Heute sind eine ganze Reihe zuverlässiger, gut bedienbarer Geräte für die Blutdruckkontrolle zu Hause verfügbar. Die Messung mit Wearables, also mit Smartwatches, Fitnessarmbändern und Apps bietet zwar neue Möglichkeiten, wird aber wegen der hohen Anforderungen an Messgenauigkeit und Zuverlässigkeit bisher von der Deutschen Hochdruckliga noch nicht empfohlen. Foto: jd-photodesign/stock.adobe.com

Lesertelefon-Aktion: Wie messe ich den Blutdruck richtig und worauf muss ich bei Hypertonie im Alter achten?

Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Bevölkerung zwischen 30 und 79 Jahren ist hierzulande von Bluthochdruck betroffen – das sind rund 20 Millionen Menschen. Jeder fünfte davon weiß nichts von seiner Erkrankung, nur bei jedem zehnten Patienten ist der Blutdruck gut eingestellt. Dabei ist ein zu hoher Blutdruck der größte Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Um dieses Risiko zu senken, ist die Früherkennung von Bluthochdruck durch die frühzeitige und korrekte Messung entscheidend.

Dabei rückt die Messung mit Wearables, Smartphones und Apps zunehmend in den Fokus. Besonders wichtig für ältere Patienten ist eine Blutdruckbehandlung, die individuelle Zielwerte für die Einstellung berücksichtigt – eine Herausforderung für Betroffene und Ärzte gleichermaßen. Zu beiden Themen bietet die Hochdruckliga Expertenrat am Lesertelefon.

Bluthochdruck – warum Messen so wichtig ist

20 Prozent der Betroffenen wissen nichts von ihrer Erkrankung, da Bluthochdruck zunächst oft keine spürbaren Symptome verursacht. Viele messen ihren Blutdruck zu selten oder gar nicht – so bleibt ein erhöhter Blutdruck oft jahrelang unerkannt und kann Schäden im Körper anrichten.

Regelmäßige Messungen sind aber auch eine Grundlage der Diagnostik und Behandlung. Sie zeigen, ob die Therapie wirkt und erhöhen die Sicherheit der Betroffenen. Dazu müssen Messungen möglichst genau und einfach selbst durchzuführen sein.

Heute sind eine ganze Reihe zuverlässiger, gut bedienbarer Geräte für die Blutdruckkontrolle zu Hause verfügbar. Die Messung mit so genannten Wearables, also mit Smartwatches, Fitnessarmbändern und Apps bietet zwar neue Möglichkeiten, wird aber wegen der hohen Anforderungen an Messgenauigkeit und Zuverlässigkeit bisher von der Deutschen Hochdruckliga nicht empfohlen.

Blutdruckbehandlung im Alter – worauf es bei der Einstellung ankommt

Mit dem Alter steigt das Risiko für Bluthochdruck noch einmal deutlich: Nach Angaben der Deutschen Hochdruckliga sind die Blutdruckwerte bei drei von vier Menschen zwischen dem 70. und 79. Lebensjahr zu hoch. Bei der Einstellung des Blutdrucks zählt im höheren Alter nicht nur der Messwert, sondern vor allem der allgemeine Gesundheitszustand. Körperliche und geistige Fitness, Mobilität und Selbstständigkeit bestimmen, welche Zielwerte individuell realistisch und sinnvoll sind.

Besonders bei gebrechlichen oder demenzkranken Patienten stehen der Erhalt von Lebensqualität, ein guter Nachtschlaf und die Vermeidung von belastenden Nebenwirkungen im Vordergrund. Dazu ist eine enge Abstimmung zwischen Arzt und Patient erforderlich, um Therapieentscheidungen auf die individuellen Lebensziele, Beschwerden und Prioritäten abzustimmen.

Experten am Lesertelefon

Bei der Lesertelefon-Aktion können Sie Ihre Fragen zum Thema Bluthochdruck direkt an Experten der Deutschen Hochdruck-Liga stellen. Der Anruf am Mittwoch, 13. Mai 2026 von 16 bis 19 Uhr unter der Rufnummer 0800-0909290 ist aus allen deutschen Netzen gebührenfrei. Das sind Ihre möglichen Gesprächspartner:

• Dr. med. Frank Aedtner; Facharzt für Innere Medizin, Diabetologie, Nephrologie und Hypertensiologie; Chefarzt der Klinik für Nephrologie, AMEOS Klinikum Halberstadt; Regionalbeauftragter der Deutschen Hochdruckliga DHL e.V.

• Prof. Dr. med. Bernhard Banas; Facharzt für Innere Medizin, Schwerpunkt Nephrologie; Direktor der Klinik für Innere Medizin II (Nieren- und Hochdruckerkrankungen) am Caritas-Krankenhaus St. Josef Regensburg; Regionalbeauftragter der Deutschen Hochdruckliga DHL e.V.

• Dr. med. Hans-Georg Dehnert; Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie, Hypertensiologe; Nierenzentrum Westerwald, Westerburg

• Prof. Dr. med. Emanuel Fritschka; Facharzt für Innere Medizin, Schwerpunkt Nephrologie, Hypertensiologe; Internistische Praxis Bad Brückenau; Regionalbeauftragter der Deutschen Hochdruckliga DHL e.V.

• Prof. Dr. med. habil. Reinhard Fünfstück; Facharzt für Innere Medizin, Hypertensiologie, Nephrologie, Diabetologie; MVZ Gesundheitszentrum Weimar; Regionalbeauftragter der Deutschen Hochdruckliga DHL e.V.

• Univ.-Prof. Dr. med. Florian Peter Limbourg; Facharzt für Innere Medizin; Hypertoniezentrum der Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, Medizinische Hochschule Hannover; Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga DHL e.V.

• Prof. Dr. med. Christian Ott; Facharzt für Innere Medizin, Diabetologie, Nephrologie, Hypertensiologie; Geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin 4 am Klinikum Nürnberg Süd; Vorstandsmitglied der Deutschen Hochdruckliga DHL e.V.

• Dr. med. Holger Palisch; Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Hypertensiologe; Geschäftsführender Oberarzt der Medizinischen Kliniken, Leiter Hypertoniezentrum Städtisches Klinikum Dresden; Regionalbeauftragter der Deutschen Hochdruckliga DHL e.V.

• Prof. Dr. med. Vedat Schwenger; Facharzt für Innere Medizin, Nephrologie, Spezielle Internistische Intensivmedizin; Ärztlicher Direktor und Zentrumsleiter für Innere Medizin der Klinik für Nieren-, Hochdruck- und Autoimmunerkrankungen am Klinikum Stuttgart; Regionalbeauftragter der Deutschen Hochdruckliga DHL e.V

• Prof. Dr. med. Peter Schwimmbeck; Facharzt für Kardiologie, Intensivmediziner; Kardiologische Praxis Dr. Klünsch & Partner Leverkusen; Regionalbeauftragter der Deutschen Hochdruckliga DHL e.V.

• Dr. med. Ulrich Tholl; Facharzt für Innere Medizin, Nephrologie, Angiologie, Hypertensiologe, Diabetologe; Nierenzentrum Ammerland, Westerstede; Regionalbeauftragter der Deutschen Hochdruckliga DHL e.V.

• Prof. Dr. med. Markus van der Giet; Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie; Leiter des zertifizierten Hochdruckzentrums DHL der Charité am Campus Benjamin Franklin Berlin; Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga DHL e.V.

pm