Unter allen in der 47. Kalenderwoche wegen einer schweren Atemwegserkrankung hospitalisierten Patienten lag der Anteil der COVID-19-Diagnosen bei 29 %. Der Anteil der RSV-Diagnosen unter den schweren akuten respiratorischen Infektionen liegt bei 14 %. Bei Kindern unter zwei Jahren lag der Anteil der RSV-Diagnosen sogar bei 72 %. Foto: peterschreiber.media/stock.adobe.com

Aktuell leiden 7,4 Millionen Menschen in Deutschland unter akuten Erkrankungen der Atemwege

Seit dem Beginn der laufenden Grippesaison in der 40. Kalenderwoche Anfang Oktober lag die geschätzte Anzahl der akuten respiratorischen Erkrankungen (ARE) in fünf von acht Wochen über den Fallzahlen des Vorjahres. Im Vergleich mit dem Jahr 2021 leiden aktuell sogar durchgehend deutlich mehr Menschen unter Atemwegserkrankungen. In absoluten Zahlen ausgedrückt schätzt das Robert Koch-Institut (RKI), dass aktuell 7,4 Millionen Menschen von ARE betroffen sind.

In 2023 sind aktuell rund 7,4 Millionen Menschen von einer akuten Atemwegserkrankung betroffen, weniger als 2022, als nach den Corona-Schutzmaßnahmen andere Atemwegsinfektionen in die Höhe geschossen sind. Zugleich ist der 2023er-Wert deutlich höher als 2021, als die Corona-Schutzmaßnahmen solche Infektionen verhinderten. Quelle: Robert Koch-Institut/Grafik: Statistsa.com

RSV-Zirkulation bei Kindern verstärkt sich

Dazu heißte es im aktuellen Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza: „Die ARE-Aktivität in den letzten Wochen ergibt sich aus der relativ hohen Zahl an COVID-19-Erkrankungen und den für die Jahreszeit typischen Erkältungen durch Rhinovirusinfektion. Ältere Menschen haben weiterhin ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf nach SARS-CoV-2-Infektion. In den letzten drei Wochen gibt es Anzeichen für eine sich verstärkende RSV-Zirkulation.“

Insbesondere Kinder unter zwei Jahren seien von einer Krankenhauseinweisung mit RSV-Infektion betroffen, so das RKI. Die Zahl schwerer Atemwegserkrankungen durch RSV-Infektion steige seit der 44. Kalenderwoche bei Kindern unter vier Jahren deutlich an, jedoch werde aktuell eine geringere Dynamik beobachtet als bei der früher als üblich einsetzenden RSV-Welle in der Vorsaison. Hinweise auf eine Grippewelle gebe es bisher nicht.

COVID-19-Diagnosen steigen an

Unter allen in der 47. KW wegen einer schweren Atemwegserkrankung hospitalisierten Patienten lag der Anteil der COVID-19-Diagnosen bei 29 %. Der Anteil der RSV-Diagnosen ist weiter gestiegen, es wurde bei 14 % der SARI-Fälle (schwere akute respiratorische Infektionen) eine RSV-Diagnose vergeben. Bei Kindern unter zwei Jahren lag der Anteil der RSV-Diagnosen bei 72 %. Eine Influenza-Erkrankung wurde wie in den Vorwochen bei weniger als 1 % aller SARI-Fälle diagnostiziert.

Bei den Daten aus dem Meldewesen gemäß IfSG wurde für COVID-19 seit der 27. Meldewoche (MW) ein steigender Trend verzeichnet. In der Abwassersurveillance ist seit Ende Juni 2023 (26. KW) eine steigende SARS-CoV-2-Viruslast zu beobachten.   Mathias Brandt, Statista.com/RKI/tok