im Bad abzustellen und einen Bettwanzen-Check im Zimmer durchzuführen. Die Bettwanze ist mit bloßem Auge sichtbar, braun und flach. Wenn sie gerade gefressen hat, ist sie etwas rundlicher. Eine erwachsene Wanze ist fünf bis sieben Millimeter groß.

Da sie sich aber meisterhaft verstecken kann und das Licht scheut, sollten Urlauber nicht nach der Wanze selbst, sondern nach ihren Hinterlassenschaften suchen. Das können Reste von Häutungen, schwarze Exkremente oder kleine, verschmierte Blutflecken sein.

Koffer verschlossen halten

Der Experte rät: „Überprüfen Sie nicht nur das Bett, sondern gegebenenfalls auch die Sitzecke, den Nachttisch und den Gepäckständer. Gerade Ritzen, Ecken und Verstrebungen dienen den Tieren als Verstecke.“ Zudem sollten Reisende ihren Koffer immer geschlossen halten und niemals aufs Hotelbett legen, auch wenn das bequem ist. Denn so könnten Wanzen mit Leichtigkeit hineinkrabbeln und mitreisen.

Haben Urlauber den Verdacht, dass Bettwanzen das Zimmer befallen haben, sollten sie unverzüglich das Personal informieren.

Lästig oder gefährlich?

Bettwanzen sind für den Menschen nicht gesundheitsschädlich und ihre Bisse sind schmerzfrei. Soweit die gute Nachricht. Doch ihr Speichel verursacht einen starken Juckreiz und es bilden sich rote Quaddeln oder Blasen, die unterschiedlich groß ausfallen können. Die Symptome dauern in der Regel sieben bis zehn Tage an. Auch allergische Reaktionen sind möglich.

Zu Hause richtig reagieren

Haben es die Bettwanzen trotz aller Vorsicht bis nach Hause geschafft, sind die Erfolgschancen, die Tiere mit Hausmitteln, Klebestreifen oder Spray wieder loszuwerden, äußerst gering. Betroffene sollten darum keine Zeit verlieren und direkt einen professionellen Schädlingsexperten um Hilfe bitten. „Besonders schonend und sehr wirksam ist das sogenannte Entotherm-Verfahren, das auch Rentokil bevorzugt einsetzt“, sagt Klockhaus. Dabei werden Wärme und Kontaktinsektizide miteinander kombiniert. Das Verfahren ist rückstandsfrei und geruchslos, sodass die behandelten Räume sofort wieder benutzt werden können und der Stress mit den Wanzen schnell vergessen ist. pm

Mehr Informationen über Bettwanzen und direkte Hilfe bei einem Befall gibt es online unter https://www.rentokil.com/de/blog/bettwanzen