Bis zu 30 Prozent der Gürtelrose-Betroffenen leiden unter langanhaltenden Nervenschmerzen. Dabei muss nicht immer nur der Rücken von Entzündungsreaktionen der Haut betroffen sein. Auch Arme oder Beine können die sichtbaren Zeichen der Gürtelrose zeigen. Besonders schmerzhaft wird es, wenn sich darunter die Nerven entzünden. Foto: ryanking999/stock.adobe.com

Wenn der Schmerz bleibt: Bei Gürtelrose können sich Nerven für lange Zeit entzünden

Den „Aktionstag gegen den Schmerz“ der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. am 4. Juni nutzt das globale Biopharma-Unternehmen GSK GlaxoSmithKline, um auf die potenzielle Gefahr lange andauernder Schmerzen bei Gürtelrose hinzuweisen. Über 95 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland tragen den Erreger nach einer Windpocken-Infektion – meist in der Kindheit – im Körper und sind deshalb gefährdet, an einer Gürtelrose zu erkranken.

Jeder Dritte entwickelt im Laufe des Lebens eine Gürtelrose

Vielen ist nicht bewusst, dass die beiden unterschiedlichen Erkrankungen vom gleichen Virus verursacht werden. Zudem unterschätzt ein Großteil das persönliche Erkrankungsrisiko. Jeder Dritte entwickelt im Laufe des Lebens eine Gürtelrose. Grundsätzlich haben Menschen in der zweiten Lebenshälfte ein erhöhtes Gürtelrose-Risiko, da das Immunsystem mit zunehmendem Alter auf natürliche Weise schwächer und damit anfälliger für Krankheiten wird.

Bei Vorliegen einer Grunderkrankung wie Diabetes, Asthma, Rheuma oder Krebs steigt die Wahrscheinlichkeit einer Gürtelrose nochmals um 30 Prozent.

Besondere Art von Schmerz durch entzündete Nerven

Aufgrund des Befalls von Nervenzellen, die unter anderem für die Übermittlung von Empfindungen wie zum Beispiel Schmerzen, Temperatur, Berührung oder Druck aus dem Körper an das Gehirn verantwortlich sind, führt die akute Gürtelrose-Erkrankung in der Regel zu starken und oftmals schwer behandelbaren Schmerzen. Ursächlich hierfür ist, dass die durch das Virus ausgelösten Entzündungsreaktionen nicht nur die sichtbaren Hautbereiche betreffen, sondern auch die Nervenfasern, über die sich das Virus lokal ausgebreitet hat.

Für Betroffene können daraus nicht nur quälende Dauerschmerzen infolge der lokalen Hautentzündungen resultieren, sondern zusätzlich auch noch Miss- oder Fehlempfindungen sowie unvorhersehbar einschießende Schmerzen infolge der direkten Nervenschädigung. Einige Betroffene sprechen von brennenden Schmerzen, die sich anfühlen wie Messerstiche.

Fast ein Drittel leidet unter langfristigen Nervenschmerzen

Auch für Rosemarie ergaben sich durch ihre Gürtelrose-Erkrankung Komplikationen: „Im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, mehr über die Gürtelrose gewusst zu haben – über die wirkliche Krankheit.“ Die Nervenkrankheit traf sie vor drei Jahren völlig unvermittelt, unter den schmerzhaften Folgen leidet sie bis heute.

In diesem Fall – wenn die Schmerzen trotz Abheilung der Hauterscheinungen über mehr als drei Monate fortbestehen – spricht man von einer Post-Zoster-Neuralgie (PZN). Ebenso kann es vorkommen, dass die Schmerzen nach einem mehr oder weniger langen beschwerdefreien Intervall wieder neu auftreten und dann bestehen bleiben. Diese Nervenschmerzen, die monate-, jahre- oder – im schlimmsten Fall – lebenslang andauern, können den Alltag der Betroffenen stark belasten. Unter allen möglichen Spätfolgen der Gürtelrose ist die PZN die häufigste: Bis zu 30 Prozent aller Gürtelrose-Betroffenen leiden daran.

Prominentes Gürtelrose-Opfer: Obwohl sie selbst kein erhöhtes Risiko für eine Gürtelrose für sich sah, erkrankte die ehemalige Nationalspielerin und Fußballnationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg im Sommer 2021 überraschend an dieser schmerzhaften Krankheit. Fast ein Dreivierteljahr lang war ihr Alltag durch die Erkrankung stark beeinträchtigt. 

Wie man sein persönliches Risiko minimieren kann

Wer Gürtelrose einen Schritt voraus sein möchte, sollte mit seinem Hausarzt über Vorsorgemöglichkeiten bei Gürtelrose sprechen. Den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) zufolge haben alle Personen ab 60 Jahren Anspruch auf eine Impfung gegen Gürtelrose. Für Menschen mit einer Grunderkrankung wie zum Beispiel Diabetes, Asthma, COPD oder rheumatoide Arthritis oder einer Schwächung des Immunsystems, zum Beispiel durch eine immunsupprimierende Therapie, wird die Gürtelrose-Impfung bereits ab 50 empfohlen.

Mehr Informationen zur Nervenerkrankung Gürtelrose unter: www.impfen.de/guertelrose.

Diese Impfungen werden von der Stiko für Erwachsene empfohlen. Bildrechte: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG