
Prof. Dr. Ilka Ott, Kardiologie-Chefärztin am Helios Klinikum Pforzheim, zeigte beim DGK-Jahreskongress eine komplexe Trikuspidalklappeninsuffizienz-OP. Foto: DKG
Kardiologie-Chefärztin am Helios Klinikum Pforzheim demonstriert Herz-OP auf DGK-Tagung
Die Chefärztin der Kardiologie am Helios Klinikum Pforzheim, Prof. Dr. Ilka Ott, ist eine von wenigen Spezialisten für die minimalinvasive Reparatur von Herzklappen. Seit 2018 bietet sie die besonders schonenden Eingriffe für Patienten mit Herzklappeninsuffizienz in Pforzheim an. Nun stellte sie die Implantation eines sogenannten TriClips auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie vor.
Keine OP am geöffneten Brustkorb möglich
Behandelt hat Prof. Dr. Ilka Ott einen Patienten mit einer hochgradigen Trikuspidalklappeninsuffizienz. Er litt unter einer Undichtigkeit der Trikuspidalklappe. Diese chronische Rechtherzschwäche führte neben einer erheblichen Leistungsminderung, Müdigkeit und Atemnot zu Wassereinlagerungen und Appetitlosigkeit. Auf Grund seines hohen Alters und verschiedenen Begleiterkrankungen war ein operativer Eingriff am geöffneten Brustkorb nicht möglich. Für ihn war somit die minimalinvasive Implantation eines TriClips die einzig helfende Option.
Der Eingriff wird über eine Punktion der Oberschenkelvene in der rechten Leiste durchgeführt. Das dafür genutzte Kathetersystem wird mit dem TriClip bis zur Trikuspidalklappe eingeführt und unter bildgebender Kontrolle via transösophagealer Echokardiografie an der Trikuspidalklappe eingesetzt.

Hervorragendes Ergebnis für den schwierigen Patienten
Diesen Fall stellte die renommierte Chefärztin für Kardiologie auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie als sogenannten Live Case in the Box vor. Dafür hat ein Filmteam Prof. Ott und ihr Team im Herzkatheterlabor bei dem komplexen medizinischen Eingriff begleitet und jeden wichtigen Handgriff aufgezeichnet. Während das Video beim Kongress abgespielt wurde, hat die Expertin jeden Schritt vorgestellt und erklärt. Sie beeindruckte mit ihren interventionellen Fähigkeiten und einem hervorragenden Ergebnis für den behandelten Patienten.
In der anschließenden Diskussion, in der verschiedene Therapieverfahren zur Behandlung von funktionellen Erkrankungen der Mitral- und Trikuspidalklappe diskutiert wurden, betonte die Arbeitsgruppe interventionelle Kardiologie, wie wichtig diese Behandlungsmethode für Patienten ist, die sich keinem herzchirurgischen Eingriff mehr unterziehen können. Sogar ein Herzchirurg, der offene Operationen durchführt, betonte, dass für solche Fälle die interventionellen Verfahren eine große Innovation seien.
Motto: „Gemeinsam Grenzen überwinden, Standards setzen“
Der diesjährige Jahreskongress stand unter dem Motto „Herzmedizin 2026 – Gemeinsam Grenzen überwinden, Standards setzen“ und fand mit rund 8700 Teilnehmern aus den Bereichen Kardiologie, Herzchirurgie und Rhythmologie statt.
„Wir sind stolz darauf, dass unsere Chefärztin für Kardiologie Prof. Dr. llka Ott eingeladen wurde, die TriClip-Implantation vorzustellen. Das bestätigt einmal mehr, dass sie eine der erfahrensten Expert:innen für solch hoch komplexe Eingriffe zu Behandlung von Herzklappeninsuffizienz ist. Unsere Patient:innen erhalten bei uns im Helios Klinikum eine wohnortnahe kardiologische Versorgung, die üblicherweise nur in ausgewiesenen Herzzentren möglich ist“, freut sich Klinikgeschäftsführer Emre Nazli.
Info
Das Helios Klinikum Pforzheim ist ein leistungsfähiges und modernes Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit 500 Planbetten. Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Ruprecht- Karls-Universität Heidelberg verfügt das Helios Klinikum Pforzheim über 15 Kliniken, zwei medizinische Institute und ist mit hochmodernen medizinischen Geräten ausgestattet. Jährlich werden über 24.000 Patienten stationär und rund 60.000 ambulant versorgt. In der Klinik für Geburtshilfe erblicken pro Jahr rund 1600 Babys das Licht der Welt. pm