
Volkskrankheit Fettleber: Vier von zehn erwachsenen Deutschen sind von einer Fettleber betroffen. Und beim Nachwuchs sieht es kaum besser aus. Foto: Sebastian Kaulitzki/stock.adobe.com
Apotheker-Tipp: Wie entfettet man eine Fettleber?
Es ist schon einige Jahre her, da war allgemein in der Öffentlichkeit nur die „alkoholische Fettleber“ bekannt. Ein Thema, das weit weg schien, fast exotisch, und nur wenige Außenseiter betraf. Ganz anders sieht es heute aus: Die Fettleber ist eine Volkskrankheit geworden.
In Deutschland sind 43 Prozent aller Erwachsenen von einer Fettleber betroffen. Selbst bei Kindern und Jugendlichen sind es bereits 25 Prozent – mit seigender Tendenz.
Bewegungsmangel und falsche Ernährung
Die Ursachen liegen in unserer westlichen Ernährungs- und Lebensweise: Bewegungsmangel, zu wenig Muskulatur und ein Übermaß an Zucker und Kohlenhydraten wie Pasta, Brot, Kuchen und süße Getränke.
Was passiert eigentlich mit Kohlenhydraten, die als Blutzucker direkt nach dem Essen in den Körper gelangen? Normalerweise landen sie rasch als Glykogen in den Speicherdepots der Muskulatur. Deshalb sinkt bei Gesunden der Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit innerhalb von zwei Stunden auf unter 100 mg/dl. Wer wenig Muskeln hat, dem fehlt dieser Speicherraum! Die überschüssigen Kohlenhydrate wandern stattdessen in die Leber und werden dort zu Fett umgebaut, so wie bei der Gänsestopfleber.
Das Problem mit dem überall abgelagerten Fett
Dieses Fett lagert sich nicht nur in der Leber, sondern auch in den inneren Organen ab: In der Niere, in der Bauchspeicheldrüse und anderswo. Die Organe verfetten und werden geschädigt. Dieses Körperfett im Inneren ist im Gegensatz zum Fett unter der Haut äußerst stoffwech-selaktiv: Es sendet unablässig Entzündungssignale aus. Eine Dauerentzündung breitet sich im Körper aus, still und unbemerkt.
Dies ist der Ausgangspunkt für ernste Folgeerkrankungen: Typ-2-Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall, Arterienverkalkung, Nierenversagen. In schweren Fällen drohen Leberzirrhose oder gar Leberkrebs.
Erste Selbstdiagnose: Ein Blick in den Spiegel
Wie erkennt Sie, ob Sie betroffen sind? Schauen Sie in den Spiegel! Gleicht Ihre Körperform einem Apfel – der Bauchraum ist betont, das Bauchgewebe ist meist fest, die Gliedmaßen eher dünn – so findet die Fettspeicherung im Inneren statt. Die Birnenform hingegen, mit breiterem Gesäß, dickeren Oberschenkeln und fassbarem Unterhautfettgewebe, ist das harmlosere Muster. Denn: Fettgewebe unter der Haut befeuert keine Entzündungen.
Wichtig zu wissen: Weder der Body-Mass-Index BMI noch der Taillenumfang sind allein aussagekräftig. Auch etwa 10 Prozent der schlanken Menschen haben eine Fettleber. Aber: Die eigentliche, fundierte Diagnose stellt der Arzt. Einen Anhaltspunkt bietet hierbei der Fettleber-Index.
Regenerationsmaßnahmen helfen der Fettleber
Die gute Nachricht lautet: Eine Fettleber lässt sich mit gezielten Maßnahmen wieder entfetten. Man erreicht das durch eine kohlenhydratarme, eiweißbetonte Ernährung, angelehnt an die sogenannten LOGI-Methode nach Dr. Nicolai Worm. Sein darauf aufbauendes „Leberfasten“ – ein ärztlich begleitetes Kurs- und Fastenprogramm – kann innerhalb von zwei Wochen bis zu 80 Prozent des Leberfetts abbauen.
Wichtig ist die regelmäßige Ergänzung der beiden Omega-3 Fettsäuren EPA und DHA, die antientzündlich wirken. Dazu gehört zudem eine gute Magnesium- und Zinkversorgung.
Ebenso wichtig ist der gezielte Muskelaufbau: Ausdauer- und Kraftsport entfetten die Leber direkt und bauen gleichzeitig jene Muskulatur auf, die künftig als Pufferspeicher für Kohlenhydrate dient. Wenn die Entfettung der Leber gelingt, normalisieren sich die wichtigen Blutparameter wie Blutzucker, Blutfette, Leber- und Nierenwerte. Sogar ein Typ-2 Diabetes ist rückbildungsfähig, wenn die Schäden noch nicht zu groß sind.
Mein persönlicher Tipp aus der Pregizer Apotheke in Pforzheim
Als Einstieg in die Entfettung eignet sich das Buch „Die 4-Wochen-Kur gegen Fettleber“, das in bestimmten Apotheken erhältlich ist.
Ihre Apothekerin Stephanie Isensee
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