
Wer schon früh für die Herzgesundheit relevante Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Rauchen eliminiert, hat gute Chancen, länger und gesünder zu leben. Foto: asadykov/stock.adobe.com
Blutdruckkontrolle und Rauchstopp sind die stärksten Hebel für ein längeres Leben
Eine groß angelegte internationale Studie konnte zeigen: Wer mit 50 Jahren keine klassischen Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Rauchen aufweist, gewinnt im Schnitt mehr als 10 zusätzliche gesunde Lebensjahre. Besonders die Kontrolle von Bluthochdruck und das Rauchverhalten im mittleren Alter haben einen entscheidenden Einfluss auf Lebensdauer und Herzgesundheit, so das Fazit der Studie.
Viele Herz‑Kreislauf-Erkrankungen stehen mit beeinflussbaren Faktoren in Zusammenhang, wie das DeutschesGesundheitsPortal (DGP) berichtet. Dazu gehören zum Beispiel Bluthochdruck, hohe Blutfette oder Rauchen. Wissenschaftler berichteten, dass fünf dieser Risikofaktoren weltweit für etwa die Hälfte aller Herz‑Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich sein könnten. Aber wie relevant ist es tatsächlich, an diesen Faktoren zu arbeiten?
Wie relevant sind beeinflussbare Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
Eine prospektive Kohortenstudie internationaler Wissenschaftler hat nun untersucht, wie stark das Vorhandensein oder Fehlen der fünf Risikofaktoren die Lebenserwartung und das Risiko für Herz‑Kreislauf-Erkrankungen beeinflusst. Die Studie schätzte das Lebenszeitrisiko für kardiovaskuläre Erkrankungen sowie für die Gesamtsterblichkeit bei Personen bis zum Alter von 90 Jahren. Die Analyse betrachtete die Verläufe abhängig vom Vorliegen oder Fehlen folgender Risikofaktoren im Alter von 50 Jahren:
- Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
- Erhöhte Blutfettwerte (Hyperlipidämie)
- Untergewicht und Übergewicht/Adipositas
- Diabetes
- Rauchen
Zusätzlich wurden Unterschiede in der Lebenserwartung berechnet, gemessen an zusätzlichen Lebensjahren ohne kardiovaskuläre Erkrankung oder ohne vorzeitigen Tod. Anhand der Verläufe der Risikofaktoren über die Zeit ermittelten die Autoren eine Prognose dazu, wie sich Veränderungen von Risikofaktoren auf die langfristige Gesundheit und Lebenserwartung auswirken könnten.
Analyse von fünf Risikofaktoren in globaler Kohorte
Die Studie analysierte individualisierte Daten von über zwei Millionen Studienteilnehmern aus 133 Kohorten in 39 Ländern auf sechs Kontinenten. Das Lebenszeitrisiko für Herz‑Kreislauf-Erkrankungen lag bei Frauen bei 24 % und bei Männern bei 38 %, wenn alle fünf Risikofaktoren zusammenkamen. Menschen mit allen Risikofaktoren hatten im Schnitt signifikant weniger gesunde Lebensjahre: Frauen verloren 13,3 gesunde Jahre, in denen sie nicht an Herz‑Kreislauf-Erkrankungen litten, Männer 10,6 Jahre. Auch beim Gesamtüberleben zeigte sich ein klarer Unterschied: Frauen lebten im Schnitt 14,5 Jahre weniger, Männer verloren im Mittel 11,8 Jahre Lebenszeit.
Den Bluthochdruck zu verbessern brachte besonders viel im Alter zwischen 55 und unter 60 Jahren. Diese Maßnahme führte zu den meisten zusätzlichen Jahren ohne Herz‑Kreislauf-Erkrankungen. Eine Veränderung des Rauchverhaltens im gleichen Alter war am stärksten mit zusätzlichen Lebensjahren insgesamt verbunden.
Prävention verlängert das Leben – Blutdruck und Rauchen besonders relevant
Das Fehlen aller fünf klassischen Risikofaktoren, Bluthochdruck, hohe Blutfette, Rauchen, Diabetes, Über-/Untergewicht, im Alter von 50 Jahren ging somit bei Frauen und Männern mit einem im Schnitt um mehr als 10 Jahre längeren Leben einher. Menschen, die in der Lebensmitte ihren Bluthochdruck senkten oder mit dem Rauchen aufhörten, gewannen die meisten zusätzlichen Jahre ohne Herz‑Kreislauf-Erkrankungen oder lebten insgesamt im Schnitt länger. DGP/HealthCom
Info
Weitere Informationen zu Prävention und HealthyAging bei staYoung.