
Rückenschmerzen sind das Volksleiden Nummer eins. Jede vierte bei der AOK Baden-Württemberg versicherte Person leidet an solchen Beschwerden. Foto: Syda Productions/stock.adobe.com
Volkskrankheit: In Baden-Württemberg leidet jeder vierte AOK-Versicherte an Rückenschmerzen
Zum Tag der Rückengesundheit legt die AOK Baden-Württemberg Zahlen vor, die nachdenklich stimmen und belegen: Rückenschmerzen bleiben das Volksleiden Nummer eins. Die AOK setzt mit ihrem AOK-RückenKonzept auf Prävention – und warnt vor einer dramatischen Zunahme der Fallzahlen bis 2040. In 2024 wurden rund 1,14 Millionen AOK-Versicherte im Südwesten wegen Rückenbeschwerden behandelt – das entspricht 25,18 Prozent aller Versicherten.
Statistisch gesehen leidet damit mehr als jede vierte versicherte Person an Beschwerden, die auf ICD-10-Diagnosen aus dem Bereich Rücken (M40 bis M54) zurückgehen.
Zuwachs bei Rückenschmerzen betrifft mehr Männer
Die Langzeitbetrachtung über die Jahre 2020 bis 2024 zeigt ein differenziertes Bild: Nach einem deutlichen Anstieg der Fallzahlen im Jahr 2021 – damals ein Plus von 4,33 Prozent gegenüber dem Vorjahr – gingen die Zahlen in den Folgejahren zunächst leicht zurück, bevor sie zuletzt wieder anstiegen. Im Vergleich 2023 zu 2024 nahmen die Behandlungsfälle insgesamt um 1,34 Prozent zu.
Auffällig: Bei Männern war der Zuwachs mit 1,50 Prozent stärker als bei Frauen mit 1,22 Prozent. Über den gesamten Fünfjahreszeitraum liegt die mittlere jährliche Veränderungsrate für Männer mit plus 1,12 Prozent höher als für Frauen mit plus 0,48 Prozent.
Rückenschmerzen ernst nehmen – aber aktiv bleiben
Besonders betroffen sind laut den Behandlungsdaten Versicherte der Altersgruppen zwischen 55 und 65 Jahren, wo die absoluten Fallzahlen am höchsten sind. Doch auch zwischen 30 und 50 Jahren verzeichnen die Daten substanzielle Fallzahlen.
Prof. Dr. Gerhard Müller, Präventionsexperte bei der AOK Baden-Württemberg, betont: „Wer Rückenschmerzen hat, sollte sie ernst nehmen – aber nicht automatisch in Schonhaltung verfallen. Bei den meisten unspezifischen Rückenschmerzen ist es hilfreich, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten aktiv zu bleiben und alltägliche Bewegungen schrittweise wieder aufzunehmen. Treten jedoch Warnzeichen auf, etwa Lähmungen, Gefühlsstörungen im Intimbereich, Blasen- oder Darmstörungen, Fieber, Beschwerden nach einem Unfall oder eine rasche Verschlechterung, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.“
Rückenschmerzen entstehen häufig durch einseitige Belastung, langes Sitzen oder Stehen sowie Bewegungsmangel – Risikofaktoren, die in vielen Berufsfeldern allgegenwärtig sind. Im Jahr 2023 belegten Muskel- und Skeletterkrankungen mit 19,5 Prozent der Krankschreibungen Platz eins unter allen Diagnosegruppen bei AOK-Versicherten. Häufige Diagnosen sind Muskelverspannung, Gelenkverschleiß, Bandscheibenvorfall oder Hexenschuss.
Das AOK-RückenKonzept: Bewährt, wirkungsvoll, nachgefragt
Passend zum Tag der Rückengesundheit verweist die AOK Baden-Württemberg auf ihr flächendeckendes Präventionsangebot: das AOK-RückenKonzept. An 48 AOK-Rückenstudios in Baden-Württemberg trainieren rund 30.000 AOK-Kunden – darunter immer mehr Männer – unter professioneller Anleitung. Rund 220 Trainer begleiten jährlich über 600.000 Trainingseinheiten und sorgen so für eine qualifizierte, individuelle Betreuung.
Die Wirksamkeit des Programms ist belegt: Bei Menschen mit chronischen Rückenschmerzen und hoher schmerzbedingter Funktionseinschränkung lassen sich durch die Teilnahme Einsparungen von über 4.500 Euro innerhalb von zwei Jahren erzielen. Für Arbeitnehmende bedeutet die regelmäßige Teilnahme durchschnittlich sieben Arbeitsunfähigkeitstage pro Jahr weniger – ein handfester Nutzen für Betroffene und Arbeitgeber gleichermaßen.
Präventionsexperte Gerhard Müller bringt es auf den Punkt: „Gesundheit verändert man nicht von heute auf morgen. Aber jeder Schritt zählt. Entscheidend ist, beim Training regelmäßig dranzubleiben. Das gilt auch bei Rückenschmerzen.“
Info
Die Daten basieren auf den Behandlungsfällen der Versicherten der AOK Baden-Württemberg für die Jahre 2020 bis 2024. Grundlage sind ICD-10-Codes M40 bis M54 (Rücken). Mehr Informationen unter aok.de. pm