Die typischen Parkinson-Symptome wie Zittern, verlangsamte Bewegungen oder Muskelsteifheit treten meist erst viele Jahre später auf, wenn das Gehirn bereits unwiderruflich geschädigt ist. Foto: Alessandro Grandini/stock.adobe.com

Diagnose Parkinson – und plötzlich sind da tausend Fragen

In Deutschland leben etwa 400.000 Menschen mit Parkinson, der zweithäufigsten neurodegenerativen Erkrankung nach Alzheimer. Die Folgen der bis heute nicht heilbaren Erkrankung betreffen alle Lebensbereiche und werfen bei Betroffenen und Angehörigen viele praktische und emotionale Fragen auf. Experten der Parkinson Stiftung stehen den Vital-Region-Lesern anlässlich des Welt-Parkinson-Tags am SPRECHZEIT-Lesertelefon Rede und Antwort.

Diagnose Parkinson – und plötzlich sind da tausend Fragen

Was Betroffene und Angehörige über das Leben mit Parkinson wissen sollten
SPRECHZEIT-Telefonaktion für Vital-Region-Leser mit Experten der Parkinson Stiftung
Donnerstag, 9. April von 16 bis 19 Uhr
Kostenfreie Rufnummer: 0800 – 5 33 22 11

Ursache für Parkinson ist das Absterben von Gehirnzellen, die an der Produktion und Speicherung von Dopamin beteiligt sind, einem wichtigen Botenstoff für die Steuerung von Bewegungsabläufen. Der Dopaminmangel führt unter anderem zu Zittern, Muskelsteifheit, verlangsamten Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen.

Der Krankheit mit Wissen die Stirn bieten

Eine Parkinson-Diagnose verändert die Lebensperspektive grundlegend. Ungewissheit und Ängste sind besonders zu Beginn groß: Eine Zukunft mit dieser Erkrankung – wie soll die aussehen? Zunächst einmal hilft es, sich einen Überblick über die Erkrankung, ihre Behandlungsmöglichkeiten und den möglichen Verlauf zu verschaffen. Wer gut informiert ist, fühlt sich der Krankheit weniger ausgeliefert und kann bessere Therapieentscheidungen in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt treffen.

Da Parkinson individuell sehr unterschiedlich verläuft, ist eine aufmerksame Beobachtung wichtig, um auf Nebenwirkungen oder Veränderungen schnell zu reagieren. Wichtig zu wissen ist, dass es auch bei fortgeschrittener Erkrankung Therapieoptionen gibt.

Alltag und Zukunft gestalten

Neben den unmittelbaren körperlichen Folgen der Erkrankung macht den Betroffenen die emotionale und psychische Belastung zu schaffen. Gespräche mit Partnern, Familie oder Freunden fallen oft schwer. Ängste um Beruf, Selbstständigkeit und finanzielle Absicherung kommen hinzu. Bis zu 40 Prozent der Erkrankten entwickeln depressive Verstimmungen, weshalb die psychische Betreuung heute fester Bestandteil der Therapie ist.

Gleichzeitig stellen Beratungsangebote und Patientenorganisationen sicher, dass Erkrankte und ihre Angehörigen Unterstützungsangebote wahrnehmen und sich mit anderen Betroffenen austauschen können.

Experten am SPRECHZEIT-Lesertelefon: Antworten auf Ihre Fragen

Wie entwickelt sich die Krankheit? Welche Behandlungen und Nebenwirkungen gibt es? Kann ich weiterhin arbeiten? Wie wirkt sich Parkinson auf die Partnerschaft aus? Wie gehe ich mit Ängsten um? Muss ich meinen Arbeitgeber informieren? Was ist rechtlich und finanziell zu regeln? Wie bleibe ich möglichst lange selbstständig?

Diese und weitere Fragen beantworten folgende Experten der Parkinson Stiftung in der Telefonsprechstunde:

  • Dr. med. Vera Jäger; Fachärztin für Neurologie; Oberärztin; Kliniken Beelitz, Neurologisches Fachkrankenhaus für Bewegungsstörungen/Parkinson, Beelitz-Heilstätten
  • Dr. med. Tamara Schmidt; Fachärztin für Neurologie und Nervenheilkunde; Oberärztin; Kliniken Beelitz, Neurologisches Fachkrankenhaus für Bewegungsstörungen/Parkinson, Beelitz-Heilstätten
  • Priv.-Doz. Dr. med. Eva Schäffer; Fachärztin für Neurologie; Leitung der Ambulanz für Früherkennung Parkinson; Oberärztin an der Klinik für Neurologie, Universitätsklinik Schleswig-Holstein, Campus Kiel
  • Prof. Dr. med. Claudia Trenkwalder; Fachärztin für Neurologie; ehem. Chefärztin der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel; Zweite Vorsitzende des Vorstands der Parkinson Stiftung
  • Prof. Dr. med. Tobias Warnecke; Facharzt für Neurologie; Chefarzt der Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation des Klinikums Osnabrück, Parkinsonzentrum PaMOS – Standort Osnabrück, Vorstandsvorsitzender Parkinson Netzwerke Deutschland e.V.
  • Prof. Dr. med. Carsten Eggers; Facharzt für Neurologie; Ärztlicher Direktor Neurozentrum, Chefarzt Klinik für Neurologie, Knappschaftskrankenhaus Bottrop; Stv. Vorsitzender Parkinson Netzwerke Deutschland e.V.
  • Prof. Dr. med. Björn Falkenburger; Professur für Neurologie mit Schwerpunkt Bewegungsstörungen; Leitender Oberarzt Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden
  • Dr. med. Philipp Feige; Facharzt für Neurologie und Nervenheilkunde; Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation, Klinik Bosse Wittenberg
  • Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Brodoehl; Facharzt für Neurologie; Oberarzt an der Klinik für Neurologie, Leitung des Bereichs Bewegungsstörungen/Parkinson/THS, Universitätsklinikum Jena
  • Prof. Dr. med. David Pedrosa; Facharzt für Neurologie und Intensivmedizin; Leitender Oberarzt, Leiter Bereich Parkinson und Neuromodulation, Universitätsklinikum Marburg
  • Univ.-Prof. Dr. med. Michael Barbe; Professur für neurologische Bewegungsstörungen; Oberarzt, Leiter des Parkinson Netzwerkes, Leiter der AG Bewegungsstörungen und Tiefe Hirnstimulation, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Köln
  • Dr. med. Andreas Becker; Facharzt für Neurologie und Intensivmedizin; Chefarzt der Abteilung für Neurologie, Ärztlicher Direktor des SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg
  • Priv-Doz. Dr. med. Inga Claus; Fachärztin für Neurologie; Oberärztin, Leitung Bereich Parkinsonsyndrome und andere Bewegungsstörungen, Klinik für Neurologie des Universitätsklinikum Münster

Info

Die Telefonsprechstunde bietet Betroffenen allgemeine Informationen zu Parkinson. Sie ersetzt jedoch nicht das Gespräch mit Ärzten oder Therapeuten und darf nicht als Behandlungsempfehlung verstanden werden. Eine Diagnose oder Therapieentscheidung ist nur nach ärztlicher Untersuchung möglich. Die Experten können im Rahmen der Sprechstunde keine Diagnosen stellen oder individuelle Therapieempfehlungen geben.

Persönlichen Daten werden nicht abgefragt oder gespeichert. Das Lesertelefon wird von der Parkinson Stiftung unterstützt, die den Text fachlich geprüft hat.    pm/tok