Der moderne Alltag bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich. In Verbindung mit chronischen Entzündungen im Körper und schädlichen Lebensgewohnheiten können sich diese fatal auf die eigene Gesundheit auswirken: Foto: Krakenimages.com/stock.adobe.com

Bei Burnout: Risikoherde im Körper erkennen, Lebensumstände ändern, individuell behandeln

Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: Immer mehr Menschen erkranken an einem Burnout, oft in Verbindung mit einer Depression. Mit Blick auf den schnelllebigen Alltag überrascht das kaum.

Jedoch ist das Ausbrennen nicht zwingend auf eine dauerhaft erhöhte Stressbelastung zurückzuführen, wie integrativ-medizinische Untersuchungen zeigen. Die Ursachen für das Burnout-Syndrom sind deutlich vielschichtiger als gemeinhin angenommen. Das trifft auch auf die Anzeichen zu, die unterschiedliche Krankheitsstadien charakterisieren.

„Beim Burnout handelt es sich im Allgemeinen um einen Komplex aus verschiedenen Symptomen wie Ermüdung, Leistungsverlust oder kognitiven Einschränkungen. Es ist immer nur zu einem gewissen Teil stressbedingt – andere Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle für die Erkrankung“, so Benjamin Börner, Heilpraktiker, Osteopath und Spezialist für biologische und integrative Medizin. Wie die Anzeichen eines Burnouts frühzeitig erkannt und wie diesem vorgebeugt werden kann, erklärt Börner in diesem Artikel.

1. Körperliche Risikoherde erkennen und behandeln

Das Burnout-Syndrom ist ein individuelles Krankheitsbild, das sich verschiedenen Phasen zuordnen lässt. Die Nebenniere stellt dabei das betroffene Primär-Organ der Erkrankung dar. Verschiedene Speichelproben geben in diesem Zusammenhang Aufschluss darüber, wie weit das Burnout tatsächlich fortgeschritten ist. Darüber hinaus müssen auch die Mitochondrien als Kraftwerke der Nervenzellen geprüft werden. Liegt ein Burnout vor, sind diese maßgeblich beeinträchtigt.

Dabei ist nicht immer Stress der Hauptauslöser für das mentale und körperliche Ausbrennen. Vielmehr handelt es sich um die sogenannte Silent Inflammation, chronische Entzündungsreaktionen im Organismus. Jede dieser Entzündungen bewirkt einen körpereigenen Cortisol-Ausstoß, wodurch eine frühzeitige Behandlung dringend zu empfehlen ist. Um dem Burnout vorzubeugen, müssen also in jedem Fall körperliche Beeinträchtigungen erkannt und behandelt werden.

2. Schädliche Lebensumstände verändern

Der moderne Alltag bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich. In Verbindung mit chronischen Entzündungen im Körper und schädlichen Lebensgewohnheiten können sich diese fatal auf die eigene Gesundheit auswirken: Gehen Menschen beispielsweise einem ungeliebten Job nach oder lösen sich nicht von einem toxischen Partner, schüttet die Nebenniere konstant schädliche Hormone wie Cortisol aus. Diese Stoffe besetzen zahlreiche Rezeptoren im Organismus und halten die Silent Inflammation aufrecht.

Dabei verstärken sich die Körperreaktionen bei einer unverändert ungesunden Lebensweise, was zu einem weit fortgeschrittenen Burnout führen kann. Bleiben die Mitochondrien dauerhaft gestört, steigt das Risiko einer Erkrankung deutlich. Im Gegensatz dazu kann jeder einem Burnout vorbeugen, indem die eigenen Lebensgewohnheiten, beispielsweise beim Schlaf oder der Ernährung zum Positiven verändert werden. Klar muss jedoch auch sein, dass die Anpassung des Alltags je nach individuellem Krankheitsbild nur eine unterstützende Maßnahme für die Genesung ist. Auf professionelle Unterstützung sollte niemand verzichten, bei dem ein Burnout diagnostiziert wurde oder der ohne bisherigen Befund gefährdet ist.

3. Die verschiedenen Burnout-Stadien messen lassen

Je nach Nebennieren-Schwäche oder Stadium des Burnouts benötigt es individuelle Behandlungsmethoden für eine dauerhafte Genesung. Es bringt Betroffenen schließlich nur kurzzeitig Erleichterung, gesünder zu essen oder mehr Bewegung in ihren Alltag zu integrieren. Mehr noch: Persönliche „Hauruckaktionen“ wie ein einseitiger Essensplan und die oft damit einhergehende mangelnde Nährstoffzufuhr können der eigenen Gesundheit langfristig schaden, wenn das Burnout ansonsten unbehandelt bleibt. Im schlimmsten Fall stellen sich dadurch sogar irreversible Schäden im Organismus ein.

Es ist also unumgänglich, das persönliche Burnout-Stadium professionell messen zu lassen. Eine ursachenorientierte Untersuchung ist für Betroffene und präventiv Vorsorgende in jedem Fall empfehlenswert. Im Rahmen dieser umfassenden Analyse lässt sich feststellen, wie weit ein diagnostiziertes oder persönlich vermutetes Burnout tatsächlich fortgeschritten ist. Anschließend können Maßnahmen umgesetzt werden, die mehr als nur die Symptome des Burnouts behandeln. Es gilt, die Ursachen der Erkrankung auszumachen und aufzulösen. pm