
Für 88 Prozent der Versicherten der AOK Baden-Württemberg ist es sehr oder eher wichtig, gesund alt zu werden. Fast alle davon glauben, selbst dazu beitragen zu können. Vor allem, wenn die Krankenkasse sie bei der Prävention begleitet. Foto: Volodymyr/stock.adobe.com
AOK-Präventionsumfrage: Wunsch nach persönlicher Begleitung von der Krankenkasse
Für die überwältigende Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg hat es hohe Priorität, möglichst lange gesund und selbstständig zu bleiben. Das zeigt eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag der AOK Baden-Württemberg. 88,0 Prozent gaben an, dass es ihnen sehr oder eher wichtig ist, gesund alt zu werden. Gleichzeitig sind 82,5 Prozent überzeugt, selbst viel dazu beitragen zu können.
Passgenaue Empfehlungen der Krankasse statt digitale Hilfe durch eine App
Bereits heute setzen viele Befragte auf gesundheitsförderliches Verhalten: 69,0 Prozent rauchen nicht, 65,8 Prozent bewegen sich regelmäßig, 58,6 Prozent ernähren sich nach eigener Einschätzung ausgewogen. Deutlich seltener genutzt werden dagegen präventive Gesundheitsangebote – nur 21,2 Prozent gaben an, solche Angebote aktiv wahrzunehmen.
Bei der Frage, welche Unterstützung am meisten helfen würde, nannten die Befragten vor allem leicht erreichbare Angebote in der Nähe (30,1 Prozent), persönliche, passgenaue Empfehlungen (28,1 Prozent) und Unterstützung durch die eigene Krankenkasse (24,7 Prozent). Digitale Unterstützung etwa durch eine App landete mit 7,6 Prozent auf dem letzten Platz der abgefragten Optionen.
Auch bei den Erwartungen an die Krankenkassen zeigt sich dieses Bild: 74,6 Prozent wünschen sich starke oder eher starke Unterstützung durch ihre Kasse, konkret vor allem bei bestehenden Erkrankungen (40,9 Prozent) und bei der Früherkennung gesundheitlicher Risiken (32,6 Prozent). Digitale Begleitung wählten dagegen nur 8,7 Prozent als hilfreiches Angebot.
Bei der tatsächlichen Nutzung von Vorsorgeuntersuchungen der vergangenen drei Jahre führt die zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung mit 59,3 Prozent, gefolgt vom Gesundheits-Check-up beim Hausarzt (51,4 Prozent) und dem Hautkrebs-Screening (36,7 Prozent).
Noch viel ungenutztes Potenzial bei Prävention
„Prävention sollte zum Systemziel fürs Gesundheitswesen ernannt werden“, sagt Gordana Marsic, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, mit Blick auf die Umfrageergebnisse. Die Zahlen zeigten, dass Vorsorge in der Bevölkerung zwar als wichtig gilt, das Potenzial aber noch nicht ausgeschöpft ist. „Prävention entfaltet ihre volle Wirkung, wenn sie frühzeitig beginnt, an den Lebensverhältnissen der Menschen ansetzt, geschlechtergerecht gestaltet ist und von regulatorischen Maßnahmen flankiert wird“, so Marsic.
Besonders deutlich zeigt sich in der Umfrage der Wunsch nach persönlicher statt digitaler Unterstützung: Nur 7,6 Prozent nannten digitale Angebote wie Apps als hilfreich, nur 8,7 Prozent digitale Begleitung durch die Krankenkasse. „Digitale Angebote sind kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zur persönlichen Begleitung“, sagt Marsic. Digital unterstützte Angebote könnten Prävention zwar alltagstauglicher machen, „digital allein löst aber die Problematik nicht, insbesondere vulnerable, präventionsferne Zielgruppen in Angebote zu steuern“, betont sie. Die Stärke liege vielmehr „in der Kombination: persönliche Ansprache plus digitale Unterstützung – so entstehen nachhaltige Verhaltensänderungen“.
Mit Blick auf Menschen, die von Vorsorge bislang kaum erreicht werden, sagt Marsic: „Wir gehen dahin, wo Menschen leben – in Kitas, Schulen, Betriebe, Kommunen und Vereine. Informationsangebote allein reichen nicht. Wir brauchen persönliche Begleitung, verständliche Sprache und verlässliche Strukturen im Wohnumfeld.“
Claus Bannert, Geschäftsführer der AOK Nordschwarzwald, spricht über die Bedeutung der Gesundheitskompetenz, die helfen kann, Wege zum Arzt einzusparen, weil man länger gesund lebt und bleibt.
Noch viel ungenutztes Potenzial bei Prävention
„Prävention sollte zum Systemziel fürs Gesundheitswesen ernannt werden“, sagt Gordana Marsic, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, mit Blick auf die Umfrageergebnisse. Die Zahlen zeigten, dass Vorsorge in der Bevölkerung zwar als wichtig gilt, das Potenzial aber noch nicht ausgeschöpft ist. „Prävention entfaltet ihre volle Wirkung, wenn sie frühzeitig beginnt, an den Lebensverhältnissen der Menschen ansetzt, geschlechtergerecht gestaltet ist und von regulatorischen Maßnahmen flankiert wird“, so Marsic.
Besonders deutlich zeigt sich in der Umfrage der Wunsch nach persönlicher statt digitaler Unterstützung: Nur 7,6 Prozent nannten digitale Angebote wie Apps als hilfreich, nur 8,7 Prozent digitale Begleitung durch die Krankenkasse. „Digitale Angebote sind kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zur persönlichen Begleitung“, sagt Marsic. Digital unterstützte Angebote könnten Prävention zwar alltagstauglicher machen, „digital allein löst aber die Problematik nicht, insbesondere vulnerable, präventionsferne Zielgruppen in Angebote zu steuern“, betont sie. Die Stärke liege vielmehr „in der Kombination: persönliche Ansprache plus digitale Unterstützung – so entstehen nachhaltige Verhaltensänderungen“.
Mit Blick auf Menschen, die von Vorsorge bislang kaum erreicht werden, sagt Marsic: „Wir gehen dahin, wo Menschen leben – in Kitas, Schulen, Betriebe, Kommunen und Vereine. Informationsangebote allein reichen nicht. Wir brauchen persönliche Begleitung, verständliche Sprache und verlässliche Strukturen im Wohnumfeld.“
AOK-Forderungen an die Politik
Aus den Ergebnissen leitet die AOK Baden-Württemberg auch politische Forderungen ab. „Prävention als vierte Säule der Versorgung gesetzlich verankern – mit verlässlichen Ressourcen und Anreizstrukturen“, fordert Marsic. Zudem brauche es aus ihrer Sicht das Prinzip „Health in All Policies“: „Jede politische Entscheidung – von der Stadtplanung bis zur Schulpolitik – sollte ihre Gesundheitsfolgen berücksichtigen.“ Bei der Gesundheitsbildung an Schulen wird sie deutlich: „Gesundheitsbildung darf nicht von Einzelengagement abhängen.“
Zu den geplanten Steuern auf zuckergesüßte Getränke sowie höheren Tabak-und Alkoholsteuern sagt Marsic: „Wir begrüßen die geplante Abgabe auf zuckergesüßte Getränke als Schritt in die richtige Richtung.“ Tabak- und Alkoholsteuer müssten aus ihrer Sicht „ebenfalls erhöht werden – idealerweise mit Zweckbindung für Präventionsprogramme“.
Die AOK Baden-Württemberg verweist zudem auf eigene Programme wie „AOK-MehrVomLeben“, mit dem Versicherte mit ersten Anzeichen lebensstilbedingter Erkrankungen wie beginnender Diabetes oder Bluthochdruck bis zu zwei Jahre lang persönlich und digital begleitet werden. Die Hausarztpraxis übernehme dabei eine zentrale Lotsenfunktion, da sie Patienten kenne und gezielt in Präventionsprogramme verweisen könne.
Info
Civey hat im Auftrag der AOK Baden-Württemberg vom 23. Juni 2026 bis 30. Juni 2026 online 1000 Personen in Baden-Württemberg befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung eines statistischen Fehlers von 6,0 bis 6,5 Prozentpunkten beim jeweiligen Gesamtergebnis. Die AOK Baden-Württemberg versichert über 4,6 Millionen Menschen im Land. Mehr Informationen unter https://www.aok.de/pk/bw/