
Zeit für den Frühjahrsputz: Im Laufe der Monate können sich Bakterien und Keime in diversen Cremes und Seren ausbreiten und die erhoffte positive kosmetische Wirkung ins Gegenteil verkehren. Foto: Irving Sandoval/stock.adobe.com
Frühjahrsputz im Kosmetikkoffer: Vorsicht vor Bakterien und Keimen in Pflegeprodukten
Spätestens zum Frühlingsanfang wird in vielen Wohnungen besonders gründlich geputzt, aufgeräumt und ausgemistet. Doch neben Kleiderschrank und Vorratskammer verdient auch das Beauty-Regal mit seinen zahlreichen Tuben und Tiegeln Aufmerksamkeit, denn Kosmetika haben kein unbegrenztes Leben.
„Pflegeprodukte bestehen zu großen Teilen aus Fetten und Wasser und können daher auch schlecht werden. Lichteinflüsse und Temperaturschwankungen können ihre Haltbarkeit beispielsweise verkürzen. Deshalb ist eine regelmäßige Bestandsaufnahme unerlässlich“, erklärt Rolf Stehr, Founder und Creative Director von Stehr Cosmetics.
Gekippte Kosmetik erkennen
Auch wenn Cremes, Seren und Co. konserviert und stabilisiert sind, halten sie nicht ewig. Denn mit der Zeit können sich Bakterien und Keime in den Produkten bilden. In vielen Fällen gelangen sie über die Finger in die Kosmetik und vermehren sich anschließend. „Deshalb am besten nicht in den Tiegel fassen, sondern die Creme mit einem kleinen Spatel entnehmen“, rät Rolf Stehr.
Je nach Art lassen sich gekippte Produkte an unterschiedlichen Merkmalen erkennen. „Einige Kosmetika riechen ranzig, andere verändern sich farblich oder trocknen aus“, weiß der Beauty-Experte. Besonders biovegane Kosmetik reagiert sensibler und weist oft eine kürzere Haltbarkeit auf. Hier sollten Nutzer unbedingt auf den Geruch achten, da er meistens einen guten ersten Indikator für schlecht gewordene Produkte darstellt.
Kleines Symbol mit großer Bedeutung
Wer die Rückseiten seiner Beauty-Sammlung studiert, stößt oft auf ein kleines Tiegelsymbol mit Angaben wie 6M, 12M oder 24M. „Dieses Zeichen informiert darüber, wie viele Monate ein Produkt nach dem Öffnen verwendet werden kann, ohne schlecht zu werden“, erklärt Rolf Stehr. Wenn Cremes und Co. ungeöffnet weniger als 30 Monate haltbar sind, müssen sie sogar ein konkretes Mindesthaltbarkeitsdatum tragen. Fehlt dieses, kann die Kosmetik im verschlossenen Zustand mindestens zweieinhalb Jahre aufbewahrt werden.
Sobald jedoch Luft an die Textur gelangt, beginnt die Uhr zu ticken und es gilt die Zeitspanne, die auf dem Tiegelsymbol angegeben wird.
Auf die Lagerung kommt es an
Die meisten Menschen bewahren ihre Kosmetika im Badezimmer auf, schließlich kommen sie dort auch zum Einsatz. Aber ist dieser warme Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit wirklich der perfekte Lagerort? „Produkte, die man täglich nutzt, können ohne Bedenken im Badezimmer aufbewahrt werden, da sie in der Regel zügig aufgebraucht werden. Was man jedoch nur hin und wieder verwendet, sollte am besten kühl und lichtgeschützt gelagert werden. Hier empfiehlt sich das meistens deutlich kältere Schlafzimmer oder in einigen Fällen auch der Kühlschrank“, verrät Rolf Stehr. pm
Info
Rolf Stehr, Kosmetiker, Visagist und Permanent-Make-up-Spezialist, ist Creative Director von Stehr Cosmetics und das Gesicht hinter der Schweizer Marke. Weitere Informationen unter www.rolfstehr.com