Im Sommer ist es relativ einfach, genug Vitamin D zu bilden, wenn die Sonne auf die Haut scheint. Dieses Vitamin hilft dem Körper, Kalzium aufzunehmen und in die Knochen einzubauen. Aber es dient auch dem Immunsystem und wird bei Mangel auch in Verbindung zu einigen Krankheiten gebracht. Foto: ratmaner/stock.adobe.com

Gene und Vitamin D: Warum genug manchmal zu wenig ist

Mehr als eine Milliarde Menschen leiden weltweit und oft unbemerkt an Vitamin-D-Mangel. Das Vitamin ist entscheidend für ein starkes Immunsystem und schützt unter anderem vor Osteoporose. Neben Sonnenlicht und Ernährung spielen auch genetische Faktoren eine zentrale Rolle für den Vitamin-D-Haushalt des Körpers.

Wenn das VDR-Gen nicht optimal funktioniert

Neue Studien zeigen, dass das VDR-Gen die Verwertung des Vitamins im Körper und dadurch auch seine Wirkung beeinflussen kann. Personen mit defekten Genvarianten haben ein 2,5-mal höheres Risiko für einen Vitamin-D-Mangel – selbst bei genug Sonne und Nahrungsaufnahme. Die Folge: Betroffene wissen oft nicht, dass Vitamin-D-Präparate bei ihnen nur in höherer Dosierung wirken. Das kann gravierende gesundheitliche Konsequenzen haben.

Der Biotechnologe und Genforscher Dr. Daniel Wallerstorfer, Gründer von Novogenia, rät zu einer Genanalyse, die helfen kann, festzustellen, ob die eigene DNA das Vitamin D nicht ordentlich verstoffwechselt. Für ihn ist das Wissen über die genetische Veranlagung entscheidend, um schwerwiegende Mangelerscheinungen zu vermeiden.

Hilfreich für die Knochen und das Immunsystem

„Das Sonnenschein-Vitamin hilft dem Körper, Kalzium aufzunehmen und in die Knochen einzubauen. So bleiben sie stark und stabil“, sagt Wallerstorfer. Außerdem verleiht es den Muskeln mehr Kraft und verbessert somit die Koordination. Das ist besonders wichtig für all diejenigen, die sich regelmäßig sportlich betätigen. „Doch nicht nur das: Vitamin D gibt dem Immunsystem einen zusätzlichen Kick, wodurch dieses besser gegen Krankheiten gewappnet ist“, erklärt Experte.

Allerdings verarbeitet nicht jeder Körper Nährstoffe gleich gut. Was für den einen genug ist, kann für den anderen nicht ausreichend sein. Daher gibt es für Wallerstorfer keine allgemeingültige Empfehlung zur Vitamin-D-Zufuhr: „Einige Menschen können das vorhandene Vitamin D3 aufgrund eines Gendefekts nicht richtig erkennen und haben trotz normaler Menge im Blut einen unentdeckten Mangel. Die normale Menge im Blut ist also zu wenig.“ Die Konsequenz daraus: Der Mangel bleibt oft unentdeckt bestehen.  

Ist Vitamin-D-Mangel gefährlicher als gedacht?

Nur wenige wissen, dass ein Mangel des Vitalstoffs die Knochen „weich“ werden lässt. „Außerdem steigt das Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche. Besonders bei älteren Menschen ist das ein weit verbreitetes Problem“, so Wallerstorfer. In Deutschland leiden mehr als 80 Prozent der über 65-Jährigen, vor allem in den Wintermonaten, unter einem Vitamin-D-Mangel. Zusätzlich kann ein Defizit das Immunsystem schwächen und die Infektanfälligkeit erhöhen. Studien zeigen mögliche Zusammenhänge zwischen dem Nährstoffmangel und Depressionen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Atemwegserkrankungen wie Asthma, Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes und Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose werden damit in Verbindung gebracht.

Deswegen sei es wichtig, sich nicht nur auf allgemeine Ernährungs- oder Fitnesspläne zu verlassen, sondern individuell in den eigenen Körper zu blicken. „Die entscheidende Frage lautet: Habe ich genug Vitamin D, nehme ich genug – und kann mein Körper es auch richtig erkennen oder brauche ich mehr für denselben Effekt?“, fasst Wallerstorfer zusammen.

Was uns die Gene verschweigen

Das VDR-Gen beeinflusst die Fähigkeit des Körpers, Vitamin D zu erkennen und zu nutzen. Es reguliert den Vitamin-D-Stoffwechsel sowie den Transport im Blut. Mutationen im VDR-Gen können dazu führen, dass Vitamin D im Blut weniger gut erkannt wird und deshalb weniger stark wirkt, selbst bei normaler Zufuhr. „Defektes Gen? Dann sind höhere Dosen eines Nährungsergänzungsmittels ein Muss“, erklärt der Novogenia-Gründer und fährt fort: „Nur durch eine Genanalyse lässt sich feststellen, ob eine Genmutation vorliegt. So können niedrige Mikronährstoff-Spiegel trotz ausreichender Sonneneinstrahlung oder Supplementierung erkannt und Mangelerscheinungen vermieden werden.“

Weitere Informationen unter https://novogenia.com/de/