
Die systematische Lungenkrebs-Früherkennung startet im April: Starke und langjährige Raucherinnenund Raucher als Hochrisikogruppe können sich in einem Screening untersuchen lassen. Foto: Helios
Erstmals in Deutschland: Lungenkrebs-Früherkennung startet im April
Je früher Lungenkrebs erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen. Starke und langjährige Raucher als Hochrisikogruppe können sich ab April 2026 in einem Screening untersuchen lassen. Die hochspezialisierten Helios Zentren für Lungenkrebs setzen auf moderne Verfahren zur Abklärung und Therapie.
Bisher gab es in Deutschland kein Lungenkrebs-Früherkennungsprogramm, wie es beispielsweise in der Brust- oder Darmkrebsvorsorge existiert. Nun hat sich einiges getan. „Mit der Früherkennung soll Lungenkrebs bereits in einem frühen Stadium entdeckt werden, sodass eine heilende oder längerfristig kontrollierende Behandlung noch möglich ist“, sagt Prof. Dr. Christian Rupp, kommissarischer Leiter der Pneumologie am Helios Klinikum Pforzheim.
Lungenkrebs: häufig unentdeckt und häufig tödlich
Rund 45.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen von Lungenkrebs, damit ist dieser bei Männern die häufigste Krebs-Todesursache, bei Frauen die zweithäufigste. „Zu Beginn der Erkrankung verursacht Lungenkrebs selten Beschwerden und wird daher häufig erst spät entdeckt, meist wenn bereits Metastasen vorliegen und/oder der Krebs sich lokal ausgebreitet hat“, erklärt der langjährige Chefarzt der Thoraxchirurgie am Helios Klinikum Pforzheim, Dr. Michael Klopp.
„Das systematische Lungenkrebsscreening ist nun ein großer Gewinn für die Betroffenen, da wir damit sehr viele Krebsfälle in frühen Stadien entdecken werden“, ergänzt er. Bisher wurde nur bei eindeutig auftretenden Symptomen wie langanhaltendem Husten oder Bluthusten eine radiologische Untersuchung als Kassenleistung verordnet.
Was ist die Lungenkrebs-Früherkennung?
Unabhängig von bereits auftretenden Beschwerden sind nun starke und langjährige Raucher ab 50 Jahren berechtigt, sich mit einem sogenannten Niedrigdosis-CT auf Lungenkrebs untersuchen zu lassen. Bei dieser radiologischen Untersuchung werden in einer Computertomografie räumliche Bilder der Lunge erstellt, auf denen Tumore beziehungsweise verdächtige Gewebeverdichtungen in der Regel gut zu erkennen sind. Startpunkt für Personen mit Risiko einer Lungenkrebserkrankung ist ein hausärztliches Beratungsgespräch, auf das eine Überweisung an eine radiologische Praxis zum Screening folgt.
Spezialisierte Lungenzentren zur Befund-Abklärung und Prüfung
„Wer nach der CT-Untersuchung einen auffälligen Befund erhält, sollte sich an ein spezialisiertes Lungenzentrum wenden. Dort stehen die erforderliche Erfahrung, Fachärzte sowie Hightech-Ausrüstung für eine sichere Diagnose und Therapie zur Verfügung“, rät Klopp. Helios betreibt rund ein Dutzend hochspezialisierte Lungenzentren, die eng im Verbund mit weiteren Kliniken und Arzt-Praxen vernetzt sind.
„Unser Ziel ist es, die hochwertige medizinische Versorgung in regionalen Netzwerken weiter auszubauen und eine Behandlung dort zu ermöglichen, wo die höchste medizinische Expertise vorhanden ist,“ erläutert Prof. Dr. Frederick Palm, Helios Medical Consultant. „Bei Helios behandeln wir Lungenkrebs über 32.000-mal pro Jahr und ermöglichen unseren Patientinnen und Patienten unabhängig vom Standort Zugang zu unseren Expertinnen und Experten“, sagt Palm.
In den spezialisierten Lungenkrebszentren werden Entscheidungen über eine individuelle Behandlung stets interdisziplinär mit dem geballten Wissen aus unterschiedlichen Fachrichtungen getroffen. Zudem werden moderne Verfahren wie Künstliche Intelligenz zur Unterstützung der Befundanalyse eingesetzt.
Moderne Diagnostik und Behandlungsmethoden: präzise und minimalinvasiv
Einige Helios Lungenkrebszentren setzen nun bei der Diagnostik auf das innovative roboterassistierte Bronchoskopie-System Ion. Dieses ermöglicht Ärzten, besonders tief und zielgenau im Bronchialsystem vorzudringen und Proben von verdächtigem Lungengewebe zu entnehmen.
Bestätigt sich der Verdacht auf ein Lungenkarzinom, kann dieses je nach Behandlungsplan in einem minimalinvasiven Verfahren, gegebenenfalls unterstützt durch das robotische Assistenzsystem DaVinci Xi, entfernt werden. Für die Patienten bedeutet dies im besten Fall die Option auf einen früheren Behandlungsbeginn, möglichst schonende Eingriffe und schnellere Wundheilung.
Wer ist für das Lungenkrebsscreening berechtigt?
In Deutschland haben nun aktive und ehemalige Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre lang stark geraucht haben, ab dem 1. April 2026 einmal jährlich Anspruch auf ein präventives Lungenkrebsscreening:
• Alter: Menschen zwischen 50 und 75 Jahren
• Dauer: Zigarettenkonsum ohne Unterbrechung seit mindestens 25 Jahren
• Höhe: Zigarettenkonsum entspricht mindestens 15 sogenannten „Packungsjahren“ (20 Zigaretten pro Tag über 15 Jahre hinweg)
• Bei starken Ex-Rauchern: Rauchstopp vor weniger als 10 Jahren
Offene Fragen abklären: Helios Live-Webinar am 23. April
Wer mehr über das Thema Lungenkrebs-Früherkennung erfahren möchte, kann sich aus erster Hand bei den Helios Lungenfachärzten informieren, wie das Screening abläuft und welche Möglichkeiten bestehen, falls dabei ein auffälliger Befund festgestellt werden sollte. Das einstündige Webinar mit Chefarzt Prof. Dr. Tim Hirche, Co-Leiter des Lungenkrebszentrums der Helios HSK Wiesbaden, findet am Donnerstag, 23. April 2026, um 18.30 Uhr online statt und ist mithilfe von einem Laptop, PC, Smartphone oder Tablet möglich. Eine anonyme Teilnahme ist möglich. Persönliche Fragen können über den Chat gestellt werden, die von den Fachärzten unmittelbar beantwortet werden.
Anmeldung zum Webinar unter: helios-gesundheit.de/lunge
Screening-Interessierte können mit einem Online-Selbsttest herausfinden, ob eine Untersuchung zur Lungenkrebsfrüherkennung für sie infrage kommt. Hier gelangen Sie zum Online-Selbsttest.
Info
Das Helios Klinikum der Goldstadt Pforzheim, ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit 500 Planbetten, verfügt als Akademisches Lehrkrankenhaus der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg über 15 Kliniken, zwei medizinische Institute und hochmoderne medizinische Geräte. Jährlich werden über 24.000 Patienten stationär und rund 60.000 ambulant versorgt. pm