Bei Vitamin C aus Obst und Gemüse handelt es sich um Ascorbinsäure. Diese ist identisch mit der Ascorbinsäure in Medikamentenform. Unterschiede gibt es bei den Zusatzstoffen. Foto: xTamoorVirk – KI-generiert/stock.adobe.com

Verluste bei Obst- und Gemüse-Lagerung: Jeder Dritte nimmt zu wenig Vitamin C zu sich

Die meisten Menschen glauben, mit genügend Vitamin C versorgt zu sein, weil sie zum Beispiel selbst kochen und auf Obst und Gemüse setzen. Auf die Frage, ob man bei diversen gesundheitlichen Problemen möglicherweise unter einem Vitamin-C-Mangel leidet, kommt daher häufig die Gegenfrage: „Fehlt mir wirklich Vitamin C, wenn ich jeden Tag 5 Portionen Obst und Gemüse esse?“ Tatsächlich ist es aber so: Jeder dritte Mensch in Deutschland nimmt zu wenig Vitamin C zu sich, so das Ergebnis der Nationalen Verzehrstudie II.

Vitamin C hält sich nicht ewig 

Ein Vitamin-C-Mangel könnte daher viel häufiger sein, als man denkt – und ist in Deutschland vielleicht sogar häufig unentdeckt. Zusätzlich muss man wissen, dass Vitamin C recht empfindlich ist, vor allem gegen Licht, Sauerstoff und Wärme. Es wird daher in Lebensmitteln oft in großen Mengen abgebaut, bevor diese verzehrt werden.

Beispiel hierfür sind:

  • In Spinat verringert sich der Vitamin-C-Gehalt nach zwei Tagen Lagerung bei 20°C um über die Hälfte.
  • Im Keller bei 12°C haben Blattgemüse und Salate nach einem Tag bereits 40 Prozent des Vitamins C verloren.
  • Selbst im Kühlschrank bei 4°C ist ein Vitamin-C-Verlust von 25 Prozent innerhalb eines Tages zu verzeichnen.

In der Folge kommt also gar nicht so viel Vitamin C in den Körper, wie man vielleicht denkt.

Woran liegt das?

  • Es fängt schon beim Anbau beziehungsweise bei nährstoffarmen Böden an: Während diese Thematik lange Zeit ins Reich der Mythen verschoben wurde, gibt es mittlerweile gegenteilige und plausible Meinungen von führenden Mikronährstoffexperten wie Uwe Gröber. Als wissenschaftlicher Leiter der Akademie für Mikronährstoffmedizin bestätigt er, dass in der heutigen Zeit über pflanzliche Lebensmittel nicht einmal annähernd so viele Vitamine und andere Nährstoffe aufgenommen werden, wie vor 100 Jahren – weil die Böden verarmt sind.
  • Weite Transportwege der Nahrungsmittel, unsachgemäße oder lange Lagerung sowie Zubereitungsarten wie Kochen, Frittieren oder Braten lassen den Vitamin-C-Gehalt in Obst und Gemüse außerdem deutlich sinken.

🧠Gut zu wissen…

🍊 Zitrusfrüchte sind nicht die Spitzenreiter
Paprika hat fast doppelt so viel Vitamin C wie Orangen.
🥦 Kochen zerstört Vitamin C
Schon 5–10 Minuten Erhitzen können bis zu 50 % zerstören.
🧊 Gefrorenes Gemüse kann besser sein als frisches
Direkt nach der Ernte schockgefrostet → oft mehr Vitamin C als lange gelagertes Frischgemüse.
🚬 Raucher brauchen bis zu 40 % mehr Vitamin C
Grund: erhöhter oxidativer Stress im Körper.
🧃 Vitamin C wirkt wie ein „Verstärker“
Es verbessert die Aufnahme von pflanzlichem Eisen um ein Vielfaches.
💊 Der Körper hat eine „Sättigungsgrenze“
Der Körper kann nur etwa 100 – 200 mg pro Einnahme optimal nutzen. Alles über 200 – 300 mg pro Portion wird schlechter aufgenommen.
🧬 Vitamin C ist wichtig für Kollagen
Ohne Vitamin C → schwaches Bindegewebe, schlechtere Wundheilung.
🦷 Skorbut gibt es heute noch
Selten, aber bei extrem einseitiger Ernährung weiterhin möglich.
🌞 Stress verbraucht Vitamin C
Körperlicher und psychischer Stress senkt den Spiegel messbar.
🧴 Vitamin C schützt die Haut von innen
Es hilft gegen UV-bedingte Zellschäden (kein Ersatz für Sonnencreme!).

Kann man Vitamin-C-Mangel mit Tabletten & Co. ausgleichen?

Über den Mund aufgenommen gelangt Vitamin C über den Darm ins Blut. Die begrenzten Vitamin-C-Transportkanäle im Darm stellen eine Hürde dar, um Vitamin C überhaupt ins Blut aufzunehmen.

Bei über den Mund aufgenommenen Vitamin-C-Präparaten kann auch bei höheren Dosierungen aufgrund der Darmbarriere irgendwann kein weiteres Vitamin C mehr aufgenommen werden. Es steht also dem Körper nicht vollständig zur Verfügung und wird teilweise ungenutzt ausgeschieden. Hinzu kommt: Größere, auf einmal über den Mund eingenommene Mengen an Vitamin C führen zudem oftmals zu Schleimhautreizungen, Magenschmerzen oder Durchfall.

So kann sich ein Vitamin-C-Mangel zeigen

All dies kann dazu führen, dass sich schleichend ein Mangel an Vitamin C im Körper einstellt. Ein solcher Mangel kann sich auf die unterschiedlichsten Arten zeigen:

  • Man fühlt sich beispielsweise energielos und schlapp, ist ständig müde und körperlich weniger leistungsfähig. Außerdem neigt man verstärkt zu Erkältungskrankheiten.
  • Auch die Psyche kann betroffen sein, schließlich gehören die Nervenzellen und Immunzellen zu denjenigen Körperzellen, die große Mengen an Vitamin C benötigen. Steht es nicht in ausreichender Menge zur Verfügung, kann dies dazu führen, dass man mental erschöpft oder reizbar ist.
  • Auf Dauer kann sich sogar ein so stark ausgeprägter Mangel entwickeln, dass dieser durch die Ernährung oder die orale Gabe von Vitamin C nicht mehr ausgeglichen werden kann. Solch einem klinischen Vitamin-C-Mangel kann man mit Vitamin C als hochdosiertem Arzneimittel in Form einer Vitamin-C-Infusion mit Pascorbin begegnen.     pm/Thomas Kammler/tok

Welche Form von Vitamin C wirkt am besten im Körper?

Ob Erkältung, Immunsystem oder Haut: Vitamin C gilt als echter Gesundheits-Booster. Doch im Drogerieregal stapeln sich die Varianten – liposomal, gepuffert, natürlich. Vitamin C (Ascorbinsäure) ist ein wasserlösliches Vitamin. Der Körper kann es weder selbst herstellen noch speichern – wir müssen es regelmäßig zuführen. Gleichzeitig ist es empfindlich: Hitze, Licht und Sauerstoff zerstören es leicht. 

Das Entscheidende ist daher nicht nur wie viel, sondern in welcher Form wir es aufnehmen.

Natürliches Vitamin C aus Obst und Gemüse

Beispiele: Paprika, Zitrusfrüchte, Beeren, Brokkoli

Vorteile

  • Enthält zusätzlich sekundäre Pflanzenstoffe (Bioflavonoide)
  • Sehr gute Aufnahme im Körper (natürliche Matrix)
  • Kein Risiko für Überdosierung über Nahrung

Nachteile

  • Empfindlich gegenüber Lagerung und Kochen
  • Aufnahme begrenzt (Sättigung tritt schnell ein)

👉 Fazit: Die beste Basisversorgung – aber schwer hochzudosieren

Klassische Ascorbinsäure (Standard-Supplement)

Vorteile

  • Günstig und gut erforscht
  • Schnell verfügbar im Blut

Nachteile

  • Aufnahme begrenzt: Überschüsse werden schnell ausgeschieden
  • Kann bei hohen Dosen Magenprobleme verursachen (Sodbrennen, Durchfall) 

👉 Fazit: Wirksam – aber nicht optimal bei hohen Dosen

Gepuffertes Vitamin C (Ascorbat, z. B. Calcium-Ascorbat)

Hier wird Vitamin C mit Mineralstoffen kombiniert, sodass es nicht mehr sauer ist.

Vorteile

  • Deutlich magenfreundlicher 
  • Teilweise längere Verweildauer im Körper
  • Bessere Verträglichkeit bei hohen Dosen

Nachteile

  • Etwas teurer
  • Mineralstoffzufuhr (zum Beispiel Calcium) muss berücksichtigt werden

👉 Fazit: Top für empfindlichen Magen

Liposomales Vitamin C – der Hightech-Star

Hier wird Vitamin C in winzige Fettbläschen (Liposomen) verpackt.

Vorteile

  • Deutlich höhere Bioverfügbarkeit (bis zu +20 % bis 30 % in Studien) 
  • Schutz vor Magensäure und Abbau 
  • Weniger Magen-Darm-Beschwerden
  • Teilweise 2- bis 3-fach höhere Aufnahme beschrieben 

Nachteile

  • Deutlich teurer
  • Qualitätsunterschiede zwischen Produkten
  • Wissenschaftliche Datenlage noch begrenzt (aber wachsend)

👉 Fazit: Die effektivste, aber teuerste Form

Weitere Formen (kurz erklärt)

  • Ester-C®: spezielle gepufferte Form mit guter Verträglichkeit
  • Vitamin-C-Komplexe: Kombination mit Bioflavonoiden
  • Infusionen (medizinisch): extrem hohe Spiegel, aber nur ärztlich einzunehmen

Wie nimmt der Körper Vitamin C am besten auf?

Der Körper nutzt spezielle Transporter im Darm – diese sind schnell gesättigt. 

👉 Das bedeutet konkret:

  • Große Einzeldosen werden nicht vollständig aufgenommen
  • Überschüsse werden über den Urin ausgeschieden

Mehrere kleine Dosen sind deutlich effizienter.

  • Bessere Aufnahme pro Portion
  • Stabilerer Blutspiegel
  • Weniger Nebenwirkungen

👉 Beispiel: 3×200 mg sind besser als 1×600 mg

Der beste Zeitpunkt ist generell morgens und über den Tag verteilt. Liposomales Vitamin C wird oft nüchtern empfohlen. Ansonsten werden die klassischen Vitamin-C-Formen bei der Einnahme mit Mahlzeiten besser verträglich.

Magenverträglichkeit: Der unterschätzte Faktor

Viele merken es erst bei höheren Dosen, das Vitamin C auch negative Folgen haben kann.

Typische Probleme

  • Sodbrennen
  • Durchfall („Vitamin-C-Grenze“)
  • Bauchkrämpfe

Besser verträglich sind

  • Gepuffertes Vitamin C
  • Liposomales Vitamin C
  • Einnahme mit Nahrung

👉 Hintergrund: Reine Ascorbinsäure ist chemisch eine Säure, und die reizt den Magen. 

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

FormAufnahmeMagenverträglichkeitPreisBesonderheit
Natürlich (Obst)gutsehr gutniedrigZusatzstoffe (Bioflavonoide)
AscorbinsäuremittelmäßiggünstigStandardform
Gepuffertgutsehr gutmittelnicht sauer
Liposomalsehr hochsehr guthochHightech-Verkapselung


Top 30: Obst- und Gemüsesorten mit dem meisten Vitamin C

(Angaben ca. pro 100 g, können je nach Reife und Lagerung variieren)

🥇 Spitzenreiter (über 150 mg)

  1. Camu-Camu – ca. 2000 mg
  2. Acerola-Kirsche – ca. 1700 mg
  3. Hagebutte (getrocknet) – ca. 1250 mg
  4. Sanddornbeeren – ca. 450 mg
  5. Schwarze Johannisbeeren – ca. 180 mg
  6. Petersilie (frisch) – ca. 160 mg

🥈 Sehr hohe Werte (100 bis 150 mg)

  1. Paprika (rot) – ca. 140 mg
  2. Grünkohl – ca. 120 mg
  3. Brokkoli – ca. 110 mg
  4. Rosenkohl – ca. 110 mg
  5. Kiwi – ca. 100 mg
  6. Spitzkohl – ca. 100 mg

🥉 Gute Quellen (70 bis 100 mg)

  1. Fenchel – ca. 90 mg
  2. Erdbeeren – ca. 80 mg
  3. Papaya – ca. 80 mg
  4. Orange – ca. 75 mg
  5. Blumenkohl – ca. 75 mg
  6. Zitrone – ca. 50 – 70 mg

👍 Solide Vitamin-C-Lieferanten (40 bis 70 mg)

  1. Kohlrabi – ca. 60 mg
  2. Spinat – ca. 50 mg
  3. Himbeeren – ca. 50 mg
  4. Ananas – ca. 50 mg
  5. Chinakohl – ca. 45 mg
  6. Mango – ca. 40 mg

💡 Noch relevant (30 bis 50 mg)

  1. Lauch – ca. 35 mg
  2. Tomaten – ca. 30 mg
  3. Avocado – ca. 30 mg
  4. Heidelbeeren – ca. 30 mg
  5. Kartoffeln (gekocht) – ca. 20 – 30 mg
  6. Apfel – ca. 10 – 15 mg tok