
Pflegeprodukte sollten bei hohen Temperaturen eine leichte, wasserbasierte Textur besitzen, die Feuchtigkeit spenden kann, ohne die Haut zusätzlich zu beschweren. Gel-Cremes oder Seren mit Hyaluron oder Aloe vera eignen sich hierfür sehr gut. Foto: Damir Khabirov/stock.adobe.com
Pflege in der Klimakrise: Was die Haut braucht, um Hitzewellen zu überstehen
Die Sommermonate sind längst nicht mehr nur die Zeit der sanften Bräune und lauen Abende. In einer Welt, in der Hitzerekorde zur neuen Normalität werden, muss sich das größte Organ des menschlichen Körpers völlig neuen Belastungsproben stellen. Rolf Stehr, Founder und Creative Director von Stehr Cosmetics, erklärt, wie die Hautpflege in Zeiten des Klimawandels angepasst werden sollte.
Hitze stört das Gleichgewicht
Steigende Temperaturen bedeuten für die Haut vor allem eines: Stress. Wenn es draußen heißer wird, weiten sich die Gefäße und die Schweißproduktion läuft auf Hochtouren, was den Säureschutzmantel der Haut destabilisieren kann. Um den Feuchtigkeitsverlust durch das vermehrte Schwitzen auszugleichen, steigert der Körper die Talgproduktion. Das Ergebnis ist oft ein paradoxes Hautbild: glänzend an der Oberfläche, aber dehydriert in der Tiefe.
„Pflegeprodukte sollten bei hohen Temperaturen deshalb auf leichte, wasserbasierte Texturen setzen, die Feuchtigkeit spenden, ohne die Haut zusätzlich zu beschweren. Gel-Cremes oder Seren mit Hyaluron oder Aloe vera eignen sich hierfür sehr gut. Prebiotische Produkte mit Inhaltsstoffen wie Niacinamid oder Ceramiden helfen zusätzlich dabei, die Hautflora wieder in Balance zu bringen“, rät Rolf Stehr.
Unbekannte Gefahr aus der Luft
Ein oft unterschätzter Faktor ist außerdem die steigende Ozonbelastung. Denn bei starkem Sonnenschein und hohen Temperaturen entsteht durch chemische Reaktionen vermehrt Ozon. Das aggressive Gas setzt freie Radikale in den Hautzellen frei, die das stützende Kollagen schädigen und für vorzeitige Hautalterung und Irritationen sorgen.
„Pflegeprodukte mit Antioxidantien wie Vitamin C oder E helfen dabei, freie Radikale zu neutralisieren“, betont Rolf Stehr.
Niemals ohne Sonnenschutz
Laut Statistik erkranken in Deutschland bereits jedes Jahr über 300.000 Menschen an Hautkrebs – Tendenz steigend. Denn nicht nur die Strahlungsintensität selbst, sondern auch hohe Temperaturen spielen eine Rolle bei der Entstehung von Hautkrebs: Sie schwächen die körpereigenen Reparaturmechanismen der Hautzellen. Durch den Hitzestress überleben geschädigte Zellen länger, anstatt vom Körper aussortiert zu werden, was das Krebsrisiko erhöht. Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, dass ein globaler Temperaturanstieg um nur 2 Grad Celsius die Hautkrebsrate bis zum Jahr 2050 um etwa 11 Prozent erhöhen könnte.
„UV-Schutz ist nicht optional und sollte nicht nur im Sommer zum Einsatz kommen. Moderne Sonnenpflege wird mittlerweile immer komfortabler. Sogenannte Sun Protection Drops lassen sich zum Beispiel unkompliziert mit der eigenen Tagescreme oder Körperlotion vermischen und verleihen den Lieblingsprodukten auf diese Weise einen zusätzlichen Schutzfaktor“, erklärt Rolf Stehr. pm
Info
Das Schweizer Unternehmen Stehr Cosmetics stellt seit 2008 Kosmetik- und Pflegeprodukte für die Anwendung auf der Haut her. Rolf Stehr ist als Kosmetiker, Visagist und Permanent-Makeup-Spezialist der Creative Director von Stehr Cosmetics und das Gesicht hinter der Marke. Weitere Informationen unter www.rolfstehr.com