Lagern sich Blutfette und Kalk in den Blutgefäßen ab, wird der Blutfluss mehr und mehr behindert. Ein Gefäßverschluss kann zu einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder in den Beinen zu einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) führen. Foto: tnuedin/stock.adobe.com

Lesertelefon: Cholesterinwerte messen lassen und verstehen, um gefährliche Risiken zu meiden

Zu viel Cholesterin im Blut ist schlecht für die Gesundheit. Das ist allgemein bekannt. Doch diesen einen Cholesterinwert gibt es nicht. Vielmehr sind verschiedene Blutfettwerte gemeint, die Einfluss auf die Gesundheit der Blutgefäße haben, wie Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, Triglyzeride und Lipoprotein(a). Welche Werte wichtig sind, wann und wie oft sie überprüft werden sollten und was gegen zu hohe Werte hilft, dazu informieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Lipidologie e. V. (DGFL) – Lipid-Liga bei einer Telefonaktion für Vital-Region-Leser.

Alles eine Frage der Balance

Wenn Cholesterin- und andere Blutfettwerte dauerhaft erhöht, kann das Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen in den Beinen verursachen oder begünstigen. Die Dosis macht das Gift. Was Paracelsus, ein Wegbereiter der modernen Medizin, schon im 16. Jahrhundert erkannte, gilt auch für Blutfette: In der richtigen Menge sind sie unverzichtbar für unseren Körper, zum Beispiel für die Bildung von Zellmembranen und Hormonen, für den Energiehaushalt und wichtige Stoffwechselprozesse. In einem gesunden Organismus erhalten Muskel- und andere Körperzellen genau die Fette, die sie benötigen.

Doch dieses Gleichgewicht kann aus den Fugen geraten: Eine dauerhaft zu hohe Fett- und Zuckeraufnahme mit der Nahrung, ein zu geringer Energieverbrauch durch Bewegungsmangel und zu langes Sitzen können zu Fettstoffwechselstörungen führen. Häufig sind diese aber auch genetisch bedingt.

Die Folge: Das Risiko für Ablagerungen in den Blutgefäßen (Atherosklerose) und damit für Schlaganfall, Herzinfarkt und Durchblutungsstörungen steigt. Das geschieht zu Beginn unbemerkt, denn in der Regel spüren Betroffene bei erhöhten Blutfettwerten zunächst keine Symptome.

Werte, auf die es ankommt

Direkt ablesbar ist das individuelle Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen an den Blutwerten, besonders an LDL-Cholesterin, Triglyzeriden und Lipoprotein(a).

  • Viel LDL-Cholesterin und Lipoprotein(a) erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine Atherosklerose. Diese Verengung der Blutgefäße wiederum ist die Hauptursache für einen zu hohen Blutdruck – mit allen seinen möglichen Folgeerkrankungen.
  • Der Wert für Triglyzeride zeigt vereinfacht gesagt an, ob Energiespeicherung und -verbrauch im Gleichgewicht sind. Zu hohe Werte begünstigen ebenfalls eine Atherosklerose, können aber zusätzlich auch die Bauchspeicheldrüse schädigen.
  • Der Wert für Lipoprotein(a) schließlich ist erblich bedingt, verändert sich im Laufe des Lebens also kaum. Er ist ein wichtiger Indikator dafür, ob das generelle Risiko eines Menschen für Herzinfarkt, Schlaganfall und Gefäßverkalkungen erhöht ist.

Messen, wissen – und wenn nötig handeln

Mit Cholesterin verhält es sich ähnlich wie mit dem Blutdruck: Nur wer die eigenen Werte kennt, weiß über sein persönliches Erkrankungsrisiko Bescheid. Viele Menschen kommen jedoch – wenn überhaupt – erst im höheren Alter auf die Idee, ihre Blutfettwerte messen zu lassen. Oftmals werden sie erst nach einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder einer Verengung der Bein- oder Armarterien (Periphere arterielle Verschlusskrankheit PAVK) bestimmt.

Doch je früher man erhöhte Werte feststellt, desto besser kann man die eigenen Blutgefäße vor Schäden schützen. Bei hohem LDL-Cholesterin gibt es zahlreiche sehr gut verträgliche Medikamente, hohe Triglyzeride lassen sich oftmals allein durch einen veränderten Lebensstil senken. Bei hohem Lipoprotein(a) gilt es, alle anderen Risiken für die Herz-Kreislauf-Gesundheit bestmöglich zu reduzieren.

Experten in der Sprechzeit

Ab welchem Alter und wie oft sollte man seine Blutfettwerte untersuchen lassen? Wer trägt die Kosten? Sind meine Werte für mein Alter und meinen Gesundheitszustand zu hoch? Warum sind Menschen mit einem Diabetes oder mit Bluthochdruck besonders gefährdet? Was tun bei erhöhten Triglyzerid-Werten? Wie senke ich meinen erhöhten LDL-Cholesterinwert? Soll ich Medikamente dauerhaft einnehmen? Antworten auf alle Fragen rund ums Thema Cholesterin gibt es bei den Lipidologen der DGFL – Lipid-Liga e. V. am Lesertelefon:

  • Dr. Fatima Goudjil; Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie, CardioEducation, Saarbrücken
  • Priv.-Doz. Dr. med. habil. Daniel Kretzschmar; Facharzt für Innere Medizin, Angiologie und Kardiologie, HUGG Herz- und Gefäßmedizin Goslar
  • Dr. med. Benjamin Lechner; Facharzt Innere Medizin, Stoffwechselambulanz der Ludwig-Maximilians-Universität München
  • Priv.-Doz. Dr. med. habil. Katharina Lechner; Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie, Universitätsklinikum Augsburg und Helmholtz Zentrum, München
  • Prof. Dr. med. Ksenija Stach; Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie; Health and Medical University Potsdam

Info

Die Experten am Lesertelefon informieren umfassend und neutral, stellen jedoch keine telefonischen Diagnosen und sprechen keine konkreten Therapieempfehlungen aus. Persönliche Daten der Anrufer werden nicht erfragt, erfasst oder gespeichert. Die Durchführung des Lesertelefons wird durch die Unterstützung folgender Unternehmen ermöglicht: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, Lilly Deutschland GmbH, Amgen GmbH und MSD Sharp & Dohme GmbH. Auf Form und Inhalte nehmen die Firmen keinerlei Einfluss.      pm