Umstellung auf Sommerzeit: Frauen leiden fast doppelt so häufig unter dem Dreh an der Uhr wie Männer. Foto: Vladimir – KI-Generiert/stock.adobe.com

Umstellung auf Sommerzeit: Frauen sind öfter gereizt, Männer eher unpünktlich

Frauen haben nach der Zeitumstellung – in der Nacht auf Sonntag werden die Uhren von 2 Uhr auf 3 Uhr auf die europäische Sommerzeit vorgestellt – deutlich häufiger gesundheitliche Probleme wie Schlafstörungen oder Gereiztheit als Männer. So haben bereits fast 40 Prozent der Frauen Beschwerden nach dem Dreh an der Uhr verspürt. Bei den Männern sind es 22 Prozent.

Am häufigsten leiden die Betroffenen dabei unter Müdigkeit, Schlaf- und Konzentrationsstörungen. 71 Prozent der Deutschen halten die Zeitumstellung für überflüssig – dieser Wert ist fast gleich hoch wie im vergangenen Jahr. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit.

Geschlechter reagieren unterschiedlich

Für deutlich mehr als jede dritte Frau in Deutschland bedeutet die Zeitumstellung eine Belastung, wohingegen dies nur für jeden fünfte Mann gilt. Dabei fühlen sich die meisten, die bereits Probleme mit der Zeitumstellung hatten, müde und schlapp (78 Prozent). 66 Prozent von ihnen berichten von Einschlafproblemen und Schlafstörungen. Auf dem dritten Platz der Hauptsymptome liegen Konzentrationsprobleme mit 44 Prozent.

34 Prozent der Frauen geben an, sich häufiger gereizt zu fühlen. Bei den Männern sind es nur 27 Prozent. Von den erwerbstätigen Frauen, denen der Dreh an der Uhr zu schaffen macht, haben weniger Probleme pünktlich zur Arbeit zu erscheinen (15 Prozent) als bei den Männern (24 Prozent). Laut DAK-Umfrage belastet die Zeitumstellung mit insgesamt 30 Prozent ähnlich viele Menschen wie 2025.

30- bis 44-Jährigen besonders „umstellungssensibel“

Insgesamt sind besonders die 30- bis 44-Jährigen von gesundheitlichen Problemen nach der Zeitumstellung betroffen: 36 Prozent – und damit 10 Prozent mehr als im Vorjahr – hatten schon einmal Probleme nach dem Dreh an der Uhr. Dicht darauf folgen die 45- bis 59- Jährigen mit 33 Prozent. Bei den 24- bis 29-Jährigen ist es nur knapp ein Viertel (24 Prozent).

Zeitumstellung bleibt unbeliebt

Drei Viertel der Befragten sind dafür, die Zeitumstellung abzuschaffen. Damit bleibt die Anzahl der Ablehnungen ähnlich hoch wie im Jahr 2025. Obwohl die über 60-Jährigen mit am wenigsten nach der Zeitumstellung leiden, befürworten sie überwiegend deren Abschaffung (80 Prozent).

Am höchsten ist die Zustimmung zur Zeitumstellung bei den 14- bis 29-Jährigen: 44 Prozent sprechen sich dafür aus, bei den Menschen ab 45 sind es nur 18 Prozent.

1980 mit Zeitumstellung auf Ölkrise reagiert

In der Bundesrepublik Deutschland wurde die Sommerzeit im Jahr 1980 als Reaktion auf die Ölkrise zwei Jahre zuvor eingeführt, um Energie zu sparen. Seit 1996 gilt die Sommerzeit EU-weit und beginnt jeweils am letzten Sonntag im März. Am letzten Sonntag im Oktober werden die Uhren dann in allen Staaten der Europäischen Union wieder auf die Winterzeit zurückgedreht. Bereits im März 2019 stimmte das EU-Parlament einer Abschaffung der Zeitumstellung im Jahr 2021 zu.

Die Umsetzung fand aufgrund der Uneinigkeit der einzelnen Mitgliedstaaten jedoch nicht statt. Ob Sommer- oder Winterzeit als Normalzeit gelten oder ob eine Abschaffung überhaupt stattfinden soll, ist bis heute noch nicht geklärt. Zuletzt hat in Europa 2016 die Türkei die Zeitumstellung abgeschafft.

Info

Für die repräsentative Forsa-Umfrage zum Thema Zeitumstellung wurden 1005 Personen ab 14 Jahren vom 23. bis 25. Februar 2026 im Auftrag der DAK-Gesundheit befragt.

Krankenquote liegt nach der Umstellung auf die Sommerzeit höher als sonst

Wie schnell sich die Menschen an den neuen Rhythmus gewöhnen, ist individuell unterschiedlich. Rund jeder dritte Erwachsene in Baden-Württemberg hat die ersten Tage Probleme, manche haben gar wochenlang mit Umstellungsschwierigkeiten zu kämpfen. Die Zahlen sind jedoch eindeutig: Die Krankenquote liegt nach der Umstellung auf die Sommerzeit deutlich höher als üblich.

Henry Markus, Diplom-Psychologe bei der AOK Stuttgart-Böblingen dazu: „Der Wechsel von Hell und Dunkel steuert die Ausschüttung von Hormonen, die für Vitalität oder für Müdigkeit und Schlappheit sorgen. Dieser biologische Rhythmus ist sehr empfindlich. Wird es plötzlich deutlich später hell und dunkel, kann sich der Körper nicht darauf einstellen und schüttet Schlafhormone wie Melatonin auch dann aus, wenn man eigentlich aktiv sein müsste. Die Folge: Schlappheit, Müdigkeit oder Schlafstörungen.“

Wie die Umstellung auf die Sommerzeit am besten funktioniert

Die Umstellung auf die Sommerzeit steht bevor: Das bedeutet eine kürzere Nacht und für diejenigen, die am Sonntag früh rausmüssen, eine Stunde weniger Schlaf. Damit haben viele Menschen zu kämpfen, bis sie sich an den neuen Rhythmus gewöhnen. Die Veränderung der Uhrzeit kann zu Schlafstörungen, Müdigkeit und einer allgemeinen Unausgeglichenheit führen. Um diese Übergangsphase reibungsloser zu gestalten, hat die private Krankenversicherung Debeka fünf Tipps.

Allmähliche Anpassung

Wer mit der abrupten Zeitumstellung große Probleme hat, sollte bereits einige Tage vor der Zeitumstellung jeweils einige Minuten früher aufstehen. Und versuchen, abends entsprechend früher einzuschlafen. Das hilft dem Körper, sich langsam an den neuen Rhythmus anzupassen.

Auf Mittagsschlaf verzichten

Auch wenn es schwerfällt, man am Tag der Zeitumstellung sehr müde ist und die Couch lockt: kein Mittagsschläfchen einlegen. Das führt sonst bei vielen Menschen abends zu Einschlafstörungen. Zudem braucht der Körper dann noch länger, bis er sich an die neuen Zeiten gewöhnt hat.

Hilfen beim Einschlafen

Eine entspannende Atmosphäre vor dem Zubettgehen hilft beim früheren Einschlafen. Dazu können Entspannungsübungen wie Yoga oder Atemtechniken beitragen. Smartphone oder Tablet zu nutzen, ist eher hinderlich, da das bläuliche Licht das Einschlafen stören kann. Ein Buch lesen oder beruhigende Musik hören können bessere Optionen sein.

Bewegung an der frischen Luft

Es hilft, das zunehmende Tageslicht zu nutzen und viel Zeit im Freien zu verbringen. Körperliche Aktivität und Sonnenlicht reduzieren die Produktion des Schlafhormons Melatonin und erleichtern die Anpassung an die neue Zeit. Ein Spaziergang im Freien wirkt Wunder, um den Geist zu beleben und die Stimmung zu verbessern.

Gesunde Ernährung

Schwere Mahlzeiten spät am Abend können den Schlaf beeinträchtigen. Besser sind leichte Snacks und beruhigende Getränke wie Kräutertees, um den Körper auf eine erholsame Nachtruhe vorzubereiten.  pm/DAK/AOK/Debeka/tok

In der Nacht zu Sonntag, 31. März, wird die Uhr von 2 auf 3 Uhr vorgestellt. Die kürzere Nacht ist für manche ein Problem. Bildrechte/Foto: Debeka/AdobeStock/Debeka Versicherungsgruppe