
Käse macht glücklich. Nicht nur den Verkäufer, sondern auch den Genießer. Und wer dieses Milchprodukt ohne Probleme verzehren kann, darf sich über weitere positive Gesundheits-Eigenschaften von Käse freuen. Foto: Irina Ukrainets – KI-generiert/stock.adobe.com
Neue Studie: Demenzrisiko bei gelegentlichen Käse-Essern ist leicht reduziert
Demenz betrifft immer mehr Menschen, besonders in alternden Gesellschaften wie Japan oder auch Deutschland. Die Ernährung gilt als wichtiger Faktor zur Unterstützung der Gehirngesundheit. Die Rolle einzelner Lebensmittel ist jedoch oft unklar. Eine Studie mit fast 8000 älteren Japanern untersuchte nun, ob gelegentlicher Käsekonsum mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden ist.
Die Ergebnisse deuten auf einen möglichen Zusammenhang hin – ob Käse aber ursächlich mit geringfügig seltener auftretenden Demenzerkrankungen bei Älteren assoziiert ist, werden weitere Studien prüfen müssen wie das DeutschesGesundheitsPortal berichtet.
Japan altert noch schneller als Deutschland
Demenz stellt eine mit alternden Bevölkerungen zunehmend häufiger auftretende Erkrankung des Gehirns dar. Japan gehört zu einem besonders stark betroffenen Land, mit einem durchschnittlichen Alter der Bevölkerung von ungefähr 49 Jahren (Deutschland: etwa 47 Jahre; Vergleich Indien: etwa 29 Jahre). Die Ernährung gilt als ein Faktor, der die kognitive Gesundheit beeinflussen kann und beeinflussbar ist. Typischerweise steht die mediterrane Ernährung als eine der besonders vorteilhaften Ernährungsformen im Zentrum von Studien.
Jedoch werden immer wieder auch Lebensmittel auf ihre Effekte hin untersucht, die zwar nicht Element der mediterranen Ernährung sind, aber häufig konsumiert werden. Dazu gehören auch Milchprodukte. Daten hierzu sind jedoch bislang inkonsistent. Speziell Käse enthält verschiedene Vitamine und Probiotika, die theoretisch neuroprotektive Effekte ausüben könnten.
Analyse mit fast 8000 Senioren ohne vorherige Langzeitpflege
Die vorliegende bevölkerungsbasierte Kohortenstudie untersuchte mögliche Assoziationen zwischen gelegentlichem Käsekonsum und dem Auftreten von Demenz. Die Wissenschaftler analysierten Daten aus einer großen Kohorte älterer Japaner (Japan Gerontological Evaluation Study, 2019 – 2022) und verknüpften diese mit Befragungen für eine Langzeitpflegeversicherung. Für die Studie schlossen die Autoren Personen ab 65 Jahren ohne vorherige Langzeitpflege ein.
Die betrachteten Personen wurden nach ihrem Käsekonsum zum Studienbeginn in zwei Gruppen unterteilt: nie (seltener als einmal pro Woche) oder gelegentlich (mindestens einmal pro Woche). Ob eine Demenz auftrat, erfasste die Studie über einen Zeitraum von drei Jahren.
Die Analyse umfasste 7914 Personen, von denen 3957 gelegentlich Käse aßen, 3957 konsumierten hingegen nie Käse (non-consumers). Die Käse-Gruppe berichtete im Schnitt, ein- bis zweimal pro Woche Käse zu essen (72,1 %). Ein kleinerer Teil der Gruppe gab eine Häufigkeit von drei- bis viermal wöchentlich oder mehr als fünfmal an. Besonders oft sagten die befragten Japaner, dass sie verarbeiteten Käse (beispielsweise Schmelzkäse) aßen (82,7 %), gefolgt von Weißschimmelkäse (7,8 %; beispielsweise Camembert) und anderen Varianten.
Demenzrisiko bei gelegentlichen Käseessern leicht reduziert
Im Laufe von drei Jahren entwickelten 134 Personen der Käse-Gruppe (3,4 %) und 176 der Nie-Käse-Gruppe (4,5 %) eine Demenz. Die absolute Risikodifferenz betrug 1,06 Prozentpunkte. Der gelegentliche Käsekonsum war mit einem um 24 % reduzierten Risiko für Demenz assoziiert. Gelegentliches Käseessen mit mindestens einer Portion pro Woche ging demnach moderat mit einer reduzierten Drei-Jahres-Inzidenz von Demenz bei älteren Japanern einher. Die absolute Risikoreduktion war gering, berichten die Autoren.
Allerdings passen die Ergebnisse in das Gesamtbild früherer Beobachtungen, wonach Milchprodukte mit Vorteilen für die kognitive Gesundheit verknüpft sind. Die Studie zeigt jedoch nur eine Assoziation (Verknüpfung), keinen Beweis für Kausalität (Ursächlichkeit). Andere Faktoren, wie zum Beispiel ein generell gesünderer Lebensstil der Käse-Esser, könnten das Ergebnis beeinflusst haben. Weitere Forschung zu einer eindeutigen Ursache der Demenzrisiko-Minimierung durch Käsegenuss ist daher nötig. DGP