Bei vielen Erwachsenen besiedeln Pneumokokken den Nasenrachenraum, ohne dass sich Symptome zeigen. Doch bei einer geschwächten Immunabwehr wie zum Beispiel im höheren Alter, besonders nach einem Virusinfekt, kann sich das Bakterium in den oberen und unteren Atemwegen ausbreiten. Foto: Dr_Microbe/stock.adobe.com

Atemwegserkrankung mit Folgen – Warum ein Pneumokokken-Impfschutz für Senioren jetzt wichtig ist

Menschen mit 60 fühlen sich hierzulande im Durchschnitt 11,5 Prozent ihres Lebensalters jünger als sie sind, also eher wie 53. Kein Wunder, denn die Generation 60plus steht voll im Leben: Beruf, Familie, Freunde, Sport, Reisen und Kultur stehen bei ihnen hoch im Kurs – von „altem Eisen“ keine Spur. Doch trotz des gefühlten Alters verändert sich der Körper in dieser Lebensphase stark. Vor allem das natürliche Nachlassen der Immunabwehr erfordert Gegenmaßnahmen, um im Alter möglichst lange fit und gesund zu bleiben. Insbesondere Atemwegsinfektionen können ansonsten schnell zu einem gesundheitlichen Risiko werden.

Solche Atemwegsinfektionen können nicht nur akut schwer verlaufen, sondern auch langfristige gesundheitliche Folgen haben. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass eine Infektion mit Pneumokokken zum Beispiel nicht nur zu einer Lungenentzündung führen, sondern unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen  oder auch Demenz signifikant erhöhen kann. Wie man sich vor einer Pneumokokken-Infektion schützt und für wen die Impfung empfohlen wird, dazu informieren Fachärzte am Lesertelefon von Vital-Region.de.

Fit und gesund ab 60: Atemwegserkrankung mit Folgen – Warum der Pneumokokken-Impfschutz jetzt wichtig ist

Donnerstag, 8. Oktober 2026 von 16 bis 19 Uhr

Kostenfreie Rufnummer 0800 – 5 33 22 11

Pneumokokken – Bakterien mit Schadenspotenzial

Pneumokokken kommen auf der ganzen Welt vor – und sie sind weit verbreitet. Bei vielen Erwachsenen besiedeln sie den Nasenrachenraum, ohne dass es dabei zu Krankheitssymptomen kommen muss. Doch bei einer geschwächten Immunabwehr, besonders nach einem Virusinfekt zum Beispiel mit Grippeviren, kann sich das Bakterium in den oberen und unteren Atemwegen ausbreiten.

Der Grund: Die Virusinfektion erschwert die gleichzeitige Abwehr der Bakterien und wirkt wie ein Türöffner für die Zweitinfektion. Solche bakteriellen Sekundärinfektionen zählen zu den häufigsten Komplikationen nach einer Grippe. Sobald Pneumokokken die natürlichen Schutzbarrieren unseres Körpers überwinden und in empfindliche, keimfreie Gewebe oder die Blutbahn gelangen, drohen schwere Krankheitsverläufe. So gilt eine Pneumokokken-Infektion als Hauptursache für eine Lungenentzündung, aber sie kann auch zu einer Hirnhautentzündung oder einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.

Warum das Alter eine doppelt wichtige Rolle spielt

Bereits etwa ab dem 50. Lebensjahr beginnt das Immunsystem des Menschen, an Leistungsfähigkeit zu verlieren. Dieser natürliche, Immunoseneszenz genannte Prozess führt unter anderem zu einer höheren Anfälligkeit für Infektionskrankheiten. Die Alterung des Immunsystems spiegelt sich in einer Reihe von Impfempfehlungen für Menschen ab dem 60. Lebensjahr wider, darunter auch die Impfung gegen Pneumokokken.

Die zweite Bedeutung des Faktors Alter betrifft die Folgen einer Pneumokokken-Infektion: Ältere Menschen erholen sich oft nur langsamer oder unvollständig von einer Lungenentzündung, besonders nach einem Krankenhausaufenthalt. Die damit verbundenen Einschränkungen erschweren ihnen den Alltag und mindern die Lebensqualität. Gleichzeitig steigt sowohl ihr Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall als auch das für eine spätere Demenzerkrankung.

Um eine Infektion zu verhindern, empfiehlt die Ständige Impfkommission daher Menschen ab dem 60. Lebensjahr eine einmalige Impfung gegen Pneumokokken. Unabhängig vom Alter gilt die Impfempfehlung auch für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, zum Beispiel Herz-Kreislauferkrankungen, Asthma bronchiale oder COPD.

Während viele Menschen in Deutschland immer noch nicht genau wissen, was Pneumokokken sind und wie man sich davor schützen kann, entwickeln sich die Bakterien zu einem immer größeren Gefahr. 2024 war ein Rekordjahr bei den Pneumokokken-Infektionen in Deutschland. Die Grafik zeigt, dass die hohe Schutzwirkung der Impfung bei Kindern zu wenig Infektionen führt, während die geringe Impfquote bei Senioren die Anzahl der Infektionen nach oben schießen lässt. Bildrechte/Grafik: hkk Krankenkasse/hkk

Fachärzte am Lesertelefon

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Pneumokokken-Impfung? Gibt es weitere Risikogruppen, denen eine Impfung empfohlen wird? Ich bin über 60, sportlich aktiv und nie krank – was sollte mir die Impfung bringen? Wer führt die Impfung durch? Ist eine gleichzeitige Impfung gegen Pneumokokken und Grippe möglich und sinnvoll? Alle Fragen rund um das Thema Pneumokokken-Impfschutz beantworten diese Expertinnen und Experten in der Sprechzeit:

  • Prof. Dr. med. Hans Jürgen Heppner; Facharzt für Innere Medizin; Zusatzbezeichnung Geriatrie, Intensiv- und Notfallmedizin; Direktor der Klinik für Geriatrie am Klinikum Bayreuth
  • Dr. med. Bettina Schraut; Fachärztin für Innere Medizin; Zusatzbezeichnung Notärztin, Diabetologin DDG, Psychosomatische Grundversorgung; Aschheim
  • Dr. med. Mathias Künster; Facharzt für Allgemeinmedizin/Notfallmedizin; Tätigkeitsschwerpunkt Manuelle Medizin, Chirotherapie; Duisburg

Rufen Sie an! Am Donnerstag, 8. Oktober 2026 von 16 bis 19 Uhr.

Der Anruf unter 0800 – 5 33 22 11 ist aus allen deutschen Netzen gebührenfrei. 

Info

Die Experten am Lesertelefon informieren umfassend und neutral, stellen jedoch keine telefonischen Diagnosen und sprechen keine konkreten Therapieempfehlungen aus. Das Informationsgespräch am Lesertelefon kann und soll eine individuelle fachliche Beratung durch Ärzte nicht ersetzen. Persönliche Daten der Anrufer werden nicht erfragt, erfasst oder gespeichert. Anrufende können anonym bleiben. Gespräche werden nicht aufgezeichnet. Die Durchführung dieses Lesertelefons wird von der Pfizer Pharma GmbH unterstützt.   pm