Betroffene einer chronischen Nasen- und Nasennebenhöhlenentzündung mit Nasenpolypen (CRSwNP) klagen über verstopfte Nasen, anhaltenden Schnupfen, beeinträchtigten Geruchssinn und Druckschmerzen im Gesicht. Foto: kleberpicui/stock.adobe.com

Verstopfte Nase, Druckschmerzen und dann verschwindet der Geruchssinn

„Als mein Sohn auf die Welt kam, konnte ich ihn nicht riechen“, sagt Andreas (Name geändert), Betroffener einer chronischen Nasen- und Nasennebenhöhlenentzündung mit Nasenpolypen (CRSwNP). Dabei spielt der Körperduft in der Beziehung von Eltern und Kindern eine große Rolle, vor allem auch, weil er so individuell wie ein Fingerabdruck ist.

Gerüche sind allgegenwärtig und haben oft eine viel größere Bedeutung, als wir zunächst annehmen. Sie bereiten uns Freude, wecken Erinnerungen und lösen Emotionen aus. CRSwNP-Betroffenen wie etwa Andreas bleibt diese Welt aber verschlossen, denn sie leiden oft unter Einschränkungen bis hin zum völligen Verlust des Geruchssinns. Unter anderem auf diese Krankheit will der Weltdufttag am 27. Juni aufmerksam machen.

Die chronische Nasen- und Nasennebenhöhlenentzündung mit Nasenpolypen (CRSwNP) ist vielen unbekannt, betrifft aber etwa 2 bis 4 Prozent der europäischen Bevölkerung. Die Symptome sind vielfältig. Häufig klagen Betroffene über eine verstopfte Nase, anhaltenden Schnupfen, beeinträchtigten Geruchssinn und Druckschmerzen im Gesicht. Als chronisch gilt die Erkrankung, wenn zwei oder mehr Symptome länger als 12 Wochen anhalten.

Geruchssinn und Lebensqualität hängen eng zusammen

Der Geruchssinn gehört zu den grundlegenden Sinneswahrnehmungen und bestimmt das Wohlbefinden im Alltag maßgeblich mit. Gerüche sind eng mit der Lebensqualität verknüpft und doch wird ihre Bedeutung oft erst dann erkannt, wenn das Riechvermögen verloren geht.

„Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich nichts mehr rieche und dementsprechend auch weniger schmecke“, erzählt Andreas. Er beschreibt den Verlust des Geruchssinns als einen Leidensweg, der nicht nur seine Sinneswahrnehmung, sondern auch sein alltägliches Leben beeinträchtigt: „Ein Restaurant brauchte ich nicht mehr aufzusuchen, viel hatte ich davon eh nicht. Die Lust und Freude am Essen gingen verloren.“

Mit HNO-Ärzten Therapie finden

Heute kann Andreas wieder riechen und schmecken, er hat die für ihn richtige Therapie gefunden. Ebenso ermutigt er andere Betroffene, nicht aufzugeben, Eigeninitiative zu ergreifen und den Weg in eine HNO-Praxis zu suchen. Denn: Zusammen mit HNO-Ärzten können alle Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft werden. Und hier hat es in den letzten Jahren mit der Einführung von Biologika große Fortschritte gegeben.

Online-Selbsttest und Arztsuche 

Um eine erste Einschätzung zu erhalten, ob man von einer CRSwNP betroffen sein könnte, bietet die Website www.aktiv-gegen-nasenpolypen.de einen Selbsttest an, eine Arztsuche unterstützt bei der Suche nach einem geeigneten Spezialisten. Und auch für das anstehende Arztgespräch gibt es nützliche Informationen zur Vorbereitung.

Und was hilft noch?

Die antientzündlich wirkenden Substanzen in Kortisonsprays oder Kortisontropfen können die Bildung von Polypen hemmen, die im Schnitt bei jedem vierten Patienten mit chronischen Nebenhöhlenentzündungen vorkommen. Aber was ist mit der Angst vor Kortison? Der Wirkstoff moderner Kortisonsprays wird weitgehend schon in der Nase abgebaut, weshalb nur wenig ins Blut gelangt, was Nebenwirkungen verringert.

Sinnvoll sind hierbei Nasenspülungen mit Salzlösungen, die nicht nur die Schleimhaut befeuchten, sondern auch das Sekret verflüssigen und es aus der Nase spülen. Dabei werden auch Botenstoffe der Entzündung entfernt. Die Nasendusche sollte man natürlich vor dem Kortisonspray durchführen. Auf jeden Fall ist auch hier das Gespräch mit dem HNO-Arzt zu suchen.  pm