Die Sonnenbrille gehört unbedingt zum Sommer-Outfit. Als modisches Accessoire schützt sie aber auch die Augen vor schädlicher UV-Strahlung und kann helfen, langfristige Schäden an Hornhaut, Linse und Netzhaut zu vermeiden. Foto: soup studio/stock.adobe.com

Sonnenbrand im Auge – was UV-Strahlen wirklich anrichten können

Wer an Sonnenbrand denkt, hat meist gerötete Schultern oder eine schmerzende Nase vor Augen. Dabei können auch unsere Augen einen regelrechten Sonnenbrand bekommen – und der bleibt oft lange unbemerkt. Denn ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) schädigt nicht nur die Haut, sondern kann auch Hornhaut, Linse und Netzhaut angreifen. Je häufiger und intensiver die Belastung im Laufe des Lebens ist, desto größer wird das Risiko für dauerhafte Schäden.

Besonders tückisch: Die größte Gefahr geht nicht unbedingt von der Mittagssonne im Hochsommer aus. Auch im Winter kann die UV-Belastung enorm sein. Schnee reflektiert bis zu 80 Prozent der UV-Strahlen, heller Sand am Strand rund 15 bis 25 Prozent und Wasser zusätzlich etwa 10 Prozent. Deshalb gehören Skifahrer, Bergwanderer, Segler oder Strandurlauber zu den besonders gefährdeten Gruppen. Mit jedem Höhenmeter nimmt die UV-Strahlung außerdem zu – im Hochgebirge ist sie deutlich stärker als im Flachland.

Schmerzhafte Entzündung der Hornhaut

Zu viel UV-Licht kann zunächst eine schmerzhafte Entzündung der Hornhaut verursachen. Mediziner sprechen von einer Photokeratitis oder Schneeblindheit. Betroffene klagen meist einige Stunden nach der intensiven Sonneneinstrahlung über starke Schmerzen, tränende Augen, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen und das Gefühl, Sand im Auge zu haben. Die Beschwerden klingen zwar meist innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder ab, sollten aber augenärztlich abgeklärt werden.

Langfristig kann UV-Strahlung weitere Augenerkrankungen begünstigen. Besonders gut belegt ist der Zusammenhang mit dem Grauen Star (Katarakt). Dabei trübt sich die Augenlinse zunehmend ein, das Sehen wird verschwommen und Farben wirken blasser. Weltweit gilt UV-Strahlung als einer der wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren für diese Erkrankung. Auch Wucherungen der Bindehaut, sogenannte Pterygien (Flügelfell), treten bei Menschen mit hoher Sonnenbelastung deutlich häufiger auf. Hinweise gibt es außerdem, dass intensive UV-Exposition bestimmte Erkrankungen der Netzhaut und einige Tumoren an Lid und Augenoberfläche begünstigen kann.

Grafik: Kurtz – KI-generiert

Kinder sind besonders empfindlich

Kinder benötigen besonderen Schutz. Ihre Augen lassen mehr UV-Licht bis zur Netzhaut durch als die Augen Erwachsener. Gleichzeitig verbringen Kinder oft viele Stunden im Freien. Experten empfehlen deshalb bereits für Kleinkinder einen konsequenten Sonnenschutz mit Hut und einer gut sitzenden Sonnenbrille mit geprüftem UV-400-Schutz. Senioren wiederum profitieren ebenfalls von konsequentem Augenschutz, weil sich UV-Schäden über Jahrzehnte ansammeln und im Alter häufiger bemerkbar machen.

Der beste Schutz ist überraschend einfach: Eine hochwertige Sonnenbrille mit UV-400-Kennzeichnung blockiert nahezu die gesamte gesundheitsschädliche UV-Strahlung. Große Gläser oder gebogene Sportmodelle verhindern zusätzlich, dass Licht seitlich ins Auge gelangt. Ein breitkrempiger Hut reduziert die UV-Belastung zusätzlich deutlich. Besonders zwischen 11 und 16 Uhr sowie am Wasser, im Gebirge und auf Schnee lohnt sich dieser Schutz.

Heilung ist möglich – Vorbeugung ist dafür die beste Basis

Sind bereits Schäden entstanden, richtet sich die Behandlung nach der jeweiligen Erkrankung. Eine akute Hornhautentzündung heilt meist mit Schonung, befeuchtenden Augentropfen und gegebenenfalls schmerzlindernden Medikamenten ab. Ein Grauer Star lässt sich heute in den meisten Fällen erfolgreich operieren, indem die eingetrübte Linse durch eine Kunstlinse ersetzt wird. Andere UV-bedingte Veränderungen können augenärztlich beobachtet oder – je nach Befund – medikamentös oder operativ behandelt werden. 

Entscheidend bleibt jedoch die Vorbeugung: Jeder vermiedene Sonnenbrand schützt die Augen ein Stück weit fürs ganze Leben. tok

Alarmzeichen nach intensiver Sonne

Sonnenbrand im Auge? Wenn Sie

> eine starke Lichtempfindlichkeit,

> tränende Augen,

> Schmerzen oder Brennen im Auge,

> ein Fremdkörpergefühk („Sand im Auge“)

> oder ein verschwommenes Sehen

haben, dann gilt: Das Auge schonen und möglichst rasch eine Augenarztpraxis aufsuchen.

Grafik: Kurtz – KI-generiert
Grafik: Kurtz – KI-generiert

Sonnenbrillen: Was die Augen zuverlässig schützt 

Für viele Menschen gehört die Sonnenbrille im Sommer vor allem zum Outfit. Tatsächlich ist sie aber weit mehr als ein modisches Accessoire. Sie schützt die Augen vor schädlicher UV-Strahlung und kann helfen, langfristige Schäden an Hornhaut, Linse und Netzhaut zu vermeiden. Doch ob günstiges Urlaubsmitbringsel oder Markenmodell, nicht jede Sonnenbrille schützt die Augen zuverlässig. Der TÜV-Verband erklärt, worauf Verbraucher beim Kauf achten sollten – von UV- und Blendschutz bis zur richtigen Filterkategorie, Passform und Qualität.

„Viele Verbraucher achten beim Kauf zuerst auf das Design oder die Tönung der Gläser. Für den Schutz der Augen sind allerdings andere Eigenschaften entscheidend“, sagt André Siegl, Experte für Arbeits- und Gesundheitsschutz beim TÜV-Verband. „Eine gute Sonnenbrille muss schädliche UV-Strahlung zuverlässig filtern, eine zum Verwendungsbereich passende Tönung mit der richtigen Filterkategorie haben und optisch einwandfreie Gläser besitzen, die zu den individuellen Seheigenschaften der Trägerin oder des Trägers passen. Erst dann sorgt sie für einen wirksamen Schutz.“  

UV-Schutz ist wichtiger als dunkle Gläser

Ein weit verbreiteter Irrtum: Je dunkler die Gläser, desto besser der Schutz. Tatsächlich sagt die Tönung einer Sonnenbrille aber nichts über ihren UV-Schutz aus. Sie bestimmt nur, wie stark das sichtbare Licht gedämpft wird und schützt damit vor Blendung. Ob die Augen vor schädlicher ultravioletter Strahlung geschützt sind, hängt dagegen vom UV-Filter der Gläser ab. UV-Strahlung ist für das menschliche Auge unsichtbar und kann Bindehaut und Augenlinse schädigen. 

Langfristig steigt unter anderem das Risiko für Augenerkrankungen wie Netzhautschäden, Entzündungen oder Linsentrübungen wie den Grauen Star. Besonders hoch ist diese Belastung am Wasser, im Gebirge oder auf schneebedeckten Flächen, da die UV-Strahlung dort zusätzlich reflektiert wird. Polarisierende Sonnenbrillen mit sogenannten Polfiltern reduzieren störende Lichtreflexionen, etwa auf nassen Fahrbahnen oder Wasseroberflächen. Sie eignen sich deshalb besonders für den Straßenverkehr.

Fehlt ein wirksamer UV-Filter, können stark getönte Sonnenbrillen sogar problematisch sein. Durch die dunklen Gläser erweitern sich die Pupillen, sodass mehr schädliche UV-Strahlung ins Auge gelangen kann. Käufer sollten deshalb auf die Kennzeichnung „UV400“ oder „100 Prozent UV-Schutz“ achten. Sie weist darauf hin, dass die Gläser UV-Strahlung bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern filtern. „Die CE-Kennzeichnung bestätigt zudem, dass die Sonnenbrille die geltenden europäischen Anforderungen für den allgemeinen Gebrauch als persönliche Schutzausrüstung (PSA) nach EU-Verordnung 2016/425 der Kategorie I und idealerweise durch den Zusatz ISO 12311 und ISO 12312-1 erfüllt“, sagt Siegl.

Blendschutz und Filterkategorien richtig wählen

Doch selbst eine Sonnenbrille mit gutem UV-Schutz ist nicht automatisch für jede Situation geeignet. Je nach Sonneneinstrahlung kommt es auch auf den richtigen Blendschutz an. Er beschreibt, wie stark die Gläser sichtbares Licht filtern und wird nach ISO 12312-1 in fünf Filterkategorien von 0 bis 4 eingeteilt, wobei Kategorie 0 nur als modisches Accessoire verwendet werden sollte. Die jeweilige Kategorie ist in der Regel auf der Innenseite des Brillenbügels oder in der Produktinformation als „Cat. 0“ bis „Cat. 4“ angegeben. 

Für sonnige Tage in Mitteleuropa genügt in der Regel eine Sonnenbrille der Filterkategorie 2. Wer sich am Meer, auf dem Wasser oder in südlichen Urlaubsregionen aufhält, ist meistens mit Kategorie 3 gut beraten. Im Hochgebirge oder auf Gletschern schützen stark getönte Gläser der Kategorie 4 vor intensiver Sonneneinstrahlung und den starken Reflexionen von Schnee und Eis.

Besonderer Blendschutz im Straßenverkehr

Im Straßenverkehr gelten besondere Anforderungen. Sonnenbrillen der Filterkategorie 4 sind zum Auto- oder Radfahren ungeeignet, da sie zu wenig Licht durchlassen. Für eine gute Sicht empfehlen sich in der Regel Modelle der Kategorien 2 oder 3. Siegl erklärt: „Gerade bei tief stehender Sonne kann eine geeignete Sonnenbrille die Blendung deutlich reduzieren und für eine bessere Sicht sorgen. Autofahrer sollten ihre Geschwindigkeit trotzdem den Sichtverhältnissen anpassen und auf eine saubere Windschutzscheibe achten. Verschmutzungen oder Schlieren streuen das Licht zusätzlich und verstärken den Blendeffekt.“ 

Auch die Glasfarbe ist für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr entscheidend. Graue und braune Gläser geben Farben weitgehend naturgetreu wieder und eignen sich deshalb besonders gut. Farbige Gläser bieten zwar ebenfalls einen zuverlässigen UV-Schutz, können aber die Farbwahrnehmung und den Kontrast verändern. Dadurch lassen sich Ampelsignale oder andere Warnhinweise unter Umständen schlechter erkennen.

Auf Gläser, Fassung und Passform achten

Ob beim Straßenhändler im Urlaub oder beim heimischen Optiker: Preis oder Markenname allein sind kein verlässlicher Hinweis auf die Qualität einer Sonnenbrille. Trotz dessen lässt sich eine hochwertige Verarbeitung oft schon vor dem Kauf erkennen. Dafür lohnt sich ein genauer Blick auf die Gläser, Fassung, Passform und auf eine vorhandene und plausible Kennzeichnung. „Mit einem einfachen Qualitätscheck lässt sich bereits beim Kauf viel erkennen“, sagt Siegl. „Verbraucher sollten die Brille aufsetzen und durch die Gläser eine gerade Kante oder Linie betrachten. Erscheint diese verzerrt, unscharf oder entstehen Doppelbilder, spricht das für eine mangelhafte optische Qualität. Blasen, Schlieren oder Einschlüsse im Glas sind weitere Warnsignale. Kunststoffgläser sollten außerdem bei leichtem Fingerdruck nicht nachgeben.“ 

Auch im Alltag ist es ratsam, den Zustand der Gläser im Blick zu behalten. Stark verkratzte Sonnenbrillen sollten ausgetauscht werden. Der UV-Schutz bleibt zwar im Regelfall erhalten, da er in der Beschichtung oder im Material der Gläser integriert ist. Kratzer können allerdings Blendungen verstärken und die Sicht verschlechtern. Sonnenbrillen sollten zudem nicht über längere Zeit in einem aufgeheizten Auto liegen bleiben. Hohe Temperaturen können Beschichtungen beschädigen und Kunststoffgläser verformen. Empfehlenswert ist daher die Aufbewahrung an einem kühlen, geschützten Ort.

Passform: Augen vollständig abdecken

Zudem kann die Passform der Brille den Schutz erhöhen. Sie sollte die Augen möglichst vollständig abdecken und eng am Gesicht anliegen, damit UV-Strahlung und Blendlicht nicht seitlich ins Auge gelangen. Große Gläser und ausreichend breite Bügel sind dabei empfehlenswert. Das gilt vor allem für Kinder, deren Augen empfindlicher auf UV-Strahlung reagieren als die von Erwachsenen. Eltern sollten deshalb auf eine gut sitzende Sonnenbrille mit zuverlässigem UV-Schutz achten, die die Augen möglichst vollständig abdeckt.

Genauso wichtig ist eine hochwertige und mechanisch sichere Verarbeitung. Die Fassung sollte stabil und ohne Druck sitzen. Scharniere – eine typische Schwachstelle bei Brillen – dürfen kein Spiel aufweisen, müssen jedoch leitgängig sein. Die Verschraubung sollte fest sitzen und sich bei Bedarf nachziehen oder austauschen lassen. Bei günstigen Modellen ist das oft nicht möglich. 

Die verwendeten Kunststoffe sollten hochwertig und nicht spröde sein. Andernfalls können Fassung oder Gläser bei Belastungen oder einem Sturz leichter brechen oder splittern und das Verletzungsrisiko erhöhen. Spezielle Sportbrillen sind resistenter gegen Bruch und daher zu empfehlen. Vollständige Herstellerangaben und Hinweise zur Pflege und Reinigung sind weitere Merkmale eines seriösen Produkts. Eine sichere Sonnenbrille muss dabei nicht teuer sein. Auch preisgünstige Modelle können die Augen zuverlässig schützen, wenn sie die geltenden Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen erfüllen. Wer beim Kauf unsicher ist oder eine bereits vorhandene Sonnenbrille überprüfen lassen möchte, kann beim heimischen Optiker in der Regel die Brille auf Passform, Zentrierung, optische Qualität, Beschichtungen und oft auch auf UV-Schutz und Kennzeichnung prüfen lassen.

Grafik: Kurtz – KI-generiert

TÜV-Verband-Checkliste: Sicherheit beim Sonnenbrillen-Kauf

  • Auf zuverlässigen UV-Schutz achten: Bevorzugen Sie Sonnenbrillen mit der Kennzeichnung „UV400“ oder „100 Prozent UV-Schutz“.
  • Die passende Filterkategorie wählen: Kategorie 2 eignet sich für den Alltag, Kategorie 3 für Strand und Wasser. Kategorie 4 ist im Straßenverkehr ungeeignet.
  • Gläser und Passform prüfen: Die Gläser sollten frei von Verzerrungen, Blasen oder Schlieren sein. Die Sonnenbrille sollte die Augen möglichst vollständig abdecken und eng am Gesicht anliegen.
  • Auf die Verarbeitung achten: Fassung und Scharniere sollten stabil und möglichst wertig verarbeitet, Herstellerangaben vollständig vorhanden und Kennzeichnung an der Brille vorhanden sein.
  • Preis und Markenname sind kein Qualitätsmerkmal: Auch günstigere Sonnenbrillen können zuverlässig schützen. Im Zweifel den UV-Schutz prüfen lassen. pm