Hierzulande muss sich fast jedes vierte Baby mit Neurodermitis – hier ein Säugling mit eingecremtem Ekzem – herumplagen. „Die Krankheit macht die gesamte Familie co-krank“, sagt Kinderärztin Dr. Andrea Jobst. Foto: Miljan Živković/stock.adobe.com

Jedes vierte Baby hat Neurodermitis: So prägt diese Hauterkrankung den Familienalltag

Wenn ein Baby oder Kleinkind unter Neurodermitis leidet, spüren alle Familienmitglieder die Folgen: quälender Juckreiz, trockene Haut, schlaflose Nächte und ein Alltag voller Unsicherheiten belasten Eltern, Geschwister und das Kind selbst. Neurodermitis prägt das familiäre Zusammenleben, aber welche Maßnahmen können Familien im Alltag entlasten? Dieser Frage müssen sich hierzulande Millionen stellen, denn in Deutschland ist schätzungsweise fast jedes vierte Baby oder (Klein-)Kind betroffen.

Ein kleiner Trost für Betroffene und Angehörige: Gezielte Therapien können helfen, die Erkrankung langfristig zu kontrollieren und die Belastung für die gesamte Familie zu reduzieren.

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Weitere Informationen

Neue Mittel gegen Neurodermitis werden in diesem YouTube-Video aus der Reihe „ARD Gesund“ vorgestellt.

Wenn aus einer Hauterkrankung ein Familienthema wird

Neurodermitis ist mehr als ein Hautproblem: Starker Juckreiz, wiederkehrende Ekzeme und trockene Haut verändern den Tagesablauf. Hautpflege, Arzttermine, Schlafunterbrechungen oder Reaktionen des Umfelds beanspruchen das betroffene Kind und die Familie. Hinzu kommen Belastungen wie Müdigkeit, emotionale Anspannung, Einschränkungen im Alltag und teils auch Konflikte zwischen den Eltern. 

„Die Krankheit macht die gesamte Familie co-krank – oft schon im Säuglingsalter. Wenn Babys schlecht schlafen, liegen die Eltern häufig ebenfalls wach. Viele machen sich zudem Vorwürfe, dass ihr Kind eine chronische Erkrankung hat“, erklärt die Kinderärztin Dr. Andrea Jobst. Mit zunehmendem Alter kommen psychosoziale Faktoren hinzu: Schamgefühle, Unsicherheit und ein eingeschränktes Selbstwertgefühl.

Nicht nur auf der Haut sichtbar: Auch die Psyche leidet

Neben den körperlichen Beschwerden rückt damit auch die seelische Belastung zunehmend in den Fokus. Bei 6- bis 17-Jährigen zählen Schamgefühle durch Neurodermitis zu den zweithäufigsten Belastungen. Mobbing tritt bei 6- bis 11-Jährigen mehr als doppelt so häufig auf wie bei Kindern ohne die Hauterkrankung. 

Das zeigt: Neurodermitis betrifft nicht nur die Haut, sondern auch das Selbstbild, das Wohlbefinden und das soziale Erleben der Kinder. Gerade deshalb ist es wichtig, Familien medizinisch und emotional zu unterstützen.

Früh erkennen, richtig einordnen, gezielt handeln

Es ist wichtig, frühzeitig die richtigen Weichen im Umgang mit der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung zu stellen. Bei ersten Hautveränderungen sollten Eltern diese ärztlich abklären lassen, da nicht jede Rötung oder Trockenheit automatisch Neurodermitis ist. Erste Ansprechpartner sind Kinderärzte oder Dermatologen. Eine frühzeitige Einordnung kann Familien helfen, besser mit der Erkrankung umzugehen und schneller geeignete Unterstützung zu erhalten. „Bei Kindern haben wir meist noch bessere Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen und ihnen damit den Leidensdruck zu nehmen“, ordnet Dr. Andrea Jobst ein. 

Wenn Eltern das Gefühl haben, dass die Neurodermitis ihres Kindes nicht ausreichend kontrolliert ist, sollten sie beim nächsten Arztbesuch beim Kinderarzt oder beim Dermatologen nach gezielten Behandlungen bei Neurodermitis für ihr Kind fragen, die an der zugrunde liegenden Entzündung ansetzen. Ziel ist es, Beschwerden zu lindern, den Alltag zu erleichtern und die Lebensqualität des Kindes und der gesamten Familie zu verbessern. Hilfreiche weiterführende Informationen rund um die Behandlung finden betroffene Familien auf der Website https://www.leben-mit-neurodermitis.info/kinder-behandlung/.

Was Familien im Alltag entlasten kann

Mit einigen Tipps lässt sich der Alltag für Familien oft spürbar erleichtern:

  • Struktur durch Routinen: Feste Zeiten für Pflege, Schlaf und Entspannung geben Kindern Sicherheit und entlasten die Eltern.
  • Pflege als liebevolle Routine: Eincremen kann als ruhiger Moment gestaltet werden, zum Beispiel mit Vorlesen, Musik oder kleinen Ritualen.
  • Geschwister einbeziehen: Gemeinsame Aktivitäten fördern den Zusammenhalt und verhindern Gefühle der Vernachlässigung.
  • Austausch suchen: Kontakt zu anderen betroffenen Familien kann praktische Tipps und emotionale Unterstützung bieten. Das gelingt zum Beispiel über die Community des Instagram-Kanals @leben_mit_neurodermitis.info
  • Fachliche Unterstützung früh einbeziehen: Kinderärzte und Dermatologen können die richtige Diagnose stellen und geeignete Therapien empfehlen. Mittlerweile gibt es auch für Babys und Kinder Behandlungsmöglichkeiten für eine langfristige Krankheitskontrolle. Eine gezielte Therapie kann auch das Risiko für zusätzliche Begleiterkrankungen verringern.

Info

Mit Wissen, Routinen und emotionaler Unterstützung können Familien die Herausforderungen gemeinsam bewältigen und gleichzeitig die schönen Momente des Alltags erleben. Weitere Informationen, Alltagstipps und vertiefende Inhalte finden Familien und Interessierte auf der Website https://www.leben-mit-neurodermitis.info/ und auf dem Instagram-Kanal @leben_mit_neurodermitis.info. Ergänzend bieten der Familienratgeber und Erfahrungsberichte auf dem „Leben mit Neurodermitis“-Blog weitere Hilfestellung für betroffene Familien. Diese Onlineangebote gehören zum Programm von Sanofi, einem globalen Gesundheitsunternehmen, das weltweit Millionen von Menschen lebensrettende Impfstoffe und Behandlungsoptionen anbietet, die das Potenzial haben, das Leben zu verbessern.   pm/tok