Aphthen in der Mundschleimhaut verursachen immer wieder brennende Schmerzen und erschweren das Essen von scharfen, sauren oder heißen Speisen. Foto: JPC-PROD/stock.adobe.com

Apotheker-Tipp: Wie man Aphthen im Mund therapiert und den Schmerzen vorbeugt

Kennen Sie die kleinen, runden, schmerzenden Grübchen in der Mundschleimhaut? Aphthen nennt man die Übeltäter und sie haben die unangenehme Gewohnheit, immer wieder aufzutauchen. Etwa eine Woche lang verursachen sie brennende Schmerzen und verderben uns den Appetit auf scharfe, saure oder heiße Speisen. So ganz klar ist die Ursache nicht, denn eine Aphte ist nicht einfach nur Folge einer Verletzung, wenn man sich also versehentlich in die Wange beißt oder eine scharfe Brotkruste die Schleimhaut verletzt.

Wichtige Mikronährstoffe für die Heilung

Auf eine kleine lokale Verletzung antwortet das Immunsystem im Falle einer Aphte mit einer übertriebenen Reaktion. Der „Krater“ entsteht, wenn die oberflächliche Schleimhaut zerstört wird, das darunterliegende Gewebe freiliegt und sich darüber eine Schutzschicht – Fibrin –als weißlicher Belag ablagert. Sichtbar wird ein scharf umgrenzter rötlicher Rand mit weißlicher Mitte. Die starke Schmerzempfindlichkeit ist Ausdruck dieser lokalen        Entzündung, gleichzeitig ist sie Teil des Reparaturprozesses im Gewebe.

Für die Heilung sind bestimmte Mikronährstoffe sehr wichtig: Stoffe wie Vitamin B12, Zink, Eisen und Folsäure sind hierfür unerlässlich. Ist die Wundheilung generell gestört, wie bei einer ungenügend eingestellten Diabetes-Erkrankung, so ist man besonders anfällig für die Bildung von Aphthen. Stress  beeinträchtigt ebenfalls das Immunsystem. Wichtig zu wissen: Es gibt auch Krankheitserreger, die aphthenähnliche Erscheinungen hervorrufen. Bei starker Häufung oder flächenförmiger Ausdehnung ist eine ärztliche Abklärung erforderlich. Die Reizwirkung von Tabak auf die Mundschleimhaut sollte man nicht unterschätzen! Das spricht wieder einmal gegen das Rauchen.

Therapie und Prävention

Wie behandelt man eine Aphte am besten? Ziel ist es, den entzündeten Stellen möglichst Ruhe zu geben und die Heilung zu unterstützen. Gute Hilfe leisten pflanzliche Gelzubereitungen, die sich wie ein Schutzfilm über die Aphte legen, Schmerzreize lindern und das Gewebe darunter schneller abheilen lassen. Zusätzlich kann eine spezielle Haftlösung direkt aufgebracht werden. Das verschafft Schutz vor unangenehmen Reizen und erleichtert das Essen.

Was kann man tun, um die Bildung von Aphthen zu vermeiden? Eine wichtige Prävention besteht in einer optimalen Mundhygiene. Dazu gehören eine weiche Zahnbürste, die zweimal täglich zum Einsatz kommt und einmal pro Monat erneuert wird. Ganz besonders wichtig zur Eindämmung von Karies- und Parodontose-Bakterien ist die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume mit Hilfe von passenden Zahnzwischenraumbürstchen plus Zahnseide. Greifen Sie möglichst zu einer abriebarmen Zahnpasta ohne den schaumbildenden Zusatz von Natriumlaurylsulfat (SLS), denn dieser Stoff kann die Mundschleimhaut reizen. Mundspülungen sollten möglichst alkoholfrei sein. Zu empfehlen sind pflanzliche Spüllösungen, die die Oberfläche der Schleimhaut vor Entzündungen schützen.

Mein persönlicher Tipp aus der Pregizer Apotheke in Pforzheim

Manche Arzneimittel führen zu einem besonders trockenen Mund. Fehlt der schützende Speichelfilm, so wird man anfälliger für Aphthen. Speichelersatzsprays, zuckerfreie Kaugummis oder Lutschpastillen können hier gezielt helfen. Vergessen Sie das Trinken nicht, möglichst mit vielen kleinen Schlucken am Tag.

Ihre Apothekerin Stephanie Isensee

Empfohlene Präparate:

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