Markierungen für eine Brust-Operation: In Deutschland zählen Brustvergrößerungen mit Implantat oder Eigenfett, Brustverkleinerungen, Bruststraffungen oder Implantatwechsel zu den häufigsten Eingriffen in Facharztpraxen und Ästhetisch-Plastischen Privatkliniken. Foto: Peter Atkins/stock.adobe.com

Mehr Brust, weniger Falten, idealer Intimbereich – Deutschland lässt sich schöner und jünger operieren

Antifaltenspritzen sind beliebter denn je und bei den Brust-Operationen hält Deutschland weiterhin weltweit einen Spitzenplatz. Ein erster Blick in die derzeit noch laufende Patientenbefragung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) lässt erste deutliche Trends bei Selbstoptimierungswünschen und Schönheitsoperationen für das Jahr 2025 erkennen.

Das Wegspritzen von Falten liegt bei den Fachärzten auf Platz 1

Auch im Jahr 2025 setzt sich die Tendenz von steigenden Behandlungszahlen im Bereich der Antifaltenspritzen, bei denen die Erregungsübertragung von Nervenzellen beeinflusst wird, fort. Bei einem Blick in die noch laufende Patientenumfrage liegt die Behandlung von mimischen Falten mit einem klassischen Nervengift derzeit auf Platz 1 der Gesamtzielgruppe. Auch bei jüngeren Patientinnen unter 30 steigen die Behandlungszahlen. Waren es 2024 noch 7,1 %, sind es im Sommer 2025 bereits 8,8 %. Der Erhebungszeitraum geht noch bis Oktober 2025.

Die steigende Nachfrage nach diesen Injektionen bringe aber dennoch einen Nachteil mit sich, bemerkt DGÄPC-Präsident Dr. Helge Jens: Immer häufiger würden die DGÄPC mit Komplikationen nach solchen Behandlungen konfrontiert. Und das liege nicht ausschließlich an schlecht oder gar nicht ausgebildeten Behandlern, sondern auch an Medikamentenfälschungen, die den Markt mehr und mehr beherrschen würden.

Schutz vor Medikamentenfälschungen

Deshalb sei laut dem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie eine Einhaltung der normalen Bestellungswege von enormer Bedeutung, um die Patienten und sich als Behandler zu schützen. Denn das Antifaltenmittel ist in Deutschland als Medikament deklariert und sollte nur über den Außendienst der Pharmahersteller oder dafür ausgewählte Apotheken bezogen werden.

„Wer sich sicher sein möchte, dass er keine Fälschung erhält, der sollte die Finger von dubiosen Onlineangeboten oder auch internationalen Apotheken lassen“, rät Dr. Helge Jens.

Deutsche Patientinnen zählen zur weltweiten Spitze bei Brust-OPs

Weltweit belegt Deutschland auch im Jahr 2025 Platz 4 bei brustchirurgischen Operationen wie Brustvergrößerungen mit Implantat oder Eigenfett, Brustverkleinerungen, Bruststraffungen und Implantatwechseln. Gemessen wird das aus dem Verhältnis von Einwohnerzahl und Anzahl der Eingriffe. Platz 1 geht dabei an Brasilien, gefolgt von Italien, Frankreich, Deutschland und den USA. 

In den Trendzahlen der DGÄPC-Statistik 2025 macht das rund ein Drittel der Patientinnen aus. Besonders häufig durchgeführt werden Brust-Operationen bei der jungen Zielgruppe unter 30 Jahren. Hier liegt der Wert aller brustchirurgischen Eingriffe bei jungen Frauen bei knapp 50 % in den Trendzahlen. Dabei belegt die Brustvergrößerung mit Implantat mit 15,1% derzeit Platz 1, gefolgt von der Brustverkleinerung mit 12,8 %.

Sinnbild für Selbstbestimmung und verbessertes Selbstwertgefühl

„Die weibliche Brust ist gerade in der jüngeren Generation ein Sinnbild für Selbstbestimmung und ihre Behandlung ein Weg zu einem verbesserten Selbstwertgefühl. Während das Thema vor zehn Jahren noch sehr schambehaftet war, wird heute sehr viel offener damit umgegangen“, stellt der DGÄPC-Präsident und Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie auch immer wieder in seinem Arbeitsalltag fest.

Ein weiterer Grund für die große Beliebtheit von Brustoperationen in Deutschland ist die hohe Qualität in deutschen Facharztpraxen und Ästhetisch-Plastischen Privatkliniken. Um als Patient auf Arztsuche diese Spezialisten erkennen zu können, hat die DGÄPC eine ausführliche Patienten-Checkliste erstellt, die der Vorbereitung auf den Arzt-Termin bei einem qualifizierten Facharzt für eine ästhetische Behandlung/Operation dient. Anhand der aufgeführten Punkte können Patienten sehen, worauf sie vor und während der Beratung achten sollten. Nicht sicher, welcher Facharzt für welche ästhetische Behandlung qualifiziert ist? Hier geht es zum Download der Checkliste.

Intimchirurgie verzeichnet starken Zuwachs bei jungen Patientinnen

In den Vorabzahlen ist bereits jetzt ein Trend sehr klar zu erkennen. Bei intimchirurgischen Behandlungen gibt es in der Gesamtzielgruppe von 18- bis über 80-Jährigen einen Zuwachs von über 1,6 %. Besonders deutlich fällt dieser jedoch bei jüngeren Frauen unter 30 Jahren aus. Hier liegen die Intimkorrekturen mit 11,8 % auf Platz 3 der Behandlungsstatistik. Im Vorjahr waren es 7,1 %.

„Dabei geht es den Patientinnen in der Regel nicht um Designervulven, wie das gerne in den Sozialen Medien dargestellt wird, sondern um die Behebung eines immer noch sehr schambehafteten Problems. Als Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie und als Frau freue ich mich, dass immer mehr Frauen den Mut finden, sich zu öffnen und helfen zu lassen“, so Dr. Michaela Montanari, DGÄPC-Vorstandsmitglied und Expertin für Intimchirurgie.

Nicht selten gehen mit anatomischen Anomalien im Bereich der Vagina nicht nur funktionelle Probleme, sondern auch psychische Störungen, wie zum Beispiel ein stark beeinträchtigtes Sexualleben, einher.

Beeinflussung durch Social Media so hoch wie nie

Bereits seit über zwei Jahren setzen sich die drei großen Fachgesellschaften für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Deutschland DGPRÄC, VDÄPC und DGÄPC gemeinsam dafür ein, dass vor allem die junge, noch leicht zu beeinflussende Zielgruppe im Umgang mit Sozialen Medien geschützt wird. Die Zahlen der DGÄPC-Statistiken der vergangenen vier Jahre bestätigen, dass der Umgang mit den Sozialen Medien enormen Einfluss auf das Selbstbild junger Menschen hat.

Für das Jahr 2025 ist in der noch laufenden Umfrage der bisher höchste Wert mit 27,3 % bei den unter 30-Jährigen bei der Beeinflussung Sozialer Medien zu erkennen – also mehr als jeder vierte Patient. Umso erfreulicher ist die Zahl der Patienten unter 30, die sich mittlerweile für eine Kennzeichnungspflicht von digital bearbeitetem Bildmaterial aussprechen. So wünschen sich 65,8 % eine solche, in der Gesamtzielgruppe sind es 55,8 %.    pm/tok